KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1914-1915
- Issue
- Heft 3 (Januar 1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 324 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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324 Simonsohn, Max Sokolowski, I., Referendar Strauß, vr. Eugen J Wachsner, Kurt, stud. J Wachsner, Fritz, Dr. Letzte Adresse: Unterarzt Posen, Festungslazarett, Karlstr. — Adelnau i. Posen. Oberleittnant d. R. Bayr. Res.-Jnf.-Reg. 13,3 Komp., I. bayr. Res.-Zl.-K. — Königsberg i. Pr, Lange Reihe 13. Medizinal-Praktikant Hamburg, Meldorserstr. 12II. Die Kartellbrüder werden dringend gebeten, die genauen Adressen der vorstehend Verzeichneten ungesäumt der Redaktion der K. C.-Blätter zu übermitteln. Aus unserer Zeldpoft-vriesmappe. Lieber Mainzer! Zu meiner größten Freude erhielt ich gestern das erste Lebenszeichen vom K.C. Wir haben schon manches Erlebnis hinter uns. Die ersten 3 Monate in Lothringen (Baccarat 8 Tage Biwak), dann Th .., Transport über Belgien nach Nordfrankreich, Etablierung in H ... bei la Bassee und nun liegen wir schon 4 Wochen rn Untätigkeit zwischen Lens und Douai in der Kohlengegend. Als Errungenschaft dieses Krieges haben wir im Korps als Korpsrabbiner den l)r. Kohne von Konstanz, der mit den austreibbaren Leuten in Th... Jom Kippur feierte. Leider wurden wir mittags alarmiert. Zu meiner großen Freude traf ich in Douai Polzin. Herzlichen Gruß an Weib und Kind Dein - Beitzinger. L. Kb.! Ueber die Zusendung der 1. Kriegsnummer der K. C.-Blätter habe ich mich unendlich gefreut. Ich habe aus dieser Nummer ersehen, was ich ja annehmen mußte, daß ein großer Teil des Verbandes im Dienste des Vaterlandes tätig ist, daß viele bereits das Eiserne Kreuz erhalten haben. Selbst die Trauer über den Heimgang der l. l. Kb. Kb. ist mit freudigem Stolz untermischt. Ich warte begierig auf die 2. Kriegsnummer. Glückauf. Mit besten kbdl. Grüßen Hugo Ehrlich (Tilsit). Mödszew, den 12. 12. 14. Lieber Löwenstein! Ich teile mit, daß ich mich jetzt auf dem östlichen Kriegsschauplatz befinde, und zwar in Russisch-Polen. Es geht mir andauernd gut. Witterung noch nicht winterlich. Stimmung allgemein gut. Herzliche Grüße und beste Wünsche zum neuen Jahr Ihr Karl Elsas. Lieber Mainzer! Eben war ich in Cöln auf Urlaub (meine Frau und Kind sind dort) und hörte zu meinem Schmerz von Baums Heldentod. Hier ist das Wort keine inhaltlose Phrase. Schade um diesen Braven. Herzlichen Gruß Dein Gerson. 3. 2.15. Lieber Mainzer! ... Mir geht's gut: ein bißchen langweilig ist ja der Positionskrieg, und wenn die französische Artillerie uns nicht freundnächbarlich totschießen wollte, wäre das überhaupt kein Krieg, sondern eine Tiefbauunternehmung. Den nächsten Krieg vergeben wir einfach an Grün und Bilfinger*). — Inzwischen bin ich Leutnant der Landwehr geworden. Viele Grüße Dir und Deiner Frau Dein Ludwig Haas. *) Bekannte Karlsruher Tiefbau-Firma. 14. Januar 1915, abends 11 Uhr. Lieber Bundesbruder! Tief unter der Erde sitzend, schreibe ich diese Karte aus meinem Unterstand in der Nähe eines kleinen galizischen Nestes mit der Bitte, mir die K.C.