KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1914-1915
- Issue
- Heft 2 (November 1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- Seite 310 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2268830-2268887-2268890--1346-2270512- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
310 Alliancelles, 8. 9. 14. Lieber Mainzer! Herzlichen ■ Dank für Deinen lieben Brief, ich habe mich sehr gefrellt! damit. Dn wirst erstaunt sein, zu hören, daß «vir bisher i so gut »vie gar nicht ärztlich tätig waren. Wir mar- ' schierten immer noch an der Spitze in großen Märschen j oft bis tief in die Nacht hinein. Das Reiten bekommt mir sehr gut. Mein erstes Pferd war den Anstrengungen nicht gewachsen, es ging zu Grunde. Danach fing ich mir ein famoses französisches Reitpferd, das zwar sehr wild, aber doch gut zu reiten ist. Wir zogen von Saarburg aus durch ganz Luxemburg, dann durch ganz Belgien und stehen nun dicht an der Marne. Hier wird seit 3 Tagen gekämpft, mit ungeheueren Verlusten anscheinend für beide Teile, aber jetzt endlich gehen unsere Truppen vor. Hier haben wir zum erstenmale heute unser Feldlazarett aufgeschlagen und haben gleich Unmengen von Verwundeten, zum Teil recht Schwerverletzte .... Wir haben viel gesehen, viel Jammer und viel Elend. Der Krieg ist furchtbar. Ein Tier ist nichts, ein Menschenleben ist wertlos. Verbrannte Dörfer, nirgends mehr ein Bewohner. Kein Wasser für uns, die Leitungen zerstört, die Brunnen vergiftet. Wir, auch ich, litten furchtbar an Durchfällen, ich ivar einen Tag so krank, daß ich glaubte, ich müßte sterben. Dabei immer zu Pferd. Aber jetzt geht es mir wieder gut. Ich habe einen guten Freund, den Chefarzt des Krankenhauses von Lüdenscheid. Wir halten fest zusammen, schlafen in einem Zimmer und teilen, was wir haben. Später werde ich Dir einmal ausführlich schreiben für die K. C.-Blätter .... Die Verletzungen, die wir sehen, sind furchtbar, die Bauchschüsse führen alle zum Exitus. Bon Asepsis kann keine Rede sein .... Vorgestern war ich in einem wunderbaren französischen Schlosse, alles war entflohen, ein alter Diener war nur da ... . Wein haben wir im Ueberfluß, aber oft tagelang kein Brot. Bald habe ich mehr Zeit, dann schreibe ich ausführlich. Sei herzlichst gegrüßt, Du, Deine Frau l und Siegfrieds Frau und all die auderen, die nach mir! fragen. Dein Bernhard Rosenthal. 1 Mannheim, 25. 8.14. L. L! Ich teile Dir mit, daß | ich mich bei 5 Regimentern als Kriegsfreiwilliger gemeldet habe — schon in den ersten Mobilmachnngstagen — jedoch in keinem ankommen konnte. Ich werde meine Meldung in 8—14 Tagen wiederholen. Werden die in Aussicht gestellten „Kriegsansgaben" erscheinen? Mit bestem Berbandsgruß Dein Willy Rothschild (Sp.,Bad.). 30.8.14. An die Redaktion derK. C.-Blätter,Aachen. Auf französischem Boden trinken wir in begeisterter Stimnmng den echten wahren Champagner und singen dazu „Deutschland,Deutschland über alles". Die Franzosen laufen beiin ersten Büchsenschuß und nehmen die roten Hosen in die Hand, um schneller laufen zu können. Trüb sind die ausgebrannten Dörfer, die sterbenden Pferde und die toten tapferen Krieger, doch überall ein unwiderstehlicher Drang nach vorwärts. Der Gesundheitszustand unserer Truppen vorzüglich. Traf manchen K.C.er, so Adolf Alsberg, Jacoby-Sayn, Alfred Alsberg u. a. Herzliche Grüße R. Schuster. Remilly, 14. 