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KC-Blätter · 1912-07-25 · Internes Heft der K.C.-Blätter (25.7.1912) · p. Seite 12

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Journal
KC-Blätter
Volume
1911-1912
Issue
Internes Heft der K.C.-Blätter (25.7.1912)
Date
1912-07-25
Page
Seite 12 (sequence 11)
Language
German
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12 und der Judenheit fordere. Das ist allerdings nach dem K. C.-Statut berechtigt, das die Erziehung nuferer Mitglieder zn selbstbewußten Inden verlangt. Jüdisches Selbstbewußtsein ist aber ohne' einen gewissen Inhalt Undenkbar. Worauf aber der Einzelne dieses Selbstbewußtsein gründet, ob er sich durch den religiösen oder ethischen Gehalt des Judentums zu diesem hingezogen fühlt, oder ob er sich durch die Geschichte, durch ein Stammes- oder Rassenbewußtseitt, durch die Gleichheit der sozialen Lage usw. mit der Jndeuheit verwachsett fühlt, kümmert jedoch den K. C. nicht; denn der K. C. hat kein bestimmtes positiv-jüdisches Progrannn. Es wird ferner zu beachten sein, daß der St. C. statutengemäß keine Stellung zu religiösen Fragen nimmt; eine religiöse Beeinflussung unserer Mitglieder, wie sie in den eigentlich foiifcffioucUeii Verbindungen erfolgt, haben wir mit Recht stets abgelehnt.' Ist es 'daher berechtigt, nach einer bestimmten Nichtnug eine positiv-jüdischeStellungnahme der St. E.-Blätter .gl verlangen? Ganz anders verhält es sich natürlich lnit jüdisch-apologetischen Aussätzen, gegen deren Aufnahme nichts einzuwenden lväre. Die Frage, ob aus taktischen Gründenzu Keilzwecken eine Hervorkehrung einer beftimmteu positiv-jüdischen Richtung zn billigen sei, hängt mit der Tendenzsrage aufs engste zusammen. Denn wir wollen nach außen nicht als etwas Anderes erscheinen, als wir auch sind. Das ist selbstverständlich: die Begründung fürchtet ja auch gerade, daß durch die bisherige ''Art imb Weise der Leitung der St. C.-Blätter bei Außenstehenden ein falscher Anschein (der Schein des Trohjudentluns) erzeugt iverde. Wird denn durch die bisherige Leitung der K. E.-Blätter dieser Schein erweckt? Die Entstellungen durch den B. I. C. können doch hierfür ilicht maßgebeild sein. Würde denn die Hervorkehrung einer jüdischreligiösen oder jüdisch-ethischen Tendenz ein richtigeres Bild unserer Tcildenz entwerfen? Oder'würde nicht vielleicht dadurch wieder nach ariderer Richtung ein falsches einseitiges Bild unserer Bestrebungeri hervorgerufen? Bei der Frage der Ausgestaltung der K. C.- Blütter nrüssen wir stets berücksichtigen, daß unser Verbandsorgan den verschiedenartigsterr Zweckeri dienen muß: wir wollen darin nicht nur zu den Keilfüxen sprechen, sondern werrden ilns darin in erster Linie an unsere Mitglieder, sodann aber auch an die Philisterschaft und die nichtjüdische Studentenschaft. Jede Einseitigkeit zugunsten des einen Zivecks würde die Durchführung des andern beeinträchtigen! Der Keiltaktik des B. I. C. begegnen wir am besten durch eine offene Widerlegung der Argumente in unserem Organ und durch eine solche Erziehung unserer jungen K. C.er, daß sie unseren Gegnern gewachsen sind; dagegen würde eine Orientierung unserer Telldenz oder unseres Vorgehens liach ben Wiinscheu des B. I. E. unsere Gegner nicht zunr Schweigen bringen, sondern nur uns unfereu eigenen Bestrebungen und Idealen entfremden. 7. Antrag des A. K. A. Ariönrgo- KhiöeMnia. Der K. C.-Tag ersucht die Korporationen des K. C.,tnnlichstdahin zu wirken, daß inindestenS 3 Wochentage jeder Woche kouleurfrei find, sodaß all diesen Abenden der einzelne Angehörige der Verbindung frei über seine Zeit verfügen kann. B e g r ü n d u ii g : Die Ueberspannung des Verbindlmgsbetriebs, die, wie es oft vorkommt, fast jeden Abend in der Woche den Bundesbruder zwingt, sich der Verbindung zu nüdmen, trägt zwei Gefahren, die dem St. C. großen Abbruch tim: 1. Es werden an sich sehr brauchbare und für die.W. E.-Jdee begeisterte Keilfüxe abgeschreckt, aktiv ztl werden, weil jeder einigermaßen geistig strebende Student das Bedürfnis hat, durch Besuch von Theatern, Vorträgen. Konzerten usw. nach eigenem Wittert einen Teil seiner Abende zit verbringen. 2. Junge. Aktive, die tticht Gelegenheit haben, mindestens drei Abende der Woche zu verbringen wie sie wollen, können außerordentlich seelisch itnter devt übertriebenen und oft unmodernen Verbindnngsbetrieb leiden, der sie zwingt, fast jeden Tag der Woche bei der Verbindung zu verbringen, wahrend sonst die Universitätsstadt geistige Genüsse bietet, die sich der junge Aktive versagen muß. Dieser Umstand ruft die häufigen Austrittsgesnche jtrnger Aktiver hervor und macht sie verdrossen, währeud sie an sich für die K. C.- Jdee weiter schwärmen urrd sehr brauchbare K. C.er sind. Ü o r r e f e r a t voa IN. 2 ndwi q Holländer-Berlin i^icariae). Anträge, die lediglich ein Ersuchen an die einzelnen Verbindungen enthalten, sind an sich bedenklich. Denn was kann der K. C. tun, wenn der Wunsch tticht erfüllt rvicd? Ist eine Angelegenheit derart dringlich, daß sie eine für das Daseitt des K. C. wichtige Bedeutung hat, so darf der K. C.-Tag nicht vor einem Gebot zurückschrecken.

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