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KC-Blätter · 1913-05-01 · Heft 8 (1.5.1913) · p. Seite 178

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 8 (1.5.1913)
Date
1913-05-01
Page
Seite 178 (sequence 14)
Language
German
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178 die n»»verhältniSmätzig kleine Anzahl katholischer Studentinnen ans. De»t»t »nährend in Deutschland etwa eir» Drittel der Gesamtbevölkerung Katholiken si»»d, ist der Proze»ttsatz katholischer Studentinnen nur 17,tt. Ratürlich verteilt sich die Zahl der Studentinnen der Grütze der Uiliversitäten entsprechend, doch flehen die Hauptstädte Paris und Berlin über das normale Verhältnis iveit hinalts. ES reihen sich an in Frankreich: Grenoble. V»io»»,Ville,Bordea»tr,To»ilo»rse,MonlpeUier,Na»>e»»»is»v.: in De»»tschland: Bo»n», München Heidelberg us»v. Dächer- und Dlätterschau. Wilhelm tt. 25 Jahre Kaiser und König. Bon Pa»»l Meitthold. Verlag von Ernst Hof,»»am» <& Ev. Berlin W. iß. (Geheftet Mk. 4. -, flebnndell Mk. Unter diese,»» Titel erschien vor kurzem ein B»rch, desse»» Verfasser es sich zur Aufgabe gesetzt hat, das Wesen und die Art unseres Herrschers unser»« Verständnisse naher zu bringen. In recht geschickter Weise die rnannigsachen Eilldriicke und Anregungen des Vaterhauses, dec Jugendzeit, Deutschlands glorreicher Waffentäte»» der siebziger Jahre »tud alle der vielen Ereignisse der Folgezeit ztlsanuuel»fassend, verflicht es der Verfasser. gleichsam lvie im 4lrennpnnkt eines Hohlspiegels die Luinmatiou der gesanltet» Strahlenivirkung zutage tritt, das Vebeusbild des Kaisers, »vie es sich unter Einlvirkung aller dieser persönlichen n»»d geschichtlichen Momente gestalten mutzte, in prägnanten »mb charakteristischen Zügen vorzl,zeichnen. An »md fiir sich bin ich keilt Freund dieser „VebenSbilder" voll Persoulichkeiten, die noch mitten unter uns iveile», deren Wesen uub Art der Geschichtschreiber selbst ganz »»»»»viUkiirlich meistens unter den» oft etlvas schiefen Gesi»htsn>iukel persönlichster Empfindung uub A»»scha»»»»ng darstelle», ,nntz. Und gerade bei einer so eigenartigen Herrschernatnr, deren Eharakterbild ja nantenilicil in de,l letzten Jahren „von der Parteien Gunst uub Hatz" entstellt, nur zu sehr verschiedener uub leider vielleicht nicht immer gerechter Beurteilung An iatz gegeben hat. Daher war es mir nm so erfreulicher, hier eine»» Schriststetter zu begegnen, der es versucht hat uub — um dies gleich vorweg zn nehntett — mit erfreulicher Objektivität versircht hat, das Wesen und Tun u»»sereS Herrschers unsernl Verständnis näher zu bringe»!, llub ohite das „tont eompremlre c’est tont paräoniiv^' hier als Leitmotiv ausstellen zu »vollen, ist es dem Verfasser gelungen, iil einer Reihe von Kapiteln — von der frühesten Fugend bis in »mfere letzten Tage — die einzelnen Momente treffend herausznschüleu, die eine Persönlichkeit mit so ausgesprochener Individualität »vie unser»» Kaiser, notwendig in die vort ihm beschriltette Bahnen eintreten und in diesen fortschreiten Netzen. Dabei hält sich das Buch, was in unsere»» Tagen besonders erfreulich z>» begrüben ist, frei von allen» buzantinischen Geschivätz uub ist in freier deutscher Ueberzetlgllng geschrieben — alles in allen» ein Buch, das nicht nur »»nferer reiferen Jugend eine erfre»»liche Lektüre bietet, sondern auch den» Pstichologen manchen »ntereffanten Ausblick z»» geben vermag. k)r. Ga»tS. Die neue Religion. Ein Münchener Knlturrouian aus der Gegenivart von Vev Benario. (Pittnchen 1ttl2. Verlag von Ernst Reinhardt.) WellanschannngSron,a»»e haben nur