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KC-Blätter · 1912-10-01 · Heft 1 (1.10.1912) · p. Seite 27

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 1 (1.10.1912)
Date
1912-10-01
Page
Seite 27 (sequence 27)
Language
German
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Häusern imb Kliniken — einer llntoerfitat bestehe in nichts Weiterem als einem Vliiölnut, der nur Verhältnisuläs'.in geri,»ge Opfer erfordern und der Stadt in materieller und ideeller Einsicht manche Barteile bringe»» »oird. Das Projekt einer Universitätsgrilildttttg hält der Verfasser - >lnd auch hierin lnird man ihm znstimmen können — zur bedeutender uls das, ans Bestandteilen der Dresdener .H»,giene-AliSsteIliing einNatioilalhljgiene-Mnsenm .zu gründen. Und weil dieses Projekt trab der^ Opferfrendigleit seines reichen Spenders bedeutend höhere Summen erfordert als jenes, glaubt der Verfasser, sich .zunächst für die Universitätsgriindnng entscheide», .zu sollen, und wendet sich deshalb gegen die Denksäirift, loelche der Vater und Förderer der Mnseumsidce versaht hat. Die Allgemeinheit und besonders die Leser dieses Blattes wird zunächst von beiden Projekten mir das der Universität interessieren. Bis jetzt ist hierzu von mastgebender Seite noch seine Stellung genommen worden, und wenn mau den langsamen lsiitunälungsgang der Universitätsfrage in dem fast ebenso grasten und reicheren Frankfurt a. M. bedenkt, »oird der St (?. m>d) ninnches Stlstungsfest feiern können, ehe er in Dresden seine „Albingin" aufmacht. S. I. Der Kampf der Parteien um die Äugend. Ein Erärterangsabend. Heransgegeben voll der deutschen Zentrale für Jugendfürsorge in Berlin. Verlag von Otto Liebinann, Berlin 1012. Preis 1.60 Mark. Wenn die Jugendbewegung in dem letzten Jahrzehnt einen so überraschenden Aiisschwniig genommen hat, so ist das wohl zum grössten Teile dem Wettbeiverb der politischen und kirchlichen Parteien zu verdanken, »velche in der Ingendbewegung das Btittel sahen, die künftige (Generation an ihre Fahnen zu fesseln. So erfreulich das Wachsen des Interesses an der Jugendpflege ist, so bedenklich sind die Folgen, wenn die Beioegung mehr und mehr ein Kampffeld wird, von dem ans sich (Gegensätze und Spaltungen ernstester Art in Weltanschauung und Parteipolitil unmittelbar auf die Jugend übertragen. Da ferner durch die Zerklüftung und Zersplitterung der modernen Jugendbewegung viele wertvolle Kräfte und Mittel vergeudet werden und durch den ungünstigen Einflnst des Parteikampfes auf die Jugend hohe sittliche Werte gefährdet erscheinen, hat die deutsche Zentrale für Jugendfürsorge über diese Fragen am Li. März einen Erörterungsabend veranstaltet, auf dem die führenden Persönlichkeiten der verschiedensten Dichtungen unter dem Vorsitz des Staatsministers Dr. v. Heutig über die erforderlichen Mastnahmen in (vedankennustaulch treten sollten. Die Neben dieser Versammlung sind in der oben erwähnten Schrift veröffentlicht wurden und geben eine äußerst interessante Uebersicht über das vielgestaltige und »veitverzweigte Problem, Nachdem der Bürgermeister von Neukölln Dr. Weinrich in einer historischen Darstellung der Jugendbewegung ,n geschickter Weise durch das Lnbhrint der verschiedenen Bestrebungen hindurchsührte, kamen in der so gut vorbereiteten Divknssion alle Richtungen zur (Geltung. Während Oberstudienrat '.Di. d. R. Kerschensteiner, Pfarrer Lic. Dr. Hollmann, der (Geschäftsführer des Verbandes der jüdischen Ingendvereine Dr. Finkel, Prof. Dr. Frhr. v. Soden, Oberlehrerin Trenge und Pastor Plast neutrale, parteilose Ingendvereine empfahlen, suchten Frl. Dr. Gertrud Bänmer. (Generaldirektor M. d. ist. Dr. Pieper. Präses des Vollsvereins für das katholische Deutschland und Pastor Ilgenstein den Vorteil einer parteipolitischen und, wenigstens die beiden letzteren, einer kirchlichen Beeinflussung der Jugendbewegung dar.zutun. Die Vertreter der sozialden,akratischen Iugendvereine, »velche die meisten Angrisfe er fuhren, Rechtsailwalr M. d. R. Dr. Frank u»»d Rechtsa»»»valt Dr. Kurt Rvsenfeld suchten nachzuiveisen, daß auch die neutralen Iugeudvereine mit nationalen Tendenzen in Wirklichkeit nicht parteilos sein könnten. War bei der Vielgestaltigkeit der Anschmumgen. die hier zum Ausdruck gelangten, von vornherein die Einigung ans ein bestimmtes Fiel nnsgeschlvssen, so haben doch die auf einem sehr hohen Niveau stehenden Verhandlungen eine gewisse Klärung der Fragen gebracht. Die Lektüre der hochinteressanten Schrift kann allgemein empfohlen »verden. Karl Lötoensteiu. Aachen. Das keimrnde Leven. — Aus dem Nachlaß eines jungen jüdischen Reiütsanwaltes betitelt »ich ein kleines Buch, das von drm bck'.unten Sckrift» stillcr Herbert Enlenberg derausgeg.be« wird. In »nnnnigfacher.Hinsicht bietet cs »vcrtvalle .'>! regiittg. AnS dem Ganzen bebt »ich die F'gnr des Rechl ainvaltes als cinenberans idealistischverai'lagte Persönlichkeit heraus.welche an der barten Wirklichkeit des Leben- — d>s Lebens im realistischen Staatsgebilde -- sich slöstt, »nli reü-t und schließlich zu Grunde geht- Die Frage des Eigen tiimaiisprncheS ans die keimende, noch nicht lebensfähige Frucht hat schon immer — seit den Anfängen der Knlmr die Gemüter betvcgt und »vird gerade wieder in den letzt.» Jahren von modernen Frauen und Männern stark frteftrnm Während die Römer noch der Fran das Recht ans ihre Leibesf» licht vor der Geburt zuerkannten, stellt sich nnseie heutige Gesetz» gebiing in den meisten Kulturländern auf den entgegengesetzten Standpunkt. Ist dieser Standpunkt aber richtig od.r greift er zu Unrecht mit roher Gewalt in die Domäne des Weibes, der Familie? Hat die Frau nur ein beschränktes Lestiliimnngsrccht über ihren eigenen Körper? Ist sie zu Recht verpflichtet, bei Vergewaltigung ein vn» ihr nie ge- »volltes. stets gehabtes Kind oder bei Krank» il des ManneS ein sieches, unglückliches Geschöpf zur Welt zu bringen? Hat ferner ein junges Mädchen bei den heutigen Vorurteilen zu Recht die F-olgen einer schwachen Stunde mir lebenslänglicher gesellschaftlicher Aechtnng auf sich zn nrfnuMt? Wird es nicht geradezu der Prostitution in die Anne geworfen oder zu verbrecherischen Frauen hingetrieben. die ihr in ».dem Falle Schaden, oft sogarden Tod — den gewünschten? — bereiten? Hier ist nicht der Platz einer »veiieren Ausspinnung des Themas- Der Leser der ebenso fesselnden wie ergreifenden Anfzeichnungell »vird sich selbst sein Urteil bilden, wobei der Jurist sich wohl der Deduktion nicht wird erwehren können, dast die Unterdrückung des keimende,! Lebens erst durch das Gesetz zu einem Verbrechen gestempelt wird, ähnlich wie es im Mittelatter dem Tabakraucher» erging, damit dem Tode bestraft wurde. Dast der Verfasser gerade ein I»lde war. ist an sich belanglos, »venn selbst er immer wieder sich und den Leser an seine Abstammung erinnert und gar im Gerichtssaale ein als Geschworeiter fungierender Gutsbesitzer sich bei antisemitischen Schmähungen am wohlsten fühlt- Dr. Paul A! sher g-Berlin. Akademische Monatshefte. (2!». Jahrgang, Heft 6,6.) Marburger Erinnernnge» 1KGD/70. — TaS 85 Iubelfcst der Tübinger Rhenania. -- Das 37' Stiftungsfest des Korps Gnestphulia zu Würzburg. — Ans znn: Stiflnngsfest! tLustspiel in einem Akt. Von einem A. H.) — Die Beschafsung geeigneter Räumlichkeiten für die Versantmlungen in Kosen- (Die seitherigen Spender für die Bekchaffnug geeigneter Räumlichkeiten in Kosen »verden aitfgesordert, ihre Beiträge bevingungslos zur Verfügung z» stellen). — In der Schläger ri,»e tödliche Waste V (Bericht über eine Rundfrage der Leipziger Abendzeitung au Leipziger Professoren Vgl. den Nachdruck in dieser Zeitung). — Zur Erinnerung an Joseph von Radotvitz (den zu AnfangdiesesIahreSvelsiorbenendeutschcn'Botschafter). Auischenschastk. UlLlter. (2ö. Jahrgang, % Heft 10/11.) Ein interessantes Urteil aus der Zeit der Demagogenriecherei. — Zur staatsbürgerlichen Erziehung der

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