KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 12 (1.9.1913)
- Date
- 1913-09-01
- Page
- Seite 246 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Vücher- und Vlätterschau. lHllH S. Kisselhoff, Das jüdische Volkslied. Berlin lJttdischer Perlag). Wie soll ich kurz dies Schriftchen kennzeichnen'? Ein Kompendin»»» möchte ich es nennen. Ich glaube nicht, daß das jüdische Volkslied irgendwo Gegenstand einer Era»»ie»»spr»if,»»»g ist. Wäre es der Falt, mans könnte auf den Gedanken konunen, die vorliegenden •22 Leiten als kurzes Repetitorium zu ernpfelilen. Rach Anlage, Disposition,der Form der D»»vchsührn»»g scheinen sie die ivesentlichen Ergebnisse der ivissenschnftlichen Sivssbrha»»dlung ans diesen, Gebiet kurz znsattttnenzttsassen. Ader und denn hier die nötigen Vorarbeiten schon erfolgt'? Der Verfasser hebt selbst ls. S. 20 f.) hervor, daß zur „Erforschung ldeS jüdischen Volksliedes) bisher nur sehr wenig geschehe,»". Also unter den erwähnten Gesichtspunkt gestellt, ist auch die vorliegende Arbeit nicht viel mehr als ein „kleiner Versuch" ls. <£>.21'. Und sollte die Absicht deS Autors gewesen sein, wie eS ja wohl zutrifft, dem gebildete», Vnien des Westens Einblick hi die reiche Literatur des jüdischen Volksliedes zu geben, sie ihn, ivenn möglich nahe zu bringen, so hätte ich eine ,veit reichhaltigere Auswahl solcher wieder, im ^nsantmenyang meinetwegen mit den sonstigen Erörterungen der Schrift, für zweckentsprechend gehalten. Die Lieder in vollendeter dichterischer Übertragung sollen selbst für sich spreche»» und unser Herz geivinnen! Arnold LazaruS, Fraukfllrt a. M., z.Z.Wildbad. Aus meiner Jugend. Autobiographie von M. LazarnS. d?i.»Mit Vorivort und Anhang. Herauögegeben von Vkahida Lazarus. Verlag von I. .Um»tf»»im»»i, Frankfurt n. M. Das Minb ist der Vater deS Mannes. Die Wahrheit dieses Letvesfchen Wortes »vird bei der Lektüre einer knappen Autobiographie des vor nunmehr 10 Jahren verstorbene,» jüdische»»Philosophen M. Lazar»»s ersichtlich, mit deren Herausgabe sich dessen Witlve u»»d ehernalige Schiilerin tim das Verständnis des großen Denkers »vahrliaft verdient gemacht hat. DaS Büchlein, von der Herausgeberin nach den» Diktat ihres Gatten niedergeschrieben, führt n»»S in das HeimathanS des Philosophen zuFilehne; wir sehen den »naben Moses - denn so und »licht Moritz nennt er sich zeitlebens in, engen Kreise aufwachsen, in der Cl>f)»»t deS echt jüdischen Fainilienlebens ,»nd sorgsam betreu» von weiblicher Fürsorge der Großmütter. Verschiedenartig siitd die Bevölkerungsteile,, mit »velchen der »nabe in Berührung kvuunt: Inden, Katholiken und Protestanleu wohnen in der Kleinstadt friedlich beisammen, ivenn auch scharf geschiede»» durch Abstauunung, Sprache und Religion. Die Grundlage des „Lernens" des jungen LazarnS bildet der Talmud, und in dem Labvrinth von alten und neuen Kommentaren lernt der Knabe sich bald sicher bewegen. Dienen ihn» doch der gelehrte Vater und andere nicht minder beivanderte Forscher als Führer. Was Wunder, »venn der zwölfjährige Knabe, vom juristisch geschulten Vater angeleiret, bereits schlvierige Tal,»i,tdstellen trefflich a»»S legt und auch in der Redekunst wvhlgeübt ist. Aber auch die praktische Seite des Lebens wird nicht vernachlässigt, und der Knabe erhält Einblick in die verschiedensten Kunstgrisfe des Handwerks. Doch die neue 'fest pocht gebieterisch auch an die Pforten der kleinen Proviuzstadt: Den Jüngling, der bisher die latei»»ischen und griechischen Klassiker nur in hebräischer Uebersetzung kam»te, drängt es mächtig nach geordneter, humanistischer Bildung. Und so geschieht das Seltsame: In» Rornialalter eines heutigen Studenten besitzt der junge LazarnS Selbstüberivindung gen»»g, uni, da ih»i der kurz anögeübte Beruf des KanfmanneS nicht befriedigt', sich zu entschließen, die Bänke der Obersekunda eines Gymnasiums zn drücken. Doch stark ist sein Streben, heiß seine Lernbegier: Trop jätnmerlicher Wohnung und kärglicher Nahrung bc- »vältigt der I»iugli»»g den Rest des Gymnasiums in 1'/, Jahren, und begleitet von den »värmsten Segenswünschen seiner Lehrer bezieh» der junge RabbiuatSkaudidat als Studeu» der Theologie die Universität. Rach ernsthaften theologischen Studien regen sich jedoch i»»^ihm die Zweifel, ob das Studinm der ltzoretsgelahrtheit ihn» bei seiner Bildung des Geistes und Gemütes die ersehnte Befriedigung bringen »verde, und so vollzieht sich in ihm allmählich die Umwandlung zu dem, als »vaS »vir Moses LazarnS kennen: zum großen Philosophen. Mit diese»»» Unlschivnng endet das anziehende Buch, so daß eö eine Ergänzung und Ueberleitung zn den „Lebenserini»er>l»ige»l" des Philosophen bildet. Selbst allen denen, welche vo»i den» 'Verfasser der „Ethik des Judentums" nicht mehr als den bloßen Namen kennen, »vird das klei»»e Werk ein Denkmal jüdischen Familienlebens, jüdischer Gelehrsamkeit und jüdischen Streben» sein. Den Verehrern deS Verblichenen »vird es mehr geben! l)r. B. Bar,»ch lNH), Neuwied. A.D.B.-Zeitschrift. sO. Jahrgang, Nr.!», Ü u. 7.) Persönlichkeit und Gemeinschaft. — Die Er- »vachnng de» National- und Staatsgefühls bei den Gebildeten Preußens. — Von, .‘SO. Bundestage des A D. B. - Richard Wagner als Student. — Die studentischen Verbände und ihre Ent»vickl,»ng. - Bon dentschnativnaler An. »Der Artikel besieht in einer kritiklosen Wiedergabe des Inhalts einer Propagandaschrift desD.H.B., deren Behauptungen als bare Münze »viedergegeben »verden. Befonders bemerkenöivert ist hierbei noch, daß der Verfasser den Antisemitismus des D. £j. B. mit Rücksicht auf „die anderen Verhältnisse, in denen der Verein lebt," für berechtigt erklärt. Die Aufnah»ne eines derartigen Artikels in die A. D. B.-Zeitschrift »virst ein eige>»anigeö Licht auf die Art, »vie der A. D. B. den Ka»»»pf gege», den Antisemitismus auffaßt.» — Gott u,»d »vir. — B,»rschensck,ast und Freistudentenschaft. — DaS Rätsel der Materie. — Einige Beurteil,»»»gen n»»seres neuen Handbuches. — '»{uw Austritt der Avaria-München. Freiheit utib Gleichheit. Kurze Lebensbeschreibung des pensionierten evangelischen Schullehrers Abraham Engel z», Wackernl»ei»n. — Mäßigkeit und Enthaltsamkeit. - So kling» ans Glas! «Gedicht). - Stärke der Burschenschaften des A. D. B. «Der A. D. B. zählte am 17». Juli 1010 8*4 Aktive und Inaktive »utb 0H4 Alte Herren und Ehrenmitglieder.) Deutsche Korpszeitung <00. Jahrgang, Heft 0—H>. Ein Meisterwerk korpdstudentischer Geschichtsschreibung. — Das Uebereinkominer» der vier alten schlagenden Verbände. — Fechten, Sport und Turnen. «Der Artikel wendet sich gegen die Einführung von Turnen und Sport in den Korpö.» Ein Vorschlag zur endgültigen Regelung der Alterofragen innerhalb des Kösener S. E. — Vor hundert Jahren. — Ueber einen Entwurf zu einem neuen Studentengesetze für Preußen. — Weihe des BiSmarckturms in Bromberg. — Vor hundert Jahren. — Studentenkunst. —