Sechzehnter Bericht über die Religionsschule der jüdischen Gemeinde, womit zu der Sonntag den 26. März in dem Hörsaale der jüdischen Knaben-Schule ... öffentlichen Prüfung ... einladet
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- Sechzehnter Bericht über die Religionsschule der jüdischen Gemeinde, womit zu der Sonntag den 26. März in dem Hörsaale der jüdischen Knaben-Schule ... öffentlichen Prüfung ... einladet
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- 0
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- 1871-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 26)
- Language
- German
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26 gläubige Gemüth, selber ohne Trug und Täuschung von ihrer Wahrheit durchdrungen, die Idee der über alle geschichtlichen Begebenheiten waltenden göttlichen Vorsehung sich vollziehen sah. Wir hüten uns jedoch, die Lebensgestalten der sagenhaften oder historischen Personen selber anzutasten, wie wir es auch unpädagogisch fänden, die Geschichte der römischen Könige, nachdem sie in überlieferter Form erzählt worden, gleich hinterher durch die Behauptung ihrer Nngeschichtlichkeit vor dem kritisch ungeübten jugendlichen Geist in ihrem ganzen Gedankeninhalt zu vernichten. Wir nehmen uns überhaupt in Acht, vor den Augen unserer Schüler die Operationen der Kritik zu vollziehen und sie selbst an der von der Wissenschaft vorgenommenen Sichtungsarbeit Theil nehmen zu lassen. Hat schon der Geschichtsschreiber, der doch zu Erwachsenen redet, die Pflicht, die Geschichtsforschung, d. h. die Ausscheidung des objektiv Wahren vom Falschen hinter den Augen seiner Leser vorzunehmen, hat er die Pflicht, diesen nur Positives zu geben und in Betreff der dahinter liegenden Kritik sich mit seinem Gewissen und seinen Fachgenossen abzusinden, so wird noch mehr der Geschichtslehrer in der Schule und ganz besonders der Lehrer der biblischen Geschichte dieser Pflicht eingedenk sein, wird er darüber hinaus sich hüten müssen, durch Anregung von der Natur der Jugend noch fremden Zweifeln, durch von erziehentlichem Gesichtspunkte nicht gebotene Negirung sein eigenes Werk zu zerstören. Er wird stets dessen eingedenk sein müssen, daß Geschichtsfiguren nnd Geschichtsbegebenheiten in der Schule hauptsächlich ihrer Wirkung halber vorgeführt werden, und in Betreff dieser ist es, wenn man den bereits besprochenen Bedenken gerecht geworden, gleichgültig, ob sie im Schoße der Geschichte oder der sagenhaften Dichtung geboren sind.