8.14. Kariellbrüderlichen Gruß zuvor! Aus dem Felde Dir und allen Kartellbrüdern die herzlichen Grütze. Mir geht's sehr gut. Wir werden die Rasselbande schon kriegen. Mit vielen Grüßen Fritz Silberstein (Sp.). K. C.er überall! Gruß Dein Max Strauß (Lic.). Königsberg, 9. 8. 14. Lieber Kariellbruder! Alle Bundesbrüder sind, zum großen Teil freiwillig, zu den Fahnen geeilt. Herzlichen Gruß Fritz Simon lFriburgiae-Königsberg). Verbands-Mary richten. rlsf A. H.-V. Viadrina-Breslau. Nachdem wir erst vor kurzem den Heimgang unseres l. Bundesbruders Cohn (Tetz), der an den Folgen eines Unfalles im Dienste . des Vaterlandes verschieden ist, zu beklagen hatten, ist uns ein neuer schmerzlicher Verlust entstanden: Oscar Magen (Solo), der Mitbegründer unserer Verbindung, welcher zivar formell nicht mehr unserem Verbände angehörte, seiner Gesinnung nach aber voll einer der Unsrigen, vielen von uns auch aufs innigste befreundet war, ist nach einer Operation am 16. Dezember in Breslau verschieden. — Wir schätzten an ihm besonders hoch die Lauterkeit seiner Gesinnung, die Kraft seiner Persönlichkeit und die unermüdliche Energie, mit der er das von ihm als richtig Erkannte durchzuführen bestrebt war. Auch war er ein Meister der Rede. Die Beisetzung fand am 20. Dezember auf dem Friedhofe Lohestraße zu Breslau statt. - A. H.-V. Badenia. Am 16. Oktober verschied allzufrüh unser l. BundesbruderDr. med. Carl Frensdorfs zu Hannover. Seiner Verdienste um den K. C. wird an anderer Stelle gedacht werden. — In unserer im Juli stattgehabten Generalversammlung war beschlossen worden, anläßlich des 25jährigen Stiftungsfestes einer Anzahl ehemaliger Mitglieder der Badenia und Bavaria, die das Band der Verbindung nicht bekommen hatten, aber dem K. C. und seinen Bestrebungen nach rvie vor nahestehen, das Band zu verleihen. Die Beschlußfassung darüber sollte auf schriftlichem Wege erfolgen. Bon den dabei in Betracht kommenden ist leider Dr. phil. Fritz Mayer, ans Kaiserslautern stannnend, Direktor der Grube Messel bei Darmstadt, am 8. September als Offiziersstellvertreter im 116. Landwehr - Infanterie- Regiment in Nordfrankreich im Kampf fürs Vaterland gefallen. — Die Bundesbrüder aus dem Ende der Wer Jahre und manche, insbesondere süddeutsche, Kartellbrüder werden sich gerne des bescheidenen und ruhigen, ebenso braven rvie beruflich tüchtigen Menschen erinnerrr. Trotz starker beruflicher Inanspruchnahme war er den Idealen seiner Jugend treu geblieben und brachte auch den einzelnen unter seinen ehemaligen Bundesbrüdern immer noch ein lebhaftes Interesse entgegen. Die ihn kannten, rverden ihm alle Zeit ein ehrenvolles Gedächtnis bewahren. Thurinaia. (Mitte November). Das Ergebnis der definitiven Chargenwahlen rvar: Max Markus X F.-W.,C-W. x x x, Kurt Lindner x x S.-W., K.-W., Alfred Wolff F.-M.f.T., Richard Friedrich Engel F.-M. f. C., Max Aber Z -W., Markus, Lindner, Wolff, Perl, Engel, Tischler, E.-R.,E.-R. In die Verbindung ist neu eingetreterr: sind. iur. Martin Gotthilf, Moltkestraße 2, Breslau. Bavaria. Zu den 4 Burschen, rnit denen rvir das Searester eröffneten, trat nachträglich noch der a. B. Rosenthal, sodaß die aktive Verbindung aus 5 Burschen, darunter einenr reaktivierten Inaktiven (Simorrs), und den: Brandfuchs Hofmann bestand. Von den Burschen