KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1914-1915
- Issue
- Heft 1 (September 1914)
- Date
- 1914-09-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Monatsschrift der im Kartell-Convent vereinigten Korporationen Kriegsausgabe September-Oktober 1914 1. Heft „Die Verbindungen im K. C. stehen auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschast mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen Volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums, sofern sie der Tendenz von Absatz 1 nicht widerstreben, nehmen die Verbindungen im K. C. keine Stellung." Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. 3ur Einführung. Drei Monate sind ins Land gegangen, seitdem englischer Neid und englische Mißgunst gegenüber dem gewaltigen wirtschaftlichenAusschwungDeutschlands, moskowitisch.er Größenwahn und französisches Revanchebedürfnis zu einem Uebersall auf unser geliebtes Vaterland und das mit ihm verbündete Oesterreich mehr wie die halbe Welt zusammengeführt haben. In uns allen lebt die Begeisterung und der Stolz, mit dem sich das gesamte deutsche Volk rvie ein Mann erhob, um kraftvoll und ruhig alle Feinde abzuwehren. Ueber zwei Monate dauert das Ringen, reich an Siegen und Erfolgen für Deutschlands Heer und Flotte. Noch ist die Entscheidung nicht gefallen, aber kein Deutscher zweifelt daran, daß sie endlich trotz aller Ränke und aller Anstrengungen der Gegner mit dem Sieg unserer gerechten Sache enden wird. Die Opfer, die der Kampf kostet, entsprechen seiner Größe. In alle Verhältnisse bringt der Krieg einen gewissen Wandel. Auch das Leben in unserem Verbände wird von ihm gewaltig beeinflußt. Der diesjährige K. C.-Tag fällt aus. Die aktiven Verbindungen existieren kaum mehr. Die Mitglieder der jungen Mannschaft wie die alten Herren sind pflichtmäßig, in fast ebenso großer Zahl aber freiwillig zu den Fahnen geeilt ooer weihen dem Vaterlande in anderer Weise ihre Kraft, wenn es ihnen nicht vergönnt ist, mitzukämpfen und mitzubluten für Deutschlands Ehre und Deutschlands Zukunft. — Der enge Freundschaftsverkehr unter den Kartellbrüdern erfährt zum Teil eine Unterbrechung. .Die große Zahl unserer Kämpfer macht es unmöglich, mit jedem Einzelnen, wie mancher es möchte, in ununterbrochener Fühlung zu bleiben. Im Hinblick auf den zu erwartenden Kriegsausbruch hatte darum der verdienstvolle Redakteur der K. C.-Blätter, Karl Löwenstein, an alleK.Cer, die an einem eventuellen Kriege als Kombattanten oder Nichtkombattanten teilnehmen würden, in einem besonderen, dem Augusthest der K. C.-Blätter beigefügten Ausruf die Aufforderung gerichtet: 1. Ihre genaue Kriegsadresse mitzuteilen, 2. Tunlichst oft Feldpostkarten und Briese an die Redaktion der K. C.-Blätter zu richten, in denen über das persönliche Befinden, das Befinden anderer Kartellbrüder, von denen die Schreiber etwas erfahren, sowie über Erlebnisse, Auszeichnungen rc. berichtet werden sollte. Leider ist die Augustnummer der K. C.-Blätter mit diesem Aufruf offensichtlich einem großen Teil unserer Verbandsbrüder nicht oder sehr verspätet zugestellt worden, obwohl die Versendung aufs äußerste beschleunigt worden ist. So kam es, daß nur sehr langsam ein Verzeichnis der Kriegsteilnehmer aus unseren Reihen zusammengestellt werden konnte, das auch heute noch auf Vollständigkeit keinen Anspruch macht. Nicht wenige K. C. er stehen im Felde, ohne daß es der Redaktion gelungen wäre, ihre Feldadreffen ausfindig zu machen. Die Ferienkommissionen unserer Verbindungen waren fast ausnahmslos zu den Fahnen geeilt, so daß die Mitwirkung der fatzungsmäßig vorgesehenen Instanzen der Verbindungsverwaltung bei der Zusammenstellung der Adressen entbehrt werden mußte. Auch die Alt-Herren-Berbands-Vorstände bestehen meist nur noch rudimentär. Dazu kam, daß unser Freund Karl Löwenstein, obwohl er 3 Wochen vor dem Kriegsausbruch als selb-und garnisondienstunfähig ausgemustert war, alsbald als Freiwilliger zu den Fahnen eilte und durch energisches Drängen es