da»»»» eine künstlerische Berechtigung, »venu sich die Konflikte, ans »velcher» sich die Handlung n»»sba»»t, seien sie psyrholvgischer oder antzerlicher Natur, mit Notwendigkeit anS den» behandelten Problem ergeben. Hat sich der Verfasser d»e Ausgabe gestellt, »voran er nach de»»» etivcrs anspruchsvollen Titel »»nd de»»» Inhalt »vohl keinen Zweifel läßt, die sich um die Verbreitung der »nvnistischen Weltanschanntig abspielenden Kämpfe in der» dichterischen Rahnien eines Rv»,,ans zu schildern, daim häneu eben diese Kämpfe den drainalischen Knoten binden-und lösen müssen. Dies hat Benario aber »licht eininal verflicht. De,l Kern der Ha»»dlung bildet eine ganz simple Liebesgeschichte. Hilde Bendheim, die intelligente, bildnngsdurstige und schöne Tochter eines reichen I»»de» ans de»»» Rheinland, kv»nmt »»»»«h München, um Philosophie zu studiere»». Sie lern» l . Gleis;,,er, den begeisterten Führer des M-mistenbundes der banerischen Hauptstadt kennen, wird vv»» il>>» in die mvnistische Voljrc eingeioeiht und liebt ihn, den verheirateten Mann, mit der ganzen Glut ihrer unerfahrenen Seele. Um den Ehebruch zu verhüten, geht sie in den Tod. Was ha» dies alles mit der „nenen Religio»»" zu tun. Wäre Vh Gleitzner zufällig Buddhist »»nd hätte es sich zur Lebensaufgabe gestellt, den Buddhismus zu verbreiten, dan»t hätte der Roman, oh»,e datz die Handlung sich wesentlich anders zu gestalte»» brauchte, mit demselben Recht „die alte Religion" betitelt rverden können. Fehlt also die künstlerische Notwendigkeit bei de»»» Aufbnll der Handlung und enttäufcht so der JCbertitcI des Buches, daun bietet jedeusalls die Darstellung deinjeniger» reichen Ersatz, der nn Ha»»d des Untertitels Mümhener Knltnrschildeurngen erwartet. Ter Verfasser ist als Rechtsanwalt in München »cud zugleich als vorzüglicher Beobachter mit liebevollem Auge tief in die Eigentümlichkeiten des bucctecc Gebens der süddeutschen Hn»lplstadt eingedrnnge». Mit dieser Sachknrrde verbiudet er ei»» nicht gewöhnliches Erzählertalent, einen feine», und verzeihende» Humor so,vie cttic l»irische Begabung, die die Vekläre seiner Ratnrbeschreibungen zu einem seltenen Geccutz werden lntzt. Er führt uns mit sicherer Hand durch alle die Stätte,», deren Gesanubild das Münchener Veben für den Norddeutschen so reizvoll »nacht. Bierkeller, Bolksversamml»rng, die für München so typische Freindenpension, die vielgeliebte und vielverspottete ^chivabinger Bohe»ne, die alma inater nnd ihre Jünger, das horhgeprieseue Isartal und der elegische Waldsriedhof, alles »ft »»,it dichterischem Auge geseher». Und die vielen, lieben Münchener Tlipen. Der Vodeufremde, der das Bürgerbrün im Solnmer gepachtet hat, datz kann» Platz bleibt für die Statt,,ngäste, die '-Btlrscheunhaften, die katholische »»nd die jüdische Verbindung. ,,-Be» dieser merkte »um» eigentlich wenigen die Abstaniucnug an." Sollen die Viertle», dieserhalb gelobt oder getadelt »verden? Alles in allen», ein liebe,»Sivürdiges Buch, das jeden» Freund der guten Stadt München ehrlichen Geuutz bereite»» »vird. l)r. Fulius Lötvenstein. Wie benützt man die Universitätsbibliothek? Ein Weg- »veifer für Studiere,»de von l)r. Hans Füchf.l, Bibliothekar an der Universitäts-Bibliothek in - Güttingen. Ernst Wiegand, Verlagsbuchhandlung, Leipzig Itzltt. Preis »tt Pfg. (40 S.) Heute steht feine Uttiversitätsbibliothek mehr fo offen, datz jeder St»lder»t einfach an die Sainmlungen herantrete»» uub sich selbst an Ort und Stelle die gewünschten Bücher heraussllchen könnte. Wer ein Buch erhalten »mit.

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