KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1910-1911
- Issue
- Heft 9 (1.6.1911)
- Date
- 1911-06-01
- Page
- Seite 139 (sequence 9)
- Language
- German
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139 Deutsch-Akademischen Olympia. 8 Uhr: Kommers im Festzelt. — Freitag, 4. August: Keine offiziellen allgemeinen Veranstaltungen. Vorbehalten bleibt aber das Arrangement von Ausflügen unter Bereitstellung von' Sonderzügen. Die ehemaligen Studierenden werden ersucht, mit der Anmeldung zwei Visitenkarten mit Angabe der Studierzeit, sonne ein frankiertes Kuvert mit ibrer genauen Adresse, an das Sekretariat (unter Vermerk: Jnbiläumsangelegenheitl einzusenden. Sie erhalten eine der Karten zurück als Ausweis zum Empfang des Festzeichens und der Festkarlen im Festbüro vom 24. Juli ab. Sofern sie am Empfangsabend und am Festmahle teilzunehnn'n wünschen, ist dieses besonders zu bemerken. Der Preis für die Eintrittskarte znnc Empfang-Labend beträgt 6, znnc Festmahle 16 Mark. Die Aufforderung zur Einzahlung dieses Betrages wird später erfolgen. Wettöewerv um ein Studenlenkied. Anläßlich der Jahrhundertfeier der Breslauer Universität erläßt bereu Senat, dem der Rector magnificus der Hochschule. Prof. Dr. Hillebrandt, zu diesem Zwecke 300 Mk. zur Verfügung gestellt hat, ein Preisausschreiben für ein studentisches Festlied. Es soll zu einer bekannten oder eigenen Melodie beim Kommerse gesungen iverden können. Das Gedicht muß bis zum 20. Juni dieses Jahres beim Breslauer Universitäts-Sekretariat eingereicht iverden. Htudcutenrecht. Anfang April ist die Unterrichtskommission des preußischen Herrenhauses über ein C^u'fud) der Berliner Freien Studentenschaft und Freien wissenschaftlichen Vereinigung um Reform, der akadelnischen Tisziplinarvorschriften zur Tagesordnung übergegangen, wie ja nicht anders zu erivarten war. Der Berichterstatter hielt, wie es scheint, die Bewegung für eine politische, die nur ans Politisierung der Studentenschaft abzielt, uub damit war allerdings die Angelegenheit für das Herrenhaus erledigt. Die preußischen Behörden, und Parlamente iverden sich jedoch stets von neuem mit dieser Frage beschäftigen müssen, bis sie sich endlich zu einer, unserem modernen Rechtsempfinden Rechnung tragenden Reform des Disziplinarrechts entschlossen haben. Hamburg. 'Am 16. Mai wurde hier das .^a m b n r g e r B o rief n n g s g e b ä n d e, das den GHpdstock einer Universität bildet, eingeweiht. Besonders eindrucksvoll war die Rede des Bürgermeisters Predoehl. An der Feier beteiligten sich gegen 700 Personen. Straßöurg i. K. An der am 0. Mai in Gegenwart des Kaisers erfolgten Enthüllnngsfeier des Kaiser-Wilhelm-Denkmals sollten Vertreter der korporiertcn uub der nichtinkorporierten Stildentenschaft teilnehmen. Als aber die Studenten nicht die ihnen nachträglich angewiesenen schlechten Plätze sofort einnahmen. da bessere Plätze vorhanden waren, versuchte ein höherer Offizier r nt Gewalt die Chargierten zu gruppieren. Unter Protest verließ daraus die gesamte Studentenschaft den Festplatz und folgte auch nicht dem dringenden Ersuchen des Rektors, zurückzukehren. In einer nachmittags abgehaltenen Sitzung des Gesamtai.sschusses wurde beschlossen, um eine Audienz beim Kaiser zuin Bericht über den Vorfall c.nzukommen und ein Huldigungstelegramm nbznsenden. Das Auftreten der gesamten Studentenschaft wurde in der Bevölkerung sehr sympathisch begrüßt. Ter Kaiser hat sich bereit erklärt, die Studenten zir empfangen. Infolgedessen wurde ein Demonstrationszng zun: Kaiserpalast veranstaltet. Der Kaiser hielt dann folgende Ansprache: „Ich spreche Ihnen laeinen Dank ans für die Huldigung, die Sie wir soeben dargebracht haben. Ich erwarte von Ihnen, daß, wenn Sie einst ins Leben hinanstreten werden, Sie gelernt haben werden aus dem. was in unserem Vaterlande vorgeht, daß die Partei nicht die Hauptsache ist. sondern einzig und allein das Gedeihen unseres Vaterlandes und unseres Volkes. Wenn Sie das Interesse daran voranstellen, so hoffe ich, daß stets Ihr Leitstern und Ziel sei, das Wohl des Vaterlandes." In einer Sitzung des Gesaintansschusses beschloß hierauf die Studentenschaft, ftq> mit der durch die Erlaubnis eines Huldigungszuges knttdgegebenen Stellungnahme des Kaisers zu dem Konflikt mit dem kommandierenden General nicht zufrieden zu geben. Die gewählte Kommission ersuchte mn Audienz beim Statthalter. Weitere Rachrichten liegen zur Zeit noch nicht vor. Es mnß mit Freuden begrüßt iverden, daß die Studentenschast nichts geschehen läßt, was geeignet ist, die akademische Freiheit, die ohnehin schon bald eine Illusion geivorden ist, noch weiter einznschränken. Die Einweihung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals war doch in erster Linie eine nationale Feier und keine militärische. Es brauchten sich die Studenten daher auch nicht in den Hintergrund drängen zn lassen. Akademischer Bund für Leibesübungen an deutschen Kochschulen. Zum ersten Male'in der Geschichte der Leibesübungen unter der akademischen Jugend ist es geglückt, alle Verbände und Richlungen zu einheitlichem Vorgehen zu begeistern. Der mühevollen Arbeit des akademischen D nrnvereins zu Berlin ist es zu danken, daß sich zur „gemeinsamen Förderung der Ziele und Ideale" alle Leibesübungen treibenden akademischen Körperschaften zu dem oben genannten Bunde zusammengeschlossen haben. (Vor-