-Zeitung — evtl auch sonstige Zeitungen — zu übersenden. Neues hört man hier immer erst nach 10 Tagen frühestens — wenn es schon durch andere Ereignisse überholt ist. Wir liegen in befestigten Stellungen den Russen gegenüber, die sich gleichfalls verschanzt haben. Ab und zu fällt schon mal ein Schliß in der Mitte der Nacht. Das ist so das einzige, was man hört. Bei Taue fauchen die Granaten über unsere Köpfe hinweg. Vorgestern schlug eine in der Nähe meines Unterstandes, jedoch in einer anderen Stellung ein, so daß die Erde uns ins Gesicht flv l. Das ist so das Neueste. Mit bundesbrüderlichen Grüßen _ Joseph Halle. 31. Dezember 1914. Lieber Mainzer! Dem K. C. mld Dir sende ich aus Frankreich die besten Glückwünsche zum neuen Jahre. Möge bald der ersehnte ehrenvolle Frieden für uyser Vaterland kommen. Herzlichen Gruß Dir und Deiner lieben Frau Dein Heynemann. Feldstellung., Vogesen, 4. 2. 15. Lieber Mainzer! Dein ausführliches Massenschreiben hat mich nußerordentlich gefreut, trotz der mancherlei trüben Mitteilungen, die es enthalten hat. Besonders schwer traf lnich die Trauerbotschaft. vom Tode meines lieben Eugendfreundes Lehmann, der als Mensch, Arzt und C.er gleichermaßen vortrefflich.war. Das Vaterland läßt uns rvirklich die kostbarsten Opfer bringen — Schmach, wenn es für uns Juden nicht die letzte Anerkennung zollte. Deine Zuversicht über die Lage, die Du ja ,vohl mit der Mehrzahl der Vernünftigen zu Hause teilst, erquickte mich — denn hier ist das Kriegführen durchaus nicht dazu angetan, die Stimmung zu heben. Die Unbeweglichkeit, mit der wir hier ohne jede Ablösung in unserer Stellung hart am Gegner in strengster Wachsamkeit und unter ständigem Artilleriefeuer ausharren müssen, das Einerlei des Dienstes, die Ungunst der Witterung, kurz alle Widrigkeiten des Positwnskrieges im Waldgebirge wären dazu angetan, den Willen abzusturnpfen und die Nerven versagen zu lassen, wenn nicht doch so ein vorzüglicher Geist und so ein hochstehendes Soldatenmaterial, das von ihm beseelt wird, da wäre. So erholt man sich in seinen Unterständen so gut wie möglich, und oft ist die Stimmung in diesen Erdhöhlen doch wieder ganz famos. Mir selbst geht es gut, d. h, gesundheitlich und militärisch. Arbeit gibt's genug für mich, da meine Ingenieur-Kenntnisse ihre besondere Würdigung und Verwendung finden. . . . Zu K. C.-Abenden reicht es hier leider nicht — es ist zwar ein Licare Mr. Wolf — ich finde ihn im Krieasteilnehmerverzeichnis nicht) in allernächster Nähe, aber ich Hab' ihn doch nur einmal gesprochen. Vielleicht wird das auch noch besser. Und nun Schluß. Meine Zeit ist allzu knapp, sonst würdest Du allerhand Schildernswertes hören; so sei für heute mit dem zufrieden! Mjj herzlichen Grüßen an Deine Frau Gemahlin bin ich mit kbdl. Wünschen Dein getreuer Jacobovics. B. 24. 1.15. Lieber Mainzer! Bei uns geht es seit Wochen merkwürdig zu. Wenige lcm vor uns kämpfen unsere braven Feldgrauen mit Nothosen, Schwarzen und Braunen, hier bei uns die ersten Veilchen mit dem letzten Schnee und in den Lüften über uns der Donner der schweren Geschütze vor Peronne mit den Kirchenglocken von Canlaincourt. Nachher, wenn es