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Sechzehnter Bericht über die Religionsschule der jüdischen Gemeinde, womit zu der Sonntag den 26. März in dem Hörsaale der jüdischen Knaben-Schule ... öffentlichen Prüfung ... einladet · 1871-01-01 · 0 · p. Seite 15

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15 volles Thun aus Empfindungen dieser Art sich erzeugen kann, und ferner, wovon es sonst schon gehört, daß alle Schuld des inneren Menschen und jede geheime That der Schuld in dem Gesichte sich auspräge, in dem Auge, dem Spiegel der Seele, zu Tage trete und sich verrathe; es wird ihm daran verständlich, warum sein eigen Auge sich senkt und schließt, wenn es vor dem Blicke des erzürnten Vaters ein begangenes Unrecht oder vielmehr sich selbst verstecken möchte, und es wird ihm endlich an der Strafe der Flüchtigkeit und Unstätigkeit jenes peinigende Gefühl verständlich, das es selber in sich wahrgenommen, und das nach einem begangenen Fehltritt ihm nirgends Ruhe gegönnt und es, mit einer inneren, nicht zum Schweigen zu bringenden Stimme von Ort zu Ort getrieben hat. Und weiter über die Erzählung der Sintfluth hinweg mit ihren, die Kindesphantasie so mannigfach anregenden Wundern, mit ihrer ethischen Lehre von dem Untergange der unverbesserlichen Sünder und der Rettung der einzigen gerecht befundenen Familie und mit ihrer Unterweisung von der Dreispaltung menschlicher Racen, die indeß doch Alle von Einem Elternpaare stammen, hinweg über den himmelanstürmenden und darum vereitelten Thurmbau zu Babel, in dessen Gefolge, für den Kindessinn freilich unvermittelt, die Vielheit der Sprachen zuerst seiner Wahrnehmung dargeboten wird, tritt das Kind in das Leben der Patriarchen ein. Was ihm hier erzählt wird, spielt sich in der engen Umgrenzung ihm vertrauter Verhältnisse ab, und was wie der Sodomitische Kamps und der Untergang dieser Stätten der Gewaltthätigkeit darüber hinausgeht, wird durch den deutlichen Hintergrund der sittlichen Motive ihm vereinfacht und näher gebracht. Abraham ruft zuerst den Namen Gottes an und aus, wohin er kommt, baut er einen Altar und weihet damit die Stätte seines Aufenthaltes dem heiligen Gott; was er thut, das thut er ans Gottes Geheiß, und was Gott ihm befiehlt, das führt er unweigerlich aus.

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