KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 2 (1.11.1911)
- Date
- 1911-11-01
- Page
- Seite 36 (sequence 12)
- Language
- German
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36 feierten eine Fest kneipe, der Krüger und ihm gegenüber ich als erste Chargierte in vollem Wichs präsidierten. Unter unfern Ehrengästen befanden sich anch der Dozent des theologischen Seminars, der fei. Dr. Rosin und der unvergeßliche I a e l. Rabbiner der Breslauer (Gemeinde und unser besonderer oKmiier. I)r. Rosin sprach seine lebhafte Sympathie mit uns aus. deren mir uns auch hei den andern Dozenten wie Prof. Frendentha! und namentlich Grätz erstellten. Allerdings, so führte er allS. lväre eine solche Berdindllilg am Seminar llicht allgebracht llstv. 4!ach einer Weile erhob sich Joel ,;u einer seiner geistvollen und klugen Ansprachen. Unter andernl führte er ans. daß man sich doch auch die Männer der Religion llicht ohne Mut und Kraft, selbst körperliche Kraft, zu denken brauche. Dies sähen nur z. B. an dem Patriarcheil Fakob. dem Atanne des Friedens und des Zeltes, voll dem nriS die Schrift erzähle, wie er ganz allein den schweren Stein von dem Brunnen lvälzte, zu dem sonst die vereinte Kraft der Hirten nötig lvar und der sich noch an seinem Ende der Waffentaten rühmte, die er mit seinem Schwert lind seillem Bogen verrichtet habe.-- lieber alles dies ist mm ein Vierteljahrhnndert hillgegangen. Verraucht ist die Hitze der Fugend Mld die Schläfen begillneu zu ergrauen. Btanches, lvas uns damals in Eifer versetzte, hinriß oder ergötzte, belächelt der gereifte Mann, der im Ernst des Lebens ein anderes Augenmaß für die Schäl;nug der Dinge gelvonnen hat, aber den Kern jenes Wvllens wird allch er noch für gut nrid - cht anerkennen kömleil. Der beste Beweis find die Früchte, die allS jener Saat hervorgegangen sind. 9ln der Reubelebnng des jüdischeil Bewußtseins haben die Biadriila und der K. E. eilt Verdienst, daS ihnen llicht vergessen werden dar f. llnfcr Alter brallcht sich jener Jugend llicht zu schanleu und der Schreiber dieser Zeilen, in dem die Zeugen jener Zeit kaum noch den ständigen Präsiden der Fidlllität wiedererkennen möchten, hofft aus eitlen frelldigen Widerhall, wenn er, der Aelteste, bcu alten Freunden lind Kanlpfgenossen zurust: „Denkst du daran, meill tapfrer Viadrine?" -- Zwei Gedichte. (Frei nach voecklin). von Alfons Fuchs (Bavariae.) l. Die D i 11 a am DI ec r. v£f> rollen die Mögen jo dunkel und schwer Und ferne Schatten huschen durch's Meer, Geschwinde ziehen die Molken. Sie zieh'n urn ein hohes verfallenes Schloß, Typreffen umrauschen den Utarmorkoloß Zn ächzende,n Grabesgesange. Und drunten an steinerner Toreskant Lehnt einsam ein Meid in schwarzem Gewand Und starrt in die wallenden Fluten. hier herrschte sie e'hmals mit sonn'gem Gebot. Da nahm ihr den Mann und zwei Rinder der Tod, Ließ ihr das Schloß nur zurücke. Seitdem liegt es still und verödet rings Und schimmert ins Meer, eine schweigende Sphinx, Und locket die Schiffer' zur Rüste. Doch seh'n sie daneben auf kahlgr^uem Strand Das trauernde Meist im schwarzen Gewand Mitleidig fahr'n sie vorüber. ll. Triton. Fern übers Uleer — Nächtlicherweise - Hallt's zu vlir Hel- Schaurig und leise. Das ist der Nebelglock' warnender- Ringen, Für den einsamen Schiffer bestellt. Daß er an undurchsichtigen Tagen Nicht an den spitzigen Rlippen zerschellt. Jedesmal, wenn ich ihr Rlingen höre, Ist mir, als stehe des Triton Gestalt Milten i,n dunkelwogigen Meere Bis an die Brust vo,n Maffer umwallt. Und in die Muschel, die stets ihm zur Seiten, Tutet er mächtig sein Astendlied, Daß es besänftigend durch alle Meilen Mit den fließenden Mettel! zieht. Fern übers Meer Zittert die Meise. Schaurig und leise Naht es daher.