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KC-Blätter · 1912-07-01 · Heft 10-11 (1.7.1912) · p. Seite 214

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Journal
KC-Blätter
Volume
1911-1912
Issue
Heft 10-11 (1.7.1912)
Date
1912-07-01
Page
Seite 214 (sequence 30)
Language
German
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214 Diese Schrift ist umso gefährlicher, als sie eine objektiv ansschanende Sprache führt und dadurch geeignet ist» manchen jungen Studenten, der die Schrift nicht kritisch zu lesen versteht, in die „völkischen", alias antisemitischen, Netze des V. D. St. zn ziehen. „Der V. D. St. will das Verständnis für nationale Fragen und Aufgaben unter feinen Mitgliedern fördern und an der Klärung und Kräftigung des Vvlksbewnsitfeins in der gesamten Studentenschaft arbeiten". Und an anderer Stelle heisst es: „Seine w e f e n 1 l i ch e Aufgabe erblickt der V. D. St. darin, fittl iche. gefestigte, deu t fch e E haraktere heranzubilden und in dem Einzelnen namentlich Verantw o r t n n g s g e f n h l und O p f e r w i l l i g k e i t g c g e n - über dem grasten Ganzen, Nativnalbewusttf e i n n n d B a t e r l a n d s l i e b e zu werken." Welcher deutsche Studeut könnte dieses Programm nicht unterschreiben! ^stel.tzer deutsche Studeut jüdischen GlnubenS ihm nicht beivslichtettt Doch der deutsche Student jüdischeit (Glaubens ist dem V. D. St. fremd; er null ihn nicht kennen, Ein Jude gleichzeitig auch Deutscher^ Das ist dem B. D. St. ein Widerspruch in sich selbst. Das Judentum ist ihn; eine „Frembrasse, die, obwohl ohne geschlossene Wvinlsitze über alle Kisttnrländer zerstreut, doch in sich eine feste und organisierte Einheit gegenüber ihren WirtSvöllern bildet." Das gesamte dreistes- und Wirtschaftsleben unseres Vaterlandes fei stüitdig der Gefahr preiSgegeben, nuter den überiuächtig lverdenden, verderblichen Einslns; jener Fremdrasse zu gelangen. Es fei daher f e b st v e r st ä n d l i ch, dasr der V. D. St. keine I n d e n in seine Reihen ans nimmt, sondern nur deutsche Studenten, unter deren Eltern fid) weder getaufte noch ungetanfte finden befänden. Wir können es uns im Einblick auf die zahlreichen in den K. 0. Blättern bereits erschienenen Aufsätze. die die lltassefrage im Lichte der modernen Wissenschaft behandelten, ersparen, an dieser Stelle nochmals auf diese Frage znrnrkznkommen und den ldvch vergeblichen) Versuch zu machen, den V. D. St. eines Bessern zu belehren. Sache nuferes Gefchäftsführenden Ausschusses aber wird es sein, den „Deutsch-akademischen Schriften" die grösste Aufmerksamkeit zuzmoenden und durch.verausgabe von Gegenschriften und deren Verbreitung in weiteste studentische Krei-e die Absicht des V. D. St. zu vereiteln. Das studentische 'Verbindungswesen auf deutschen Koch schulen. I. A. des Kyffhüuserverbandes herausgegeveil von Vedakteur Paul Bnecker llnd 8tucl. iur. Otto Beiltler. Berlill 1012. Verlast von Liedlieit und Thiesen. In gedrängter Darstellnug (5st Seiten) wird eine kurze Geschichte der Studenteiwerbindnngen in Deutschland gegeben, an die sich eine kurze Uebersicht der einzelnen studentischen Verbände anschliestt. Das Büchlein bemüht sich — meist inlt Erfolg - einer strengen Objektivität. Seine übersichtliche Anordnung ist zn loben. Ur. Jnh RiaÜthaus. Die Rechtsstellunst der israelitischen Kultlisstemeiude im rechtsrheinischen Bayern. I. Schweitzer Verlag. München und Berlin 1912. Aerrrßard Urestauer. Die Zurücksetzung der Juden an den llniucrfitütou Deutschlands. Berlin 1911. . Eine änsterst verdienstvolle, fleistige Arbeit, die der im EmanzipationSkampse der deutschen Inden bewährte Jnstizrat Breslauer in Berlin im Aufträge des Verbandes der deutschen Inden, dessen erster Schriftführer er ist, heransgegeben hat. Die Arbeit, die in den deutschen Parlamente» wiederholt zitiert wurde, bietet reiches statistisches Material und zeigt ui übersichtlichen Tabellen die Zurücksetzung der Juden an den deutschen Hochschulen. Der Verfasser hat sich mit seiner Arbeit den Dank aller deutschen Inden verdient. Vauk Htteger. Zur Jahrhundertfeier des Jlldenediktes vom 11. Mär.; 1912. Auf Anregung und unter Leitung des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat der Verfasser die kleine Broschüre heransgegeben. in der er in streng sachlichen, von warmem Empfinden getragenen Worten einen Rückblick auf den Kampf der pc-iistifchen Juden um die Gleichberechtignng gibt. Das treffliche Büchlein soll. nne der Verfasser in seinem Vorwort hervorhebt, die Erinnerung an die ernsten Kämpfe um die Gleichberechtigung anfsrischen. ES soll eine Mahnung zur Dankbarkeit für die treuen jüdischen Vortänlpser und ihre wackeren christlichen Bundesgenossen sein. Es soll für die Inden der Gegen»-.,rt ein Weckruf sein, das hart Errungene mannhaft zu behaupten, aufrechtes Judentum mit ehrlicher Vaterlandsliebe zu verfchwistern. Das Büchlein, das wohl in der Bibliothek eines jeden K. E.ers steht, wird Allen eilt guter Freund bleiben. i)r. A. Kkias Auerbach, Palästina als Iudenlaud. lIiidischer Verlag, Berlin. r"»1 Seiten. Preis 0.40 Att.). Die Koloirisation in Palästina ist heute der Gegenstand zahlreicher jüdischer, gröberer und tleiliercr. zionistischer wie nicht zionistischer Vereinigungen. Der 'Verfasser, welcher als Arzt in Haifa lebt, will ein Gegenwacibild des Lebens der Juden in Palästina geben, namentlich der in den letzten Jahrzehnten angesiedelleit Kolonistelr. Er zeigt, was ja bekannt ist, das; die jüdischen landwirtschaftlichen Kolonien gut gedeihen, das; die Juden der Stadt - sich allmählich gewerblicher Tätigkeit znwenden, lhier wird vor allem der knnstgeloerblichen Mnnnfaktnr Bezalel in Jerusalem gedacht). Auch die interessante Frage der besitzlosen jüö'.'chen Kolonisten lLandarbeiter) wird eiilgehend behandelt, l-'s wird gezeigt, wie auf Grund des jüdischen SchullebeuS «elementare, höhere, berufliche Schulen) neuerdings die gemeinsame hebräische Sprache wieder erwacht. So tvrrden in ruhiger, oft etwas trockener, aber gut orientierender Weife alle wirtschaftlichen mib volklichen Probleme der palästinensischen Inden behandelt, und die Fortschritte der Kolonisation uns vorgeführt. Der Verfasser, ein Zionist, erklärt, das; die Zionisten nicht im entferntesten daran dächten, einen Iudenstaat zn schaffen. Ihr Z,iel sei lediglich, bedrängten Juden irgend eines Landes eine wirtschaftliche Inilncht zu schaffen, und ein kulturelles Zentrum für das gef.nute Judentum zu gründen. „Wir verzichten auf alle Macln und Herrlichkeit der Erde, wenn nur das jüdische Volt ans seiner historischen Scholle, in allen Bernsen des Lebens arbeitend, seinem alten Berufe wieder nachgehen kann": „Ter Verkünder der Gerechtigkeit und Sittlichkeit zn sein". Du die Schrift vom Aktionskomitee der Zionistischen Organisation herausgegeben ist, so ist von neuen; „offiziell" knndgetan, daß der Zionismus unter völligem Verzicht ans weitere politische Ideale lediglich wirtschaftlich kulturelle Fiele verfolgt. Erich Marx. Die Ausbildung der jungen Inrillen vom Standpunkt des Praktikers, von Wilhelm Kit;, Onndsterichtspräsidenten in Krefeld. Berlin 1912. Verlag von Otto Liebmann. Wohl keine Frage ist in den letzten Jahren mehr von Berufenen und Unberufenen behandelt worden als die der Ausbildung und Fortbildung der Juristen. In der vorliegenden Schrift hat der Krefelder Landgerichtspräsident und frühere Kölner 1. Staatsanwalt vom Standpunkt des

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