KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 2 (1.11.1912)
- Date
- 1912-11-01
- Page
- Seite 48 (sequence 20)
- Language
- German
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und trtiim, das; er den begehrten Einlas; gefunden, dtirchziehk er die weiten Hallen, die einstmals' der Hart van aufrichtiger unb duldsamer (Besinnung waren, in raschenr Siegesläufe. Vtaum ein Stndentenverband entschließt sich, nach Juden ansznnehmen. Ueberall stäszt mau sie zurück und sagar die Bursclienschasten, einst die Träger der liberalsten Ideen, halten die jüdischen Kommilitonen als „'.Uichtdetitsche" für unfähig, ihr schwarz-rot-goldenes Band zu tragen. lind so findet sich am Abend des 2.'!. Oltaber ISSü eine Haudvall jllnger, selbstbewußter jiidischer Stndentell i>t einer Ecke des altehrnüirdigen Schweidniher Kellers zlt Breslau zusammen. Erbitterung, fast Berbitternug. beherrscht ihr Herz über die ungeheure Schmach. ihren christlichen Kammililanen utd)t gleichivertig. akadetnische Bürger zuzeiten Banges zit sein. Ihr Deutschtum spricht man ihnen ab. Sie wissen, daß ihre entferntesten Ahnen schau in Dcmtschland gelebt, daß sie nicht minder als ihre Widersacher Wahl und Wehe des Vaterlandes ertragen, daß sie in gleicher Weise deutsche Kultur iu sich ausgenommen haben. Sie wissen aber auch, daß sie nicht nur gute Deutsche, sondern auch gute deutsche Studenten sind, daß sie in studentischen Tugenden ihren Eeguern nichts nachgeben. Und zmn Wahrzeichen dieses ihres Deutsch - tum* schmücken die Biadrinen ihre Brust mit den alten scknvarz-rat-galdnen Burschenfarben. Eine unerhörte Kühnheit! Herunter mit dem Bande van der Brnst, der Mütze vain Haupte des Illdelt! Aber mit kräftiger Hand geführt, weis; sich der Biadrinensübel bei den (Gegnern Achtllng zu verschossen, Zn spät sieht man ein, das; mit (Gewalt »nchts unsznrichten; und dennach, man darf nicht zugeben, daß Inden die Burschenfarben tragen; cs mnß ein Mittel gefunden werden, die unschädlich zu machen, ivelche dieantisemitische^lfteriveisheit van jüdischer Schlappheit und Minderwertigkeit zunichte, getüncht haben. Und es fand sich ein Mittel. Es war ein ganz vortreffliches Mittel, nur die Biadrina zu vernichten, ein herrlicher Plan, ein beispielloser Erfolg? Errungen allerdings durch Beschmnßnng der slndeulischen Ehre, durch das Mittel gemeinster Deunuziativn. Die Mittel, deren sich einst die Reaktion zur Auflösung der Bnrschellschaftelc bediente, die wandten jeht Stlldenten an. Das hatte der Arm des antisemitischen Studenteil nictjt vermacht. Sa nimmt durch Hinterlist und Tücke die Biadrina ein frühes Ende, und das schwnrz-rotgoldne Band dürfen ihre ttiocu nicht mehr tragen. Hub sind auch die Tuge alter Biadrinen Herrlichkeit vergangen: ivir K. E.er werden nnd wallen sie nicht vergessen, solange in unsrer Brust das Verständnis für die Zuteil unsrer Breslauer Vorkämpfer nach lebt. Sa lange wird auch das alte Wahrzeichen des Kampfes nicht ans nuferem (Gedächtnis schwinden; das Wahrzeichen des Dentschtmns nnd der politischen und kulturellen Aufklärung, die Farben: Schwarz-Nat- Gold! NKaLrmische Nachrichten. Berki«. Die Kaiser Ül'i*(je(iu=b>cfeHfcfjaft beabsichtigt, ein Instilut für npovimeuteUe Therapie ,;n gründen, dessen Leitung voranssiihllich l"leh. Rat von Äbassermann übernehmen wird. AZonn. Die A'ativnal Flngspendesanlmtung der Bonner Ltndentenschnst ergab 29 t', Mart: die Korporationen brachten von dieser^Summe 2X92 Dir. ans. :»<>.'.<> Mt. gab ein akademischer Stammtisch. den Aest vvn 22,.'»«> Alk. sammelten die Aichtinkorporierten. -- Kalke. Hier hat sich ein Verein abstinenter Stndenten „Frenand" anfgetan, der als brrnndsätze Sittlichkeit, Abstinenz, arische-) Prinzip (!) angibt und den Mitgliedern die Stellungnahme zur Satisfaktion sreistellt. I-arben werden nicht getragen. -- Rlarünrg. Die studierenden Frauen haben erstmalig für das Wintersemester t!)t2/t2 zwei Sipe im Studeuteuausschns: erlangt. Ktratzvurg. Hier hat sich ein Wasfrnring gebildet, dem S.b . 2. B.. L.-C. und V.-(5. nngehvreil und der sich einen engeren Zusammenschluß zwecks Wahrung der Interessen der schlagenden Korporationen gegenüber den Bestrebungen der Vereine und Vichtinkorporierten besonders bezüglich Ausschnßangelegenheiten zlcm Ziele gesetzt hat. — Koesener K.-tz. Der Verband faßte den Beschluß, am 1. Juni 19 U$ in Aegensburg einen großen korpsstudentischen Kommers »ud in t»'r Befreiungshalle bei stehlheim eine Feier zur Erinnern»» an die Freiheitskriege abzuhalten, zu welchem Zwecke lu>»> Aiark bewilligt wurden. — Kamvrrrg. Die Bemühungen der Bürgerschaft, die hiesigen Anstalten für Borlesungswewn und das Kolonial' institnt zu einer Universität ansgebant zu sehen, schreiten rüstig fort. Es sind vvn Private» bisher IO Millionen zu dem Zwecke gestiftet worden, rer Hamburgische Senat hat die Angelegenheit in die Hand genommen und wird in .stürze eine Vorlage in der Bür»erschast machen. Von einer medizinischen Fakultät soll vorläufig Abstand genommen werden, da die Kosten für Errichtung zeitgemäger stliniken nnd medizinischer Institute doch zu hohe sein würden. — Kenn. Im Volkshnnse wurde eine „Sludcntenkunstausstellung" eröffnet, die besonder-' Drucksachen für studentische storporationen, Wappenknnd>- nnd Dekorationsartikel umfaßt: die Ausstellung ist von der studentischen Vcrtrcterschast organisiert tvvrden. Kilcnach. Ter Vertretcrtag des Verbandes der Technischen Hochschulen Deutschlands tagte in Eisenach in den Tagen vom 6. bis 9. Juni. Vornehmlich wurde die Ansläuderfrage behandelt und durch eine Resolution einstimmig verlangt, daß Ausländer den Rachweis eines das deutsche