KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 6 (1.3.1912)
- Date
- 1912-03-01
- Page
- Seite 123 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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123 in der Hauptsache zwei große(Gruppen bilboit, eine, die völlige Assimilation der Inden durch restloses Anteilen im Wirtsvolt, damit also auch Anfgahe der jüdischen Ükellgioll befünoonet, und eine solche, welche dringend für die Ijaltnufl der jndiscl>en Art eintritt. Dazwischen viele Bariationen: non Somhart/'l der eiiien starken;>iom>iiiiK> wünscht, damit den Gedrückten Sstjlldeil eine sichere Heimal geschasse,» »oerden tönllte, über Hans Heinz bvers, Wichard Debmel und andere, die kür Bereinigung von Wirts nnd (jüdischem« lvastvolt ans der Grundlage eines ventralen Dissidenleutnms plaidieren, dis hcval» zu Nohler, der hier, wie schon früher, für die Assimilation in Gestalt eines MaNenübertritts .iiiin C>hvifteiituuu* eine Vau.u* Oricht. Trotz dieser so verschiedeneil Allsichten läßt sich aber »licht verkennen, das; eitle »licht geringe Allzahl von Antworten ans das hinanslänst, lvas der N. b. »md im bürgerlichen Leben der .'»entralverein sich als höchstes;>irl gesteckt hat: ans die Voltige bingliedernilg der jüdische!» binwolnier in die -Kultur ihres Wirisvoiles durch Be »eitignilg aller bürgerlichen nild slaatsbürgerlichel» Schranlen mit desonderer Betoilimg dessen, das; es teiliesloegs einer Aufgabe alt der hohen, dem bhristentlim luesensvenvandten ethischen Werte der jüdischen tlieligion bedarf, um ans den Inden Deinjchlands nute Delltsche z»l machen.'! '.Weint sich diese Ailfchannng nnd sollte es gelillgen, weiteste »(reise ooi» ihr \\\ nberzengen, dann wird auch der Tan »licht mehr fern sein, an den» alle Schranken, die dis heme noch den delitscheil Staats dürrer jüdischen Glaubens von feilten christlichen Biitgliederil trennen, satten »oerden. Lanpheiiner Tübingen. Die Juden in der modernen Passenlßeorie von l.)i\ sHiav Besser, Jüdischer Bertas; G. m. b. H. jköln, 1911. Preis 40 Pfg. bin kleines Werkrhen von nur 2'.» 3 ei ton über ein Thema, das schon Band nnd Bände gefüllt hat: es kann und »vill auch gar nicht die jüdische -Ivaffoufrai^e erschöpfend behandeln, es »oill nur durch den Irrgarten der vielen, widersprechenden, von -»turzsichtigkelt nnd mehr oder welliger bösem Willen beeinflußten Theorien gleichsam wie ein Leitfaden hindnrchsühren nnd nnr ein Schlaglicht werfen ans die 'Beioeise. die jeder Wissenschastlichleit ent bebren. Die kleine Schrift leistet sonlit denjenigen, die sich dem Studium der '-Hassensrage nicht eingehend lvidnien können, gute Dienste; besonders .;u emp fehlen ist aber deni inngen.9. b.er die Allsrhasfnng. da er hier eine gnte Anregiulg zur weiteren Beschäftigung mit der jüdlsrtien Aasseilsrage erhält. I. Dnteitung zur strafrechttichen Z*ra.ris. (Lin Beitnuz zur ^kusdildmicz unserer juiuzell Juristen und ein Okatczeder für Praktiker van Dr. jur. Hermann Lncas, MinilterialdirelUor a. D., Wirklichem Heüeimen Hlal. Zweiter Teil. Das materielle Strafrecht. Dritte verbesserte und vermehrte Bttslacze. Berlin 1012. Berlmz van Otto Liebmaun 4is 8. Preis 8 9)1. qedd. 9 M. Die soeben erschienene dritte Auslage de>^ zweiten Teiles der „Anleitung" behandelt das materielle Strafrecht 3) Sombart hat übrigens feine Anwht in dem fast gleichzeitig erschienenen Büchlein „Die zhillinft der Inden" (Berl. Dllncker ä -ünniblot, Leipzig) des näheren ansgeführt: wie mir scheint, manchlnal recht treffend, namentlich insofern er ein ,.aufrechtes" Judentum wünscht. Allerdings ist das für uns and) ohne Zionismus möglich. *) Bgl. namentlich die Ausführungen des Gießen er Prof. W. 'Ninlel ans 8. 00 und die des Prof. Ludwig Geiger ('-Berlin) ans S. 11 der erwähnten Schrift. Aehnlich auch der Marbnrger Prof. Aatorp (S. 83, a. a. O.) nnd andere mehr. in einer Weise, welche das 2serk zu eillem unentbehrlichen Hilfsmittel für die buisührnng in die Strasreckttswisfenschast macht, ^lamentlicb für den iüngeren Juristen, der sich noch »veiliger mit der Praris des Strafrechts zu beschästigen (Gelegenheit gehabt iiat.!amet das Buch Belehrung nild Anregnttg in höchsteiit Wage Was für die zivilinikche Ansbildnlig Stölzels „8 ch n l n n g". ist für die strafrechtliche zweifellos 2neas „Anleitung^ (Gerade die Methode des Berfasfers, an gut geioäliiten 'eilpiclen die einzelnen 81vafreil)tcfab.e llarznmachen, zeigt ' in großes pädagogisches Geschick. Hinzntommt noch die '.-nnvollendete, fesselnde Sprache, welche auch dem Aichtjurisren das Lesen des Buches zn einem wirklichen oZenn': »nacht. Das 'BIerk behandelt in seiner ersten früheren Halste eingehend den allgemeinen Teil des Strafgesetlbuches iS. l 2:'».-i.) Die tlcinere Hälfte umfaßt in der Haupt fache die Besprechung einer Anzal.l von Delikten, die in der Praris an» häufigsten vortomnien und besonders juristisches Interesse erregen, wie .'widerstand gegen die Staatsgewalt, Hnnsfriedensbrurl». Nleineid, Beleidigung, Diebstahl, Unterschlagung, Betrug und Urknudensälschnng. Das Buch sollte in keiner jiiiiüischen Bücherei fehlen. Amtsrw »er Dr. Wolfs-bä ln /tttkemann, Lauduerichkv'ut n. D., Politische Erinnerungen. Ein Beitrag zur neueren Zeitgeschichte. Be»! cg: ^karl CSurtiuc» in Berlin (Oll. (Broch. 2.5>> >, ged. 3.5,0 9JI.) Als Nillenian» in die politiji!>- Arena eintrat stand er ans den» rechten Ilügel der uuiionalliberalen Barter. br besagte sich l>anpl>ächliih mit w.ialen und kirchlichen Tragen und wollte Staat nnb Alieibe in liberalem Sinne beeiilsltts'.en. Der Widerstand, den er hierbei bei seinen Parieigenoiseil fand, drängte ihn sä,an bald znm Linkstiheralisinns. Ans seinem Buche ..Politische bri n n e r n ngen" sollen eillige mar! ante Beispiele semeS Deilkens nild Wollens »oiedergeo.ebeu werden.^ Tag .Nnleman» anfangs in» tvegeniah v>; 2asker. Stansfenberg nnd (vorfenbetf mij den» rechten ,\li» : der nationcckliberalen Partei üculd, begründet er mit le aer 'Abuerglllkg gegen jeden Doltriiiarismns und Al'Ieh-o'Ug von „Prinzipien" in der Politik. ..Prinzipien ha!.>u ihr Necht in der bthlk." Das allgemeine Wnhlrcäjt ummt Alulcmaim das beste, ja, praktiscl) betrack-ket, uu,ljt nas einzige Mittel, die breite Biasse des Bolkes zu potiti'ihcr Bildung zu erziehen. Interessante bharatteristiteir ein!,alt das Buch über Wilheln»!., Friedrich Ul. und t!'.älhelin Ik., über die fillrrenden Biänner der Parteien iu den 8Oer Zähren, über Bioltke, Bismarck, dessen menschlicln Dchivächen besonders stark geschildert werden. Bei Betrachtung der heutigen politischen Lage spricht Nnlemanu seine Frende darüber ans, das; in der nationalliberalen Partei -Nräste zur (veliang kommen, welche Aeignng zeigen, mit den übrigen Vil'eralen den Fortschritt ans allen (Gebieten energisch i»u 'Bäerl zn sehen, nnd vertrant, das; es der jnngliberalcu Bewegimg gelingen »oird, über den rrchtsliberalen ,il>!gel, vornehmlich die brrosiindnstriellen, obzusiegen. Der Liberalismus biete eine»» in sich geschlossenell. einheitlici,en l'srundgedanken in der 'Allsfassinlg von der staatsbürgerlichen (vleichberechtiguitg, die aber erst dann etwas bedeute, roenrr man sich nicht mit der sormellell b)lelchberechtigu»rg »>ov dem (besehe begnüge, solldern auch dafür sorge, das; sie nch auch praktisch betätigen könuen. „Jemandem;>(echte geben, ihur aber ihre Ausübung tatsächlich unmöglich machen, das ist ein Betrug, der mehr verbittert, als wenn man die Ukechte auch formell vorenthielte." Die Lektüre des Buches bietef jedem Liberalen einen aesthetifchen Genuß. Vr. Stiel-Cöln.