KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 3 (1.12.1911)
- Date
- 1911-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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fflonafsfiimff iler im Kartell-Loiuient «ereinigteil ßorpomtionen. „Die Verbindungen im K. C. stehen auf dem Boden dentschvaterländischer Besinnung. Sie haben zuin Zweck den Kampf gegen den Antisemilisruus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Inden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsaemeinschaft mit dein deutschen vaterlande unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und iinstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Au^cn cinzutreten. Zn politischen und religiösen Sonderbcsirebungen innerhalb des Iudentunrs, sofern sie der Tendenz von Absatz I nicht widerstreben, nehmen die Verbindungen im K. L. keine Stellung." plv. X 1. Dezember 1911. 2. Jahrgang. Die Zeitschrift erscheint am 1. jedes Monats. Bezugspreis halbjährlich 2 Mk. Einzel-Nummer r.o pf. Besteliuug'N übernehiucn Verlag und Redaktion. preis der \ fach gespaltenen Zeile nir Znserate 50 Pf. Bei größeren Ansträgen und t Wiederholungen wird Rabatt bewilligt. Inseratenannahme durch die Redaktion. Nachdruck der tOritiimU-Arühcl, mit An-inuhrne der durch einen besonderen vermerlr gegen Knchdrnck geschützten, unter tKnellenangabe geflnttrl. Der Pttchlistssiilirende Ausschuß des A. E. Bvn V n dw i g V 011 ä u b e v (Vicavine) Berlin. 31110 Betrachtung über Wesen und Wirken einer neuen Einrichtung setzt die Erkenntnis des Zieles voraus, zu dem das Neue zu führen berufen st. — Der Zweck des geschäftsführenden 'Ausschusses unseres Verbandes ist die theoretische Vertiefung und praktische Durchführung der Gedanken, cne das Wesen unserer Vereinigung ausmachen. Es sind dies die Gedanken der Hebung der Persönlichkeit des jüdischen Studenten als Mensch, als Jude, als Deutscher. — Ein schlagfertiger Engländer soll auf die Frage nach dem Zwecke der englischen Universitäten einem Deutschen einmal geantwortet haben : Alan erstrebe to be a gentlcman. Hier ist richtig erkannt, dost die beute so beliebten programmatischen Endzwecke akademischer Verbände neuerer Art. die immer nur hervorheben, was alles für Material tu die Menge ihrer Mitglieder hiueingepsropft w rd tutd die glauben, eine Summe von Wissen, Parteimeinungen und Volksversammlungsphrasen führten zum Hochziele einer Idealkorporation, praktisch durchaus nicht das Höchste darstellen. Man wird einsehen, daß weder die Vereine deutscher Studenten noch die verschiedenen Zweckvereine, arn wenigsten aber all die sich katholisch. protestantisch oder jüdisch ankündigeuden Vereine, die detttsch vaterländisch schillerndet» oder mehr liberalisierenden Verbände etwas .rü>ers erreichen, als daß bestenfalls ihre Milg-voer — fanatisch, bliub für das praktische Veben uud. von positiven Gebundenheiten in Fragen der Weltanschauung beschwert, in den Stand der Altenherren übertreten. Demgegenüber konnte mib kann es nur unsere Aufgabe im K. E. fom, die Förderung rulferes Programms durch allseitige Bearbeitung und Beeinflussung des Menschen zu erstreben. Und iveil wir als Juden geboren sind und als Juden leben und sterben wollen, weil wir nicht Menschen fern können, ohne gle.chzeitig den eingeborenen Eharakter als Innen zu pflegen und. ein jeder ttach seiner 'Art. cutiuutclti zu können, weil wir trotz aller 'Ablehnung von Chauvinismus und Teuwmanie unsere angeborenen Rechtstitel auf die deutsche Erbe mit einem Gemütstitel ewig vereinigen wollen, weil wir endlich ein Menschentum ohtte Berücksichtigung der angeborenen Verhältnisse und eilte Erziehung zu einem solchen Menschentum für eine Erziehung zum Leben im luftleeren Raum halten, verlangen wir von der Erziehung zum K. E.er die Pflege des allgemein Guten, die kraftvolle Betonung ber jüdischen Abstammung mit dem Bestreben, den jüdischen Namen zu ehren und das jüdische Ansehen zu mehren.