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KC-Blätter · 1911-05-01 · Heft 8 (1.5.1911) · p. Seite 130

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 8 (1.5.1911)
Date
1911-05-01
Page
Seite 130 (sequence 16)
Language
German
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130 tfocfcr, Breslau XVI, Alaxstr. M -- 391. Dr. Leo i L ö u» o u st ein, lUiifiift a. E. — 402. Atarcus Al aier, ivioilmvrt, Älbertstr. -1 p. - 43.S. b'riift Al vses, München, Schum rstr. 6111. — -166. Dr. O st >v ald, Berlin W 39, RvUendorsstr. 41 p. 1. — 491. Moos, jvra(mrfl, Albertstr. 40. — 495. Rvscnbaum, Freitzurq, Allrertstrasre 24. — 509. Fritz Rvseuthal, München, Parkhvtcl. — 513. Karl Roseuthal, Cüln, Maternusstrafte 8/10. — 515. Max Roseuthal, Bonn, Bachstrafte57 p. — 517. Stöbert Rosenthal, Wiesbaden, j Oraniellstr. UI. - 525. Dr. Slothschild, Frankfurt a. Main, Fischardstr 43. - 557. Richard Schn er der. Kiel. Feldstr. 14 p. - 538. Spei er. Halle n. 2.. *>ar.; IS. - 676. Herbrt Liepmann, Freitzurg. Meria«- strafte 37. — 677. (5nrt Caspar Ftzift, Freiburg, Hcbelstr. 23. — 67;\ ^Richard Schindler, Freibnrg, Hebelstr. 23. — 679. Carl Heilna nn. Freibuch. Katharinenstr. 2 b. — Stammtisch Badeuic^Rr. 13. O re «stein, Karlsruhe, ltzarlenstr. 40. Wüchrvun8 Mäkkevfchau. =^) & Ein neuer Vorschlag zur Auflösung der Juden im Deutschtum. Von Dr. Fritz Baum (Spreviae. Badeuiae) iu Cüln. Es erschien da kürzlich ein Büchlein „Die Inden in Deutschland",*) an und für sich voll innerer Widersprüche, vor allen Dingen für den, dem jüdische Fragen nicht fremd, sondern Blntssache sind; doch, um. in studentischer Mundart zu sprechen, „ein gefährlicher Leim für Fi ixe", seiner Ehrlichkeit und seines sittlichen Ernstes halber. Eine .Hebung der Indennot in Dentschland erwägt der Verfasser, auf Anschauungen basierend, die ihn verwandt erscheinen lassen mit Frohmer. Rathenau ete. Doch zu seinen Ehren sei gesagt — des letzteren jüdischen Antisemitismus besitzt er nicht. Also — mal wieder einer, der nicht Geringeres will als die Auslösung des deutschen Judentums, als sein völliges Anfgehen in der deutschen Umgebung, das; von ihm nichts mehr bleibe, nicht Rasse, nicht Bewußtsein jahrtausendalter Geschichte undKulturarbeit, nicht gemeinsames Fühlen mit den Juden des Auslandes. Man disseriere genau: nicht etwa bloß ein faktisches Erlangen der bis dato nur papierenen Gleichberechtigung, nein, freiwillig mit Stumpf und Stiel, Haut und Haaren falten wir uns von denen, die er uns bewußt als deutsche gegenüberstellt, aussressen lassen. Er nennt das mit einer Emphase, die dem sonst etwas lehrhaften Tone des Schriftchens schlecht zu Gesichte steht, freien, steudigen Selbstmord. „Stirb zur rechten Zeit": also lehrt es Zarathustra. Ist es wirklich so gut. Nietzsche — Zarathustra als Eideshelfer zu zitieren, bei dem man nie weiß, ob der Gedanke paralytischem Rauschzustände oder einer Krankheitsremission entsprang? Und warum soll der Jude „sterben"? Weil unsere *) Verlag Carl Curüus, Berlin W 35, Preis geh. 1 Alk. Minderstellnttg in Deutschland Folge von Rasseneigenschaften und Gegensätzen zu dem Umwohnenden sei, die abgelegt werden müssen, und weil das ablehnende Verhalten der Volksmajorität eine Konsequenz unserer Sonderheiten sei. Ihm ist die Fortdauer dieser Isolierung in erster Linie eine Folge des schlechten Willens der Juden, die keine Deutsche werden wollen. Deutsche in seinem Sinne, Mischblütlinge. Das ablehnende Verhalten der Majorität, der Antisemitismus, den er übrigens im Einzelfalle trefflich schildert, findet desivegen bei ihm auch nicht die harten Worte, die uns das Gefühl für diese mangelndem Rrchtsbewnßsein entspringende Bewegung ergibt, sondern nur eine logische Erklärung ans der Rassendifserenz und höchstens einmal den Ausdruck des Bedauerns und der Ueberzengnng von sozialem und kulturellem unpraktischen Handeln der Andern. Ein Jude, der, wäre er nicht so blutlos, zweifelsohne ein zionistischer Radikaler geworden wäre, der im Antisemitismus (natürlich nicht dem der Staatsbürgerzeitnng) nur eiueii Ausdruck des Rasscninstinktes sieht. Solchem Gedankengange entspringen dann die sonderbarsten Bessernngsideen. Die zentrifugalen Kräfte im Judentum zu stärken, empfiehlt der Verfasser die Mischehe, unter Hintansetzung des wirtschaftlichen Gesichtspunktes. Ist Mach (der Verfasser des Buches) denn wirklich so irreal, daß er nicht weiß, daß wir meist uns declassieren müssen, suchen wir eine christliche Gefährtin? Ist denn etwa die fortgesetzte Blutsmischnng. die er erstrebt, als biologisch wertvoll erwiesen, nicht vielmehr im Gegenteil die so erzeugte progressive Bastardierung ein züchterischer Fehler? Zu der erforderlichen Auffrischung genügen die paar Tropfen Blutes, welche die naturgemäß dann und wann zwischen Juden und Christen erfolgenden Liebes- oder Geldsack-heiraten mit sich bringen, vollkommen. Was Blach erträumt und wünscht, ist ein naturwissenschaftliches Fehlpostulat. Noch utopistischer sein Verlangen:

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