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KC-Blätter · 1913-06-01 · Heft 9 (1.6.1913) · p. Seite 199

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 9 (1.6.1913)
Date
1913-06-01
Page
Seite 199 (sequence 19)
Language
German
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199 Diese Resolutionen sind den Pfingsttagnnge»» der vier Verbünde zur Beschlufesassung vorgelegt wurde»». Gesten Ende des SointnersemesterS soll eine dritte Konferenz dein llebereinkommen eine endgültige Fassunst steben. Bei der Besprechung der Elnigungübestrelntngen in unserer Zeitschrift hatten »vir auf die Schivieristkeiten hinge»viesen, die a»»S den» Sondervorstehen der vier Verbände erlvachsen könnten. Diese Bedenke»» sucht solstende Zuschrift aus st»lde»itischen Kreiser» MarburstS, die in Nr. .'>84 der .kölnischen Zeitung veröffentlicht rvird, z,i zerstreuen: „Zn Wr. »vnrde die Einigung der schlaste»»den Korporationen a»» den deutschen Universitäten besprochen. Der Z»lsamlllenschlnfe der EorpS, Burschenschaster», Landsmannschaften und T ur»»erschasten n»»f den Universitäten, deren Verbände zttsanunen fast lAX) Korporationen nulsassen, steht, »vie dort a»«Sstesiihrt ist, von der Nvtrvendistkeit der Beküinpfnnst der Realinjurien a»»S. Der Grundstedanke, den stttten Ton im studentischen Zusammenleben zu »vahren, hat leider nicht verinocht, alle Zlveifel an den st»»ten Absichten der beteilistter» Verbände z» zerstreuen. L7bschon die Marb»»rger Turnerschaft Philippina, von der die Anreguilg zu dem Zusammenschlnfe auSgegangen ist, stets betont hat, dafe sie in» enstern Rahinen die Bestrebungen des Nürnberger HvchschnltageS »vieder ausnählne, die eine gänzliche Bescilistnnst der Verrüfe bezweckter», sind Bedenken, vor alle»»» anS den Reihen der Berbä»»de mit den» Prinzip der »lllbedinstien Satisfaktion, die nicht »vie die vier obenerivähnten Verbä»»de die Bestin»»»ln»»stv»»iensl»r pflegen, lant gervorde»». Ja, man ist so »veit gegansten, de»» vier Verbünde»» vorznrverfen, der geplante Zusammenschlnfe, der übrigens durch die grundsätzliche Zustinl»ntll»g der inzivischen abgehaltenen BerbandStage gesichert ist, bezivecke nur ei»»e Trirannisiernng der übrigen L t ude n»enscha st. Angesichts der entgegeiikonilnende»» Haltung, die die Korporationen der vier Verbünde, z. B. in Berlin, Bküilchen, Göttingen u»»d Marburg, gegenüber den andern B.'»'bänden u»»d Verbindungen mit dem Prirrzip der unbedingten Satisfaktion einnehmen, ist es zu bedauern, das; solche Vorivttrfe überhaupt laut »verden körrrren. Zede»', der irr» studentischen Leben steht oder gestanden hat, »weife, »vie schiver es ist, die einzelnen Gruppen der Stttdente»»schaft einander näherzubringen. Gelvife Hütten die Resormideer» die »wirksamste Forn» ihrer Verrvirklichung gefunden, »ve»»n alle beteiligten Korporationen mit dem Prinzip der unbedingten Satisfaktion in d«OZweckverbnnd hineingezoger» »worden »wären, aber ein solches Ideal lüfet sich nicht gleich bei»»» ersten Schritt verivirklichen. Allssicht a»»f Erfolg mufeten die Vorschläge habe»», »nit de»»en die T»»r»»erschaft Philippina mt »weitere Kreise heran trat, und ans diese»»» Gr»»nde »war eine Beschränkung a»»f die vier grofeen schlage,»den Verbände, die sich d»»rch das Prinzip der Couleur, »»»»bedingten Satisfaktion und Bestimm»»,»gs- »nenfur nahestehen, unbedingt erforderlich. -licht eininal die Verbände an den technischen »n»d andern Hochschulen »wurden zunächst hinzugezogen, u»n das Werk nicht zu gefährden, »»»»d doch find sich die, die beute an den» Znsan»»nenschlnfe der vier Verbände arbeiten, darüber klar, dafe die erste Etapve erst erreicht ist, »weuit den» ttebereinkommen auch die Verbände an den übrigen Hochschulen, die »nit den vier genannten Verbänden ans demselben Boden stehe»», angeschlvflen sind. Den Gedanken der Bekäinpftlng der Realinjurien und der Beseitigung der Verrüfe »vollen die vier Verbände in die gesamte der»tsche Studenteltschaft hi»»eintragen. ES »wäre zu »wünschen, dafe unter Führung deS Lokalkartells, das auf allen Universitäten von den Korporationen der vier Verbände ins Leben gerufen »verden soll, überall Uebereinkoinmen z»vischen allen Verbindungen, die unbedingte Satisfaktion geben, getroffen würden, welche die Bekäntpfnng 4»er Realinjurie»» zum Ziel haben, ist doch schon 1JM1 das Marburger Ueberel»ikv»nn»en nicht nur von den Marb»»rger Korporationen der vier Verbände, sondern von allen Verbindungen nnterschriebcn, die sich zum Prinzip der unbedingten Satisfaktivi» bekennen. Zu begrüfeen »wäre es a»»fs freudigste, »wenn ein solches Nebereinkvlnrnen heute schon für alle Universitäten verallgemeinert »werden könnte, doch leider liegt dieses Ideal »roch in »weitem Felde; nur allmählich kann der Gedanke Ei»»gang finde»», dafe Realinjurien u»»d Verbalinjurie»», die 8en Bvrivnrf der Feigheit oder einer ehrlosen Handlung enthalten, eines honorigen Studenten »»»»»würdig sind. Die schivarzen Korporationen, die, »vie die vier Verbände, den Grundsatz der »»»»bedingten Satisfaktion a»»erkel»nen »mb die Ziele der Qlladrupel-Attianz »würdige»», mögen sich, »wie es ihre .Korporationen in Göttingen getan haben, ihrerseits zu eine»»» Zweckverbarrd zusarnmenschliefeen,- die Anerkennung von seiten der vier Verbände »wird ihnen von den Verbände»» ebensoivenig »wie in Güttingen versagt »werden. Selbstverständlich m»lfe einmal das Ziel erreicht »werde»», dafe alle studentischen Korporationen ihre Waffen gegenseitig anerkennen, wie es übrigens in Berlin durch den Pal»kko»n»»»ent für Grofe-Berlin, der» fast IG) Verbindungen unterzeichnet haben, schon in» vorigen Jahre geschehen ist. Glicht also Ueberhebung, sonder»» nur das stolze Belvnfetsein auf die Traditio»», nicht das Streben nach U,iterdr»'ilk»»ng, sondern lediglich das Be- »nühen, den gute»» Ton in der deutsche»» Studente»»schast zu »wahren, haben den Zweckverband ins Leben ger»»fen. Es »wäre zu begrüfeen, »wenn die noch im Sommer zusammentretende dritte Koi»ferenz der vier schlagenden Verbände, die der»» Uebereinkoinmen eine endgültige Fnssnng nach der »»»»»»»»»ehr erfolgten Stellungnahme der Verbandstage zu de»» bisher vorliegenden Entfchlieferrngen geben soll, den Vereinbarungen ein Geleit - »vvrt vvransschilkte, das den Z,werk des Zusammenschlusses unzrveiderltig zum Ausdruck bringt." Wenn diese Auslassungen »wirklich die Anscha»,»»ngen der vier grofeen Verbände »viedergeben und »wenn tatsächlich die Absicht besteht, bei der Gründling von Lokalkartellen alle schlagenden Korporationen prinzipiell als gleichberechtigte Faktoren hinzuznziehei», dar»»» besteht die Hoffnung, dafe die hohen Ziele, die sich die Verbünde gesetzt haben, auch »wirklich erreicht »werden. Ge»vife ist m» den Beschlüssen noch manches verbesserungsfähig, insbesondere müfete zu den Verbalinjurien, die den Realinjurien gleichgesetzt sind (Androhnng von Realinjurien, Bor»v»»rf der Feigheit oder einer ehrlosen Handlnng) noch der Borrvurf der SatiSfaktionS- Unfähigkeit hinzutreten. Denn »wer der Aiidrohung gegenüber, keine Satisfaktion zu erhalten, sich einer Realinj»»rie bedient, handelt ziveifellos in Rotwehr. Aber im allgemeinen dürften die Vorschläge eine geeignete Grundlage z»» einer d»»rchgreise»»den Berbeffer»»ng der recht verfahrenen Waffenverhältniffe an den deutschen Hochschule»» sein. Wollen die vier Verbände in loyaler Weise mit den übrigen Korporationen znfarnrnenarbeiten, da»»»» besteht kein Gr»r»»d, die Mitarbeit zu versagen. Karl Löivenstei»». Berlin. Ende J»»»»i oder Anfang Juli »wird die Einiveihung deS neuen Berliner HochschulspielplaveS stattfinde»», bei »velcher Gelegenheit der „Berliner Akademische T»»rn- und Spvrt-A»,sschufe" ein grofeeS Turn- und Sportfest abhalten rvird, an dem sich beteiligen: die 7 Trrrnerschaften des B. (£., die ft Turnvereine des A. TB., die 8 Burschenschaften des R.B.D.B., die 3 Akade»»»ischen Sportbundkorporationen, das Corps ,Araneonia" und der Turnverein der Kaiser-WilhelmS- Akademie, dke Freien Studente»»schaften aller Berliner Hochschttlen. Der Kaiser hat sein Erscheinen zugesagt.

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