Sechzehnter Bericht über die Religionsschule der jüdischen Gemeinde, womit zu der Sonntag den 26. März in dem Hörsaale der jüdischen Knaben-Schule ... öffentlichen Prüfung ... einladet
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- Sechzehnter Bericht über die Religionsschule der jüdischen Gemeinde, womit zu der Sonntag den 26. März in dem Hörsaale der jüdischen Knaben-Schule ... öffentlichen Prüfung ... einladet
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- 0
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- 1871-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
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14 früher nie vernommene Stimme kündet, was Umecht ist, und daß er ein Unrecht gethan, versteckt sich vor dem erzürnten Vater, wird von ihm aufgefunden und zur Rede gestellt, alle Versuche, die Schuld von sich ab und auf Andere zu lenken, sind fruchtlos, sie alle, Verführer und Verführte, werden mit Strafen belegt, an denen vom Kinde freilich nichts weiter als ihre Schwere geahnt wird. Alle diese Vorgänge hat das Kind an und in sich selbst schon erlebt, sie werden ihm aber hier zuerst, nicht mit dürren, unfaßbaren Worten, sondern an einem lebenswarmen Menschenbilde sinnlich veranschaulicht, es sieht aus sich herausgetretene lebendig verkörperte Seelenerscheinungen, in dem fremden, ihm vorgehaltenen Spiegel findet es sich selbst, lernt es zuerst in sich hineinschauen. Und ob auch die fremden Menschenbilder, und ob auch die Gottesgestalt in rein menschlicher, dem Kindessinn vertrauter Weise sich bewegen, so ist doch eine andere Atmosphäre um sie gewoben, so lebt und webt in ihnen doch ein anderer Odem, der sich weich um das Gemüth des Kindes schmiegt und die Ahnungen einer höhern Welt in seine Seele ergießt. Und weiter erzählt die Bibel, sie erzählt von dem schaurigen Brudermord. Kain, der den Tod nicht gekannt, hat selbst nicht gewußt, was er Schreckliches gethan und verbrochen, und auch das lauschende Kind saßt nicht die Schrecken der That und die Schwere des Verbrechens. Aber wieder erschließt sich ihm an der Erzählung dieses Herganges ein ganz Theil ethischen und ein ganz Theil eigenen Lebens. Es erfährt, wie jede Gabe, jedes Geschenk, jedes Opfer der Dankbarkeit mit Willigkeit und Freudigkeit dargereicht werden, wie die Willigkeit nicht karg abmessen, sondern mit vollen Händen vom Besten spenden müsse; es erfährt, was das für ein verdammlich Gefühl, das es schon selbst empfunden haben mag, der Neid über die Vorzüge oder die Bevorzugung Anderer; es erfährt, welch Unheil-