KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1910-1911
- Issue
- Heft 7 (1.4.1911)
- Date
- 1911-04-01
- Page
- Seite 116 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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116 der Erstgeborene, das Ebenbild des Vaters, ritterlich und verbindlich, blond und gut gewachsen, ein echter Rechter»; Wolfgang, der Jüngere, schwach nnd kränklich, ganz wie die Mutter mit denselben tiefgründigen schwarzen Augen und der großen Silase. Ulrich der Graf, Wolfgang das Iudenkind. So grundverschieden wie in ihrem Aenßern sind die Brüder auch in ihrer Weltanschauung und Lebensführung. Ulrich rümpft die Rase über alles, ivas unter ihm steht: er wird Jurist und heiratet eine Fürstin. Wolfgang hat ein mitfühlendes Herz für die Elenden und Gedrückten, er widmet sich sozialen Studien. Flugschriften bringen ihn ins Gefängnis. Damit ist er für die Familie abgetan. 9hir feine Mutter erkennt jetzt, nachdem Wolfgang ans dem Gefängnis zurückgekehrt ist, ihren wahren Beruf. Mit ihrem Sohn, dem Ausgestoßenen, null sie denselben Weg gehen, wohin er auch führt. „Aber der nimmt nie ein Ende und führt über jedes Ziel wieder hinaus", erklärt ihr Wolfgang. „Kennst dll den Weg, den unser Stamm geht? Ahasver geht ihn". Sie sagt: „Nimm mich mit Dir — auf Ahasvers Weg". Reben diesen Hauptpersonen enthält der Roman noch eine Reihe meisterhaft gezeichneter Charaktere. Mit Offenheit und Freimütigkeit und einer erstaunlich klaren und lebendigen Darstellung versucht der Verfasser die Probleme unserer modernen Kultur, insbesondere das Rassenproblent, zu lösen. Er sucht ,yt ergründen, warum viele Juden in der llmgebnng. in die sie das Schicksal gepflanzt hat, trotz allen Bestrebens, trotz ihrer hervorragenden Eigenschaften nicht restlos aufgehen können. Selbst das festeste Band, die Ehe, vermag den Heimatlosen nach Ansicht des Verfassers nicht Wnrzelfestigkeit zu gebe,!. sJiic kann der Jude ausrnhen, muß immer wandern und suchen. — Ahasver! Dies der Inhalt des Buches. Zn dein darin behandelten Rasseproblem ist bereits in der vorigen Rümmer der K. E.-Blätter ausführlich Stellung genommen worden. Neues bringt Kahlenberg in dieser Hinsicht nicht; aber schon allein dieses ernste Problem in belletristischer Form dem Leser vor klugen zu führen, war eine dankenswerte Aufgabe, und sicherlich wird die Lektüre der Ahasvera den Neulingen auf dem Gebiete der Rassefragen eine interessante Belehrung, und den Kennern noch manche Anregung geben können. Edgar Oppenheimer-Cöln. Akademische Atlonalsheste. Heft l l. ,>ahrg. XXVli.;Hvcck und .ziel? des de nt scheu b'v rp s stu den» 1 e n t u m s. <3tdi* Selbstbeubachlung. Selbsiverantwortlichkeit, 3elbstbeher?schnng seien die,ziele der studentische»» Erziehung; der Verfasser verteidigt iu der Hauptsache die Aenßertichkeit, die mau deu Evrps 311111 Vanvurs mache, als eiu ttutweudiges Glittet zur Selbsterpehnug.) - Eine Al a h « « « g - a u d e u u ä ch st e u zl S) e u e r AI ü » n r < ft. - iH udvl f u. B t n it igseu als 31» d e u 1 i u sei n e u Briefe». (Vcrglcicht mau diese Briese mit de» heutigen 3tttdeilteudriefeu. su wird mau eine bewundernswertt Fälligkeit i» der Eilbvicktung des Sludettteuledeus kan» statiereu müsse».- - Die Leipiger Evrps iu deu ^al>reu IMS 1 Sl'.l. Die Heide!dergcr Patatia. — P e t e r W i l l, e t m 6 h r i st i a u B e u t h. - - ‘Ji 0 ch - malv „Hellmul Harriuga" uud die Evrps» stn deute», »Entgegen deil Ansführungen im «vebrnar» Heft der A. M. wird seht gegen die Tendenz dieses Romans Fruut gemacht und ein Aufruf Kliert, der schau vor 12 fahren den Evrps die Einschränkung dev Trint» Manges uahelegte, der auch desulgt ivarden sei, sodaß die Schilderung der gegenwärtigen b'arps-.'justäube iu „Hellmut Harriuga" nur als eine Verallgemeinerung vau Eillzelpartammnisseii angesehen werden dürfe». Deutscher ZLnrschentchast-r. Heft 12. 20. ^alngang. An g l» st v. N 0he bn e n n d d ie Dc n tsch e Bu rs chen - schast. «Der Verfasser erinnert zur aeier dev 1 r,<». (Hebnrtstages Alotzebnes an dessen Kampf mit der Burschen» schnst, der dadurch entstanden lvar, dag ans dem Wartbnrgsest van ISI7 unter den van der Burschenschaft als anstößig verdraiiiltell Schriften sich auch Kuliebiies „Gedichte des Deutschen Dicidjo" befand.l Etioas v v n japanisch e u T r a n s p 0 r t m i t t e l n. Tic E r - zieh n u g \ n uati 0 nale m (<■ I) r g e s ü h l. »Besprechung van Eberhard Blei,»hold, Deutsche riiassepalitil »nd die Erziehung zu natianalem Ehrgefühl. jWir fummcit nach darauf znrüct. Die Red.j). - - Als Knltn rp ivn ier bei m Bagd« dbahn bau. - Ten t s ri)böi>m e aber Deut s ch e r B ö h m e. — D a s u n g g e feil e n z i m m e r »Winke, sich sein H'inggeselleuzimmer behaglicher zu machen, als es van der Wirtin vermietet wird: Beseitigung aller svgenannten Ripps. chen, Wandbilder, die man durch Kunstdrucke ersehen sali.« Studenten >l n d Militär» t a n g l i ch feit. 1 An der Hand statistischen Materials wird der Nachweis gebricht, dag die Militärtanglichkeit mit der Länge des Cchnlbesnchs und der Länge der .''»eit zwischen Schnlabgang und Meldung erheblich abnimmt: die varwiegendste Krankheit ist die Kurzsichtigkeit und allgemeine Körperschwüche.) A. A. Zr.-Zcitschrisl. VII. z«hrg. Ar. 2. Tritz Reuter und der A l tv hu t. < Der Verfasser schildert, welche bedeutende Volle der Altahvl in sämtlichen Werten Venters spielt, welche Ralle er auch im Leben des Dichters spielt, (der schließlich daran zu Eirunde gegangen ist). - Kvtzebne und Sand ans der Bühne. ^Besprechung eines Buches van IN20 über Kvhebncs Ermordung durch Sand. Der Verfasser des Artikels beklagt, das; diese Tat nicht dramatische Bearbeitung gefniiden hