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KC-Blätter · 1911-05-01 · Heft 8 (1.5.1911) · page 3

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 8 (1.5.1911)
Date
1911-05-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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K. C.-Blätter fFloaafsffftciff du im Kariell-Eonvent vereinigien fiocporafionen. „Die Verbindungen im K. C. stehen auf dem Loden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Inden einen durch Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen vaterkande unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums, sofern sie der Tendenz von Absatz 1 nicht widerstreben, nehmen die Verbindungen im K. C. keine Stellung." M. N. 1. Wai 1911. 1. Jahrgang. Die Zeitschrift erscheint am 1. jedes Monats. Bezugspreis halbjährlich 2 Mk. Einzel-Nummer 50 Pf. Bestellungen übernehmen der Verlag sowie der Redakteur des studentischen Teils. Preis der i fach gespaltenen Zeile für Inserate 50 pf. ' Bei größeren Aufträgen und Wiederholungen wird Rabatt bewilligt. Inseratenannahme durch die Expedition des Blattes und den Redakteur des studentischen Teils Nachdruck der Original-Artikel, mit Ausnahme der durch einen besonderen vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Cluellenangabe gestattet. Die Juden und das Wirtschaftsleben. Bon Vr. Rudolf Wassermann (München). _ (l!acf)brucf verbaten.) Man bat es den Inden oft zum Borwurf gemacht, daß von ihnen die moderne tertkritifche Untersuchung der Bibel nicht ansgegangen ist, dos; es vielmehr der Protestantismus war, der hier bahnbrechend voranging, während das Judentum nur langsam und zögernd nachsolgte. Diesen Vorwurf kann man hinsichtlich der demographischen Erforschung des Judentums nicht erheben. Bis zum Jahre 1000 sah es damit überhaupt öde aus. Historisch war zwar einiges geleistet, aber die Gegenwart lag in einem düstern Bebel da. Es fehlte vor allem an dem erforderlichen Zahlenmaterial, um sie aufzuhellen. Das wurde ganz anders, als im Jahre 1003 der Verband für Statistik der Juden, hauptsächlich Zionisten, aber unter tätiger Mithilfe von jüdischen Männern aus allen Lagern, gegründet wurde. Sofort setzte eine umfassende Tätigkeit zur Gewinnung des Tatsachenmaterials ein. die ihren Mittelpunkt heute noch in der „gutgeleiteten" (Sombart, „Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden" findet. Die Frucht dieser Bemühungen waren in den nächsten Jahren eine Reihe von wertvollen Monographien und danebeir vier Werke, die in zusammeusassender Weise das gesamte Material, jedes in seiner Weise, nutzbar machen. Diese vier Werke sind Philippsohn's „bleueste Geschichte des jüdischen Volkes", Ruppin's ..Juden derGegenwart", Zollschan'S„Rassenproblem" und Sombart's „Die Juden und das Wirtschaftsleben". Damit ist ein gewaltiger Schritt vorwärts getan. Während wir noch im Jahre 1000 die Frage, was wissen wir von den Juden der Gegenwart, nicht viel anderes hätten beantworten können, wie die Franzosen im Jahre 173!) die Frage „cguel est le tiers £tat*‘: nämlich mit rien. können wir heute sagen, daß ein solides Oiebände des Wissens vom Judentum der Gegenwart aufgeführt ist. Tie vier angefi'lhrten Werke sind nicht von gleichetu Wert. Zollschan will nur eine Zusammenfassung sein, die aber auch in mnsterhafter Weise geboten wird, über Philippsohn's zweifellos instruktives Buch wird das Urteil je nach dir politischen Stellung, die man zum Judentum einnimmt, verschieden ansfallen. Einig wird nuut darüber sein, daß Ruppin sein Thema in vorbildlicher Weise behandelt hat. und auch Sombart wird man, mag man sich im übrigen zu seinen Ergebnissen stellen, wie man will, das Lob nicht versagen können, daß er in glanzender Weise einen Stoff, der bis dahin choch nicht übersehen war, gemeistert hat. j: In den folgenden Zeilen sott zuerst eine

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