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KC-Blätter · 1911-07-01 · Heft 10 (1.7.1911) · p. Seite 161

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 10 (1.7.1911)
Date
1911-07-01
Page
Seite 161 (sequence 15)
Language
German
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ein Antrag von Dr. mm HofmannSthal angenommen, wonach die Gründung von Ehrenschut;- Ansschüssen an allen deutschen Hochschulen beschlossen wurde, die ihrerseits wieder die Organisierung von Ehrenräten in die Hand nehmen sollen. Es wurde betont, das; diese Ehrenräte unbedingt paritätisch sein und jeden Gewissenszwang gegen Dnellgegner und -"Anhänger vermeiden muhten. Der Engnetebogen der Wiener akademischen "Antidnell Liga über die Gründung eines allgemeinen studentischen Ehrenrates wurde mit großem Interesse zur Kenntnis genommen und beschlossen, einen ähnlichen Fragebogen für Deutschland auSznarbeiten. Der nächste Deutsche Hochschnltag soll in Göttingen abgehalten werden. Irgend' welchen praktischen Erfolg wird natürlich die Tagung nicht haben, Auf solchem Wege ist schon zu oft vergeblich eine Aendernng der verfahrenen Zustände auf diesem Gebiete akademischen Lebens erstrebt worden. Bonn. Vertreter der geeinten Student e n s ch a f t hielten heute ihre erste g e tuein* schaftliche S i 1; n n g in der Aula der Universität ab. Der Vorsitzende schlug vor, auch in diesem Jahre am Sonnwendtage einen Fackelzng zur Vismarcksänle zu veranstalten, ein Vorschlag, dem die Versammelten mit dem lebhaftesten Veisall znstinunten. Der Rektor der Universität, Geheimrat Zorn, der der Versammlung mit Mitgliedern deS Senats beiwohnte, nahm alsdann das Wort, um in einer längeren Ansprache seine Freude und Genngtnnng über die Einig n n g d e r V o n n e r S t n d e n teuf ch a f t anszudrücken und seinen Studenten zugleich Einigkeit und Gemeinsamkeit des Handelns in allen Dingen ans Herz zu legen, die das Vaterland und vaterländische Interessen berühren. Heute handle eS sich um etwas Großes und Hohes, um eine Freude der ganzen Universität. Darum sei eS auch sein Wunsch gewesen, das; diese erste gemeinsame Sitzung im feierlichsten Wmtm der Universität stattsinde. Ein alter, seit Jahrzehnten gehegter Wunsch der llniversitäslehrer und auch der Studentenschaft sei nun in Erfüllung gegangen. Die kleinen und kleinlichen Dinge, die die Einigung solange verhindert hätten, seien nun anSgesäneden.' Freilich sei diese Einigung noch nicht ganz vollständig, denn noch sei das Problem nicht gelöst, auch den nicht inkorporierten Studenten eilte besondere Vertretung zu schaffen. So bitte er, den Gedanken zu erwägen, auch für diese Vertretung noch die geeignete Forin zn finden, um kif parierten Stnbenint in bei ^nhehinnfnunnlnntf Sitz und -Stimme atbm imyiA*wU fc?i donqix Jahre, bn km hie Einigung zum ersten Male zutage getreten sei, werde eine seiner schönsten Erinnerungen des Rektoratsjahres bleiben. Da die Verhandlungen von Anfang an mit gutem Willen geführt worden seieil. hätten sie auch zu einem guten Ergebnis geführt. Und daraus möchten seine jungen Freundinnen und Freunde eine Lehre für das ganze Leben entnehmen: Es gebe in der Welt nichts Höheres als einen guten Willen, dies fei eines der schönsten Worte, das jemals ausgesprochen worden sei. V.'rschiedeliheiten würde und müßte es immer geben, das sei vor allem vom deutschen Wesen nicht zu trennen. Aber diese Verschiedenheiten mühten znrücktreten vor den Notwendigkeiten des (Großen Ganzen. So möge diese Einigung ein Smnbol sein für etwas Größeres und Höheres als die Universität. Das Leben beruhe auf dem Kampfe und in diesem Sinne sei der Streit der Hebel des Fortschritts. Ein Kampf der (Geister müsse es sein, ihn könnten wir Deutsche am wenigsten entbehren. Die religiösen und konfessioltellen Gegensätze und Streitigkeiten seien bei uns stärker als irgendwo anders und die Probleme, die hierin' lägen, seien die schwersten, die nnserm Volke gestellt seien. Die Stammesgegensätze, die früher bei uns zu Zwist mit» selbst zum Kampf mit den Waffen geführt hätten, seien nun überwunden. Aber die inneren Gegensätze dauerten fort, ein Zeichen, das; der Individualismus im deutschen Volke stärker entwickelt sei, als bei den Romanen und selbst bei den "Angelsachsen. Darin lägen schwere Aufgaben für das deutsche Volk, an denen es schon seit Jahrhunderten arbeite und die doch nur teiliveise gelöst seien. Der Rektor fuhr dann fort: „Auf Ihnen, liebe Kommilitonen, beruht die Zukunft des deutschen Volkes. Möchten die Verhandlungen, die jetzt zu diesem schönen Ergebnis geführt haben, Ihnen eine Lehre für ihr ganzes Leben sein: so notwendig die Gegensätze der Meinungen für die Weiterentwicklung aller menschlichen Dinge sind, über allen Verschiedenheiten und Streitigkeiten muß es doch eine liöhere notwendige Einheit gebet!." Er mahnte dann an das alte erhabene Wort .,ln necessariis unitas, in dubiis libertär», in oinnibus carit.is‘‘. An diese caritas und unitas möge man immer denken, sie dürften niemals nerbttlntigen merken van dem m.m ivv unter hbcitas verstehe. Bei aller Freiheit Höven die Satztlngen der neuen Einigung zwei Tinge als Zuständigkeit der Vertreterversammlung hervor: den Kaiser-Kommers und den Visrnarck- Fackelzng. Für diese v a te r l ü n d i s ch e ti Dinge /N, l.,,.', t fliuh f*!>n . //,</; , //•;// et, rh >.'<u u.'fb p/fphft h'ii,*, mk kt bamat$ bte ii-eeje des ganzen Volkes mit Sturmeswehen erfüllte, der kenne für sein ganzes

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