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KC-Blätter · 1912-03-01 · Heft 6 (1.3.1912) · p. [Seite]

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Journal
KC-Blätter
Volume
1911-1912
Issue
Heft 6 (1.3.1912)
Date
1912-03-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JBouafsfdmfi ller im Raniell-Coaveni oeceinigfen Korporaiionen. „Die Verbindungen im R. L. stehen auf dem Boden deutschvalerländischer Geünnnng. Sie hüben zum Zweck den Rumpf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studenienschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewusstsein, duß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemcinschuft mit dem £>cutfd*eu vaterlande unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. Zn politischen und religiösen Sondcrbestrebungen innerhalb des Judentums, sofern sie der Tendenz von Absatz 1 nicht widerstreben, nehmen die Verbindungen im R. T. keine Stellung." Jix. «!. 1. Wärz 1912. 2. Jahrgang. Die Zeitschrift erscheint am 1. jedes Monats. Bezugspreis halbjährlich 2 Mk. Linzel-Nummer r.o Pf. Bestellungen übernimmt der Verlag. Preis der \ fach gespaltenen ZeH<- iür Inserate 5v Pf. Bei größeren Aufträgen und iviederholungen wird Rabatt bewilligt. Inseratenannahme durch den Verlag. Nachdruck der Original-Artikel, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Rar!,druck geschuhten, unter Ruelienangabe gestattet. Zur Geschichte der Indenemanzipation. Von Dr. phil. 'Jlvnolb a z arn 6 (Viadrinae Darmsiadt» «vraulsurt a. 'Uiaiu. (Jiatl)bvutf verbalen.) Nicht eine Behandlung aller der Einzeltatsachen, die zu diesem Thema gehören, soll hier erfolgen. Jeder K. C.er wird sie kennen oder — sie in einem unserer größeren ober minder umfangreichen Geschichtswerke Nachlesen. Darin fände ich für uns die würdige ^euteimrfeier der Iudonemanzipation, an die der 11. März des Jahres uns erinnert. Ruch will ich nicht so sehr die Ereignisse eben des verflossenen Eäknlums einer Betrachtung unterwerfen. Ich null weiter ausholen. Die Judenemanzipatlon, auch heule wahrhaftig noch nicht der Vollendung entgegengereift, ist eng verknüpft in ihrem ganzen Ablauf mit der Geschichte der Emanzipationsidee überhaupt. Kehren wir zu deren Quellpunkt zurück. Das ist zugleich der Ausgangspunkt der jüdischen Volksgeschichte. Gemeinbin erblickt man in der Zusammenfassung der zwölf in Aegvptens Knechtschaft leidenden Jakobsstämme durch Mose eine Aktion, deren Wurzeln allein dem Erdreich der Religion cutspringen. Gewiß, Mose war der Stifter jüdischer Religion. Aber denselben Mose bewegten im Untergründe seines seelischen Lebens politische Forderungen. Mit ihnen wenigstens zuerst trat er, der Patron der Entrechteten, vor Pharao, den Vertreter des starresten absolutistlschen Prinzips. Mose verlangte feiertägliche Ruhe für die Seinen und damit die grundsätzliche Aufhebung ihres Sklaventums. Wie immer im Einzelnen die weitere Entwicklung der Dinge, der israelischen Volks-, Religions- und Kulturgeschichte sich gestaltet haben mag. die Id e der Freiherr unb Gleichheit auch im politischen Sinne wird zur lg andlage mosaischer Gesetzgebung. Die Befreiung aller Angehörigen des jüdischen Staates, ja auch der Fremden aus jedem dauernden Abhängigkeits- oder Hörigkeitsverhältnis — das ist eben ihre < -nanzipation — wird vollzogen und in der grundsätzlichen Aufhebung der Sklaverei, wie in der moral- und staatsgesetzlichen Gleichstellung des Fremden durch mannigfache Bestilnmungen festgelegt. Der Theorie folgte, so weit wir es übersehen, im wesentlichen die Praxis jüdischen Staatslebens im Ablauf seiner Entwicklung. Wer hat das geistige Erbe des Judentums angetreten? Das Christentum rühmt sich dessen. Ja. es will mit seinen Ideen eine höhere Fortentwicklung alttestamentlicher Gedanken gegeben haben. Ich glaube, es hat einmal etwas existiert, was sich „Antisemitismus" nennt. Wem verdankt die Kulturmenschheit dessen Ursprung? Das Christentum will es heute nicht recht Wort haben, wenn man ihm diese „Kulturtat" zumeist. Manche

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