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KC-Blätter · 1912-09-01 · Heft 12 (1.9.1912) · p. Seite 228

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Journal
KC-Blätter
Volume
1911-1912
Issue
Heft 12 (1.9.1912)
Date
1912-09-01
Page
Seite 228 (sequence 12)
Language
German
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228 System der Teilung der Arbeit der Arbeiter seinen Arbeitsüberschnß, ben über seinen notwendigen Unterhalt hinansgehenden Betrag, dem Herrn' abliesern müsse, das; alles Kapital sich durch die gesellschaftlichen Zusammenhänge bilde, das; alles Kapital aus dem von dem Privatunternehmer angeeigneten „Mehrwert" des Arbeitsproduktes über den Arbeitslohn entstanden sei. Ilm endlich drittens nicht zugebenzu müssen, das; die Arbeit allein Werte schafft,hatte man den „Dienst" als volkswirtschaftliche Kategorie erfunden, d. h. der Maßstab des Wertes liege nicht in der zur Produktion anfgewandten Arbeit, sondernin der dem Konsumenten durch lleberlassung des Gegenstandes ersparten Arbeit, in welcher Ersparung eben der Dienst besteht. I m G e gens a 1; e zu dieser Lehre lehrt Lassalle im Anschluß au Mar.r: Aller Wert hat seine Quelle wie auch sein Mas; ausschließlich in der Arbeit. Arbeit ist Tätigkeit, also Bewegung. Alle Quanta von Bewegung sind Zeit, alle Werte sind in Arbeitsguanta und diese demnach in Arbeitszeit anszulöseu. Da der Mensch mm Tauschwerte, d. h. Gebrauchswerte für alle Welt schasst, so liegt in seiner Arbeit gesellschaftliche Arbeit, in seinem Produkte gesellschaftliche Arbeitszeit. Die Substanz des'Wertes besteht daher in der „gesellschaftlich notwendigen Arbeit" und die Wertgröße eines jeden Gutes in der u seiner Herstellung „gesellschaftlich notwendigen lrbeitszeit". Der Preis nun für die Quanta von Arbeitszeit, der Preis also der Arbeit, der Arbeitslohn» wird nun aber wie der Preis aller anderen Ware durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bestimmt; allein diesen Preis jeder Ware, bestimmen wieder ihre uotwendigen Erzeugnngskvsten. Aller lleberschnß des Arbeitsertrages über die notwendigen Erzeugungskosten, d. h. also über den notwendigen Lebensbedarf des Arbeiters fällt ans das Kapital in seinen verschiedenen Formen, ist Kapitalprämie. Das Kapital hat also alle Produktivität der Arbeit an sich gerissen und die Arbeit ans den Ersaß dessen beschränkt, was während der Arbeit notwendig an Lebenskraft verzehrt worden ist, das Kapital hat die Arbeit unproduktiv gemacht. Es handelt sich also darum, individuelles, auf die Arbeit begründetes Eigentum einzuführen, das nngewordene Eigentum der Zukunft vor allein durch eine andere Gestalt der Produktion zun; Arbeitseigentnm 31t gestalten. Es handelt sich keineswegs darinn, mit der Teilung der Arbeit,' dieser Quelle aller Kultur, zu brechen, sondern die gemeinsame Arbeit der Gesellschaft mich uüt gemeinsamen Vorschüssen der Gesellschaft zu betreiben imb den Ertrag der Produktion an alle, die zu ihr beigetragen haben, nach Maßgabe dieser ihrer Leistung zu verteilen. Das lle bergan gsmittel hierzu sind nach Lassalles Ansicht die Produktivassoziationen der Arbeiter mit Staatskredit. iiild das Mittel, diese politisch dnrchzusetzen, ist das allgemeine direkte Wahlrecht. Vor: diesen grundlegenden Ansichten Lassalles waren zwei Punkte seiner Theorien während feines Kampfes beständig im Feuer: E r st e r S t r e i t p n n k t war das eherne Lohngeseß. zufolge dessen Lassalle alle Bemühungen, dem Arbeiterstande mit Spar-, Krankennnd Invalidenkassen zu helfen, für ahfolut vergeblich erklärte, da dem Arbeiter im Gegensätze zu den Schlüße Delitzschen Bestrebungen nicht als Konsument, sondern als Produzent geholfen werden müsse. Da aber, kurz gesagt, alle herkömmlichen Hülssmittel das Lohllgesetz unberührt ließen, bleibe nur noch übrig, Seit Staat einschreiten zu lassen. Hier liegt der Punkt, nur dessentwilleil die Liberalen Lassalle imb seine Machtpolitik als mit der Regierung und der Reaktion im Bunde erklärten. Ohne aus die Kritik des Gesetzes einzngehen, sei nur die eine Tatsache betont, die, ohne gegen das Gesetz zu sprechen, doch die Konsequenzen Lassalles unmöglich lllacht, nämlich daß der Lohn tatsächlich im Laufe der Zeit gestiegen ist. Der Umstand, daß unter ben jetzigen sozialen Verhältnissen nichts das Gesetz 311 beseitigen vermag, beweist noch llicht, daß eine Besserung der Lage des Arbeiters in der bestehenden Gesellschaft unmöglich sei. Die Frage, ob Selbsthülfe oder Staatshülfe, beantwortet Lassalle insbesondere dahin, daß die Staatsintervention in keiner Weise die soziale Selbsthülfe ausschließe. Lassalle will aud) nur, daß die Assoziationen, mit überhaupt entstehen zu können, das nötige .'.kapital durch eine Kreditoperatioir vom Staate erhalten sollen, er will Prodnktivvereine der''Arbeiter mit Staatskredit, im übrigen aber individuelle, freiwillige Assoziation. Zn diesem Znknnftsvorschlage Lassalles sei nur bemerkt, daß es ihm nie eingefallen ist, denselben als die L ö s u n g der sozialen Frage auszngeben. Es handelt sich bei ihm hierbei nur um eine Uebergangsmaßregel, um den ersten Schritt ans dem Wege, ans welchen! die Zukunft fortschreiten werde und müsse. Der p 0 li t ische Zwe ck von Lassalles Agitation läßt sich kurz dahin charakterisieren, daß er ein Klasseninteresse hinter die politische Freiheit werfen wollte, und hier fand Lassolle kein anderes Interesse als das der durch ihre Zahl mächtigen unbemittelten Klassen vor. Erwachte deshalb die Eckümpfung des allgemeinen und direkten Wahlrechts zu einer Machtftage für die

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