KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 4 (1.1.1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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99 seien beide Dramen, schon um ihres geschichtlichen Inhalts wegen, allen K.(Lern warn» empfohlen. E.H. Der Raffenadel der Juden. (Der Schlüssel zur Indenfrage.) Bon Alexander Schüler. Jüdischer Bering, Berlin 11)12. 5N Seiten. Preis Mk. 0.80. Die vorliegende Schrift stellt einen Auszug n»»s dem vor zivei Satiren erschienene»» Werk vo»» l»r. Zollffhan, „Das Rassenproblem", dar und zeigt zivar die Borzüge aber in verstärkten» Maße auch alle Schivächen des HauptiverlVv auf die »vir bereits in dem Referat im Okloberheft 1910 biulviesendenn ans dem engen Raum treten die zahlreichen Widersprüche krasser »md nnver»ninelter hervor. Wie in den» Originaliverk, so ist auch liier die erste Hälfte der Schrift von der ziveiten grundverschieden. Den ersten Teil bilde» eine recht »vertvolle Polemik gegen die Raffenthevrie»», insbesondere gegen die Germanenlhevne, die in der naivsten Anmaßung alle Bultnrerrnngenschnsten, die bei irgend einem, »ve»»n auch noch so entsern» »vohnenden Bolke hervorgebrncht »vnrden, ans germanischen Einst,»ff znriilksüyren »vill. In diesem Teil, den Zollschan hauptsächlich dein vorzügliche»» Werk von Friedrich Herb über „Moderne Rasse»,- theorien" entlehnt hat, legt Zollschan »md nach ihn» Schüler in »iberzengender Weise die Schivächen der Rasse,»theorien dar. Ec zeigt, das» keines der phi)sischen Rasseumerkmale irgend einer unserer europäischen lilulturrnssen allein z»»kä,ne, also a»»ch keines zur Rassennnterscheidung brauchbar sei, »vodurch natürlich jeder Rassenlhevrie der Boden entzogen »vird. Man traut aber seine»» A,»gen kau»n, »venn dann in» ziveire»» Teil des Heftes trab aller im erste»» Teil nngesührten schonen Gegeugriiude eine regelrechte Rassen- »heorie a»»sges»ellt »vird, die »vie ein Ci dem andern der gerade erst totgeschlagenen Ger»l»n»»e»»theorie gleicht, n»»r mit dein Unterschied, dah an Stelle der Germano- »nanie eine I»»donianie tritt. Unser jüdischer Chamberlain stell» an die Spitze seiner Lehre das Dogma von der alleinseligmachenden „Rassenreillheit" (Seite 24 ff.). Natürlich ist die jüdische Rasse (die der andere Chamberlain als eine gänzlich verderbte Mischrasse hinstellt) bei Zollschan Schüler das »»»pischste Beispiel einer „reinen Edelrasse". Nach den» Borbild Cyaniberlains führt er alle bedeutenden Knltnrleistnngen unserer modernen Bnltnr, zivar nicht »vie dieser ans die Gertuanen, aber mit demselben Chauvinismus airf die Inden zurück. In» krassen Gegensatz zu dieser glä'»»zende»l und optimistischen Beurteilung der jüdischen Rnsseneige»»schaften steht die pessimistische Anssassung über die Zukunft der Juden. In teildenziöser Weise »vird der AtiflösungSprozes; der jüdischen Rasse in den schivärzesten Farben a»»Sge»nalt, um dann als lebte Rettung vor dem nationalen Untergang die zionistischen Bestreblnige»» anzupreisen. Mehr noch als durch diese Widersprüche »vird aber der Wert der Schrift d»»rch ihre chanvinistische Tendenz beeinträchtigt. Jur Erhaltung des Indelltums und zur Erzielung eines gesunden Selbstbeivuspseins bedarf eS »vahrlich solcher Rassentheorien nicht. Wo findet ei»»e in derartigen Ideen erzogeneJugend ihren Halt, »venn die Grund lagen der Niassenthevrien durch »msere »vissenschaftlichen Forschungen »viderlegt »verden? Das ist keine müßige Frage? Denn gerade vor »venigen Woche»» ist von einem der bedeutendsten jüdischen Anthropologen, ]>r. Maurice Fishberg, in einem vorzügliche»» Werk: „Die Rasseni„erk»»»ale der Inden" (Berlag von Ernst Reinhardt, München 15)18, Preis br. Rtk. B.—) auf Grund eines Materials, »vie es in dieser Reichhaltigkeit noch nie z»»sa»nrnengetragen »vorden ist, daS Rtärchen von der Raffenreinheit der Inden in der gründlichsten Weise zerstört »vorden. Jüdischer Chauvinismus ist ge»»a»r so schädlich, ge»»au so zu tadeln, »vie jeder andere. Ich »vill mit den Worten unseres bekannten VolkserzieherS Fr. W. Foerfter schließe»: „Wahrlich, die Verherrlichung einzekner Raffen als alleinige >k»»lt»»rträger ist nur ei»» Zeichen des Mangels a», tieferer seelischer Bildung in unserer Zeit: sonst »vürde man bescheidener sein, mürbe lebhafter die Einseitigkeit seiner natürlichen Ausstattung empfiltden und von selbst nach Ergänzung durch sre»»»de Art drängen. Sind nicht die ganz großen Menschen aller Böller eben deshalb von so unvergänglicher bildender Uraft, »veil il» ihnen lrost aller nationalen Eigenart doch die nationale Einseitigkvit überivunden ist. so dah sie Befreier und Erzieher für alle Rassen »verden und und a»»S beschränkten» Dünkel zur Menschlichkeit emporleiten?" .tt. 1'. A. v. ».-Zeitschrift (K Iahrg. Nr. 11.) Morib von Egid»i als Burschenschafter. — Glauben »nid Wissen - Ein Tag fit der O denivaldschule. — Carbis Ä^a») u»»d Ti»,taget (Schluff). Akademische Monatrhefte. (29. Iahrg. k. Heft.) Order» n»»d Landümanttschaflen in Tübi»»gen. — Marburger Erinneriltiger» lH4»l»/70 t Fortsetzung).— Die Studentenkeilerei in Innsbrink in der Nacht vom 4. auf 5. November. - Die strafrechtliche Behandlung des Duells. Deutsche Hochschule. (8. Iahrg. Heft 2 und 8.) Ludwig Jahns Stellung zu den modernen Tagessragen. - Ehrenkvder ('Bücherbesprechung). — Alte und neue Aufgaben der 'Schutzvereine «Behandelt Bestrebungen zur Erhaltung des Dentschtums in Oesterreich). - Akadeniische Fiuanzioissenschaft (Aus einer.>tneipzeit»»ng). — Die Haar «md Barttracht der Stttdenten (E»»»e knlturhistvrisrtie Studie). V,»d»vig Uhland. — Das Fest der „Fidelitas". — Die Haar- »»nd Barttracht der Studenten (Schluß). Neuphilologische vlätter. (20. Iahrg. Heft 2.)j Gerhart Hanptmann (Zu seinem 50. (Geburtstage). — Vovb Hnldanes Buch über „Universitäten »»nd nationales Leben". — 15. Allgemeiner Dcrttscher Ne»»philologentag. Akademische vlätter. (27. Iahrg. Heft Nr. l4.) Geschäftliche Unteri»ehmnngen der «>!en»eindever»valtungeu. Wesen und Geschichte der nationalen Schul- und Schutzvereine (Der Aubatz befaßt sich hauptsächlich mit den» vorzüglich geleiteten „Wiener De»»tsche»l Sch»»lverein". Der Berjasser scheint es zu billige»», daß von antisemitischer Seite diese»»» wahrhaft nationalen Werk Schtvierigkeiten in den Weg gelegt »verden. Er ist ein typisches Beispiel dafür, »vie die Antise»nilen — gena»» »vie sie es in der deutschen Ostmark tun — durch krassen ParteiegoiSrnus verleitet, gerade in de»» bedrängtesten delltscheu Gebieten stets dem Deutschtum in den Rücke»» fallen und ih»n den schiversten Schaden zufügen). — Ans der Literatur z»»r vrienialischen Frage. Schluß der Nedaktton für Nr. 5. Für studentische Nachrichten . . 20. Januar ISIS Für den Anzeigenteil.25. Januar 1913 Aufsätze allgemeinen Inhalts »verden jederzeit entgegeugeno»»»»nen und kommen rnöglichst in der nächsten Runnner zum Abdruck.