Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1911-06-01 · Heft 9 (1.6.1911) · p. Seite 147

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 9 (1.6.1911)
Date
1911-06-01
Page
Seite 147 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2268830-2268861-2268871--0193-2269396
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

147 lassen, um den Messias zu sehen, ist das das Las der Juden, tlneu Messias in einem freunden Gatte erwarte»» zu müssen '< Uou»»U‘ nicht die B e r d r ii d e r u n i\ der. Religionen. »nie sie sich im letzten ''Abschnitt des Dichtwerkes sa schön anläßt, der» messianische»» Friede»» bringen? Der Dichter »vollte es anders, sticht er allein, ein Aelterer hat seinen Ideen Pate gestanden. Honchedb hat in seiner „Lehre van» Antichrist" «ans dem Französischen überseht. Inilsbrnct l>^78. F. Rauch» ails der Bibel nnd der Traditio»» zusamn»engefaßt. dem der Gang der Handlung in Seebers eivigen Inden ungefähr entspricht. Der Dichter sagt es selbst in den „Benlerknngen", die er seinem Buche anheftete. Und dach ist sein Werk ein Kienes, ein Ganzes und Erhabenes. Ans religiösem, übersi»»nlichem, »»»»zstischen» Baden hat de»' Dichter ein Kunstwerk geschaffen, ei»» Drama. »»im»»»t nun» ihm de»» »»erbi»»de»»den Text des Epos. Kleber» der Hanpthandlnng va»n Elvigen Inden, die si»h durch das Ganze hindurch,zieht, enthält a»»ch dieses Dran»a Reben- Handlungen mit trefflichen Eharakteristiken. Sara, die Tächter Rabbi Labans, van» .Waffenhändler Kaleb geliebt, »vird vam Kanzler Teitan entführt »lud dann »vieder verstoßen. Die Liebe Kalebs gab sie dar»»»»» preis, nun versi»»kt die Berstaßene in Grübeleien nnd Irrsinn. Kaleb selbst aber trachtet dem Räuber seiner Braut nach dem Leben. Im Bvlksgeivühl zückt er der» Dolch gegen Teitan, dach an den» Panzerhemd des Kanzlers prallt der Dolch ab. nnd Kaleb bricht a»»s hundert Wunden blutend vor den Augen Teitans zusammen, den letzten Blick voll Haß noch gegen ihi» gelvendet. ll»»d Rabbi Laba»» selbst, seit der Schändung feiner Tochter mit »»na»»slöschbaren» Haß nnd Verachtung wie ein Shczlock geger» alle Andersglä»»bige»» erfüllt, wahrlich eine echt dramatische Gestalt. Die Sprache, voller Schö»»heit u»»d Kraft und frei van epischer Breite, gibt zu de»n erhabe»»en Bilde einen würdevollen Rahmen, der das Knnstwerk umfaßt. Eberhard M e i n h o l d: Deuts ch e a s s e - Politik nnd die Erziehung zu natia»»alen» Ehrgefühl. München. I. F. Lehmann. Preis (>U Pfg. Die Broschüre behandelt van» alldeutschen Standpn»»kt ans die SlcwenPolitik, insbesondere die Pole»»frage. Da sie in charakteristischer Weise die Verwirrungen aicsiveist, die die Rassentheorien in »»»anchen Theorien anrichten, sollen ihr an dieser Stelle ei»»ige Worte »»»ehr ge»vid»»»et »verden, als ihr nach ihrer Bedeutung zukäme. Der Verfasser »vill beweisen. daß das de»»tsche Volk in feinen oberen soziale»» Schichte»» bis zur Revolutionszeit »nit ihre»» Gleichheitsidee»» feine „ger»»»a»»ische" Rasse rein bewahrt Hütte, i»r»d stellt es zu dem Iweck so dar, als hätten sich die Stände u»»d Berussklasse»» des Mittelalters mir deswegen streng vor» eina»»der abgeschlossen, »»»»» das Eirrdringer» slavischen Bl»»tes zu verhillder»», daß »»ach feiner Ansicht in den niederen Volksschichten floß. Zahlreiche, oft recht zrveifelhafte Iitate sollen bei dem »»»»gelehrten Leser den ' Schein der Wissenschaftlichkeit erwecken, »vas den Verfasser aber nicht hindert, oft in »echt unlogischer Weise in der»» einen Satz Vermutungen anfznstellen, die da»»»» im folgenden Salz als ^»veifelsfreie Tatsachen ver»vertet rverden. So heißt es S. <>: „Der Ursprung der Liter» scheirrt in Krieg »»r»d Eroberllng gesucht »»»erden zu »nüs-er». I »v e i fe l l o s a l s o <!» sind sie die Borbesitzer Rorddeutschlands n»»d »vnrder» bei»»» Eiridringe»» der gerruanischelr Eroberer z»» unfreien Tagelöhnern gemacht. Und »venu »vir der» Rainen recht deute»», so »»mm» sie Littaner". Da er »»ach echter Ehanvinistenart „die germanische Rasse für die einzige hält, der die Idee von Treue, Riecht »»nd staatlicher Ordnung höher steht als der persönliche rnaterielle Vorteil". predigt er geger» alle a»»deren Rassen, insbesondere aber gegen die Slave»», den unerbittlichen Vernichtnngskamps. Er beklagt daher die davon abhalte»»de „Gingst vor der Vernichtung von Menschettleben" (S. 24.) »»nd die „Humanität — ein unverstandenes Christentum" und stellt die schönen Sätze ans: „Unter der»» Worte Völker»»erbrüder»»ng versteckt sich das heünliche Ei»»ver»»ehn»e»» der versumpften enropäischen n»»d außeretcropäischen Mischrasse»» (auch „Kultur- »»ationeu" genarcrrt) gegen die sich veredelnde gerrnarrische Rasse, »vie wir es auf der internationalen Friedenskonferenz irr» Haag erlebten". iS. 2H.) „Die friedliche Lösnrrg der Polenfrage ist unerrvünscht, da sic zur Rassenmischung führt". „.'»lein Derrtscher darf den» Urteil ei»»es ^iichters nichtgerinanischen Geblüts unterliegen". „Die Frage ist z»» erlvügen, ob frernde Rassenangehörige in» de»»tschen Reiche Anspcuch auf das Vollbürgerrecht haben". (S. 27.) Es ist betrübend z»» sehen, wohin sich so fanatischer Rnsse»»»vahn versteigt, unb »vie patriotisches Wollen so ii» gänzlich »»»»fruchtbare Bahne»» gele»»kt »vird. Solche Schriften sind »u»r geeig»»et, ei»»en Keil zwischen die deutschen Volksteile zu treiben, »u»d den so »vichtigen Ka»»»pf des Deutschtu»»»s gegen de»» andrängende»» Pa»»slavism»rs m Alißkredit 51t bringen. Karl Löwenstein, Aachen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.