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KC-Blätter · 1911-05-01 · Heft 8 (1.5.1911) · p. Seite 126

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 8 (1.5.1911)
Date
1911-05-01
Page
Seite 126 (sequence 12)
Language
German
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126 Studentenschaft, besanders aber die verdammten jüdischen Studenten, würde er mahl hinznfügen, miissen stranlm im Zügel gehalten werden. Sie dürfen nur jene Ansichteil äußern, die wir als „unentwegte Patrioten" für die richtigen haltell. Das ist der wahre Sinn der akademischen Freiheit! Ich erlaube mir anderer Ansicht zll fein: Studenten, die derartige Forderungen vertretell, sind m. E. nicht reif für die Universität, sie gehörerr in eine Kinderschule für Erwachselle, wo der wohlivollende und fürsorgliche Lehrer es sich ailgelegen sein läßt, für seine Schutzbefohlenen zu sorgen, ihnen vorzuschreiben, was sie essen mrd was sie trillken, wann sie A und wann sie B sagen sollen. K. E-.Ueflerionen. Bon Fritz Maier (Sprcvlae). Wohl fast alle Verbandsbrüder haben hällfig (ttelegenheit gehabt, mit Angehörigen anderer studentischer Verbände deutscher Hochschulen iiber Zweck und Ziel des eigenen Verbandes und dessen Eristenzberechtignng zu sprechen. Die Erfahrungen, die mall dabei niacht, sind durchweg dieselben. Weitaus der größte Teil hat sich mit der (beschichte der jüdischen Verbäilde — sit venia verbo — überhaupt nicht beschäftigt. Ullterschiede zwischen denl B. I. (5.. K. Z. V. lmd K. C. kailll er nicht macheil, weil er zum Nüancieren llicht die erforderlicheil Kenntnisse besitzt. Vimlllt llwn sich unii die Alühe und setzt bem Hernl voll der Burschenschaft oder vom S. C. die Unterschiede in der tendenziösen Strömung auseillander, so lvird lilan fast durchweg am Ende eines solchen (Gespräches den Eindruck - haben, man hat den Herrn überzeugt, nnb wird in dieser Ansicht bestärkt dlrrch den üblichen Schluß einer derartigen Ullterredllng: „Ja, weiln es auf lllich ailkäme, dann wären in meinem Corps bezrv. nleiner Burschenschaft längst Juden. Wir haben ja noch so nlld soviele alte Herren, welche Indeil sind oder waren usw." Ich möchte gar nicht all der Lallterheit dieser Behauptullgen zweifeln, nnb trotzdeiil haben wir das betrüberlde Empfinden, wenn wir die entscheidenden Wesenszüge der stndeiltischen Verbände überblicken, daß sich im Fallenlassen des alltisemitischell Prillzips eilte Aelldenlllg nicht fühlbar vlacht. Die Herrell finb ganz einfach zu feige, um ihre inbioibncUc Ansicht liefeingewurzelten Vorurteilen der Masse cntgegellzusetzen. Deim zweifellos gibt es doch Leute, die einem, nicht nur aus Höflichkeit sagell, nach ihrer Ansicht sei der Jude akadenlischer Vollbürger. Ans seinem Convente üllßert nian sich doch nicht. Ä!an konlmt nicht gerile in Verdacht, daß es in der eigenen Falnilie auch scholl stillkt. Vielleicht daß die Ernennllng von Judeil zll Neserveofsiziereil einen bestimmenden Einfluß Mlf die stlldelltischeil Verbände nusübt — vielleicht, aber wann? Diskussionen mit Angehörigen der beiden jüdischen Verbände, mit Mitgliedern vonl B. I. C. oder K. Z. B., zeitigen llvch größere lleberrnschungen. Vtan ist wohl allgenlein der Ansicht, daß unser Aufenthalt lrnter Ariern und die daniit verbundene Aufnahme germanischer Knltnreindrücke in uns gewissermaßen ein (Gefühl von Liebe zum Arischen erweckt haben, die sich llicht in Assimilation sbestrebungen zu äußern braucht, denn sie betont aildererseits bewußt den (Gegenwert des Indentnnls. Dieses (Gefühl haben wir jüdischeil Akadenliker alle mir mit bem Ullterschiede, daß der bl. C. es zngibt, der B. I. C. und bi. Z. V. es verleugnet. Wenn ich diese meine Meinung einem V. I. St.er mitteile, behauptet er kurzerhand, ich sei ein Assimilant, lind wehrt sich fanatisch gegen diese These. Der bV. Z. V.er auch, meist schlvächer, trotz seiner positiven Tendcnz. Und doch glallbe ich eitle Reihe von K. Z. V.ern zu tennen, die diese Erscheinung zu ihrer Tendenz in Konflikt gebracht hat. Man kann eben einfach eine jüdische Kultur nicht wieder anfblühen lassen, weiln man mit einem gewissen Quantum arischer Knltnr bereits geinlpft ist. Im allgemeinen ist eine Ullterhaktlulg mit einem V. I. St.er über eitle derartige Frage feine Annehmlichkeit, denn der Fanatismus seines Verbandes läßt den Zauber einer verfeinerten Kam.'fesart llicht allfkomnlell. Trotz diestn Telldenzgegensätze bedaliere ich in allgemein jiivischenl Illteresse die stlldentischen Zlvisligkeiteil der beiben Verbäilde, des k. C. und V. I. St Wir haben dalnals ben Fehler gelllacht, deli V. I. St. als Wafsellcorporatioll — lvie er sich .'ffiziell mich nennt — anfznfassen, rvas er aber ganz und gar nicht ist. Wenn wir K. C.er uns klar machen, — und dazu haben wie jetzt anläßlich des zu feierllden 25jährigen Stutnngssestes der Viadrina (Gelegenheit — was wir erreicht haben, so müssen wir der lieber.',ellgvng fein, daß das Anse heil des Verbandes gestärkt worden ist, nnb daß viel geleistet wlirde. Wir miissen aber auch ehrlich fein nnb uns hüten vor salscheil Bilderll. Telln tatsächlich ist es heute noch einem allständigen Inden illllllögtich, ili eilte christliche Corporatioil zll komnlen. Dies zu erreichen, dieser endliche Abschluß nuferes .Kampfes ist noch ein , Ziel, das tüchtiger Arbeit bedarf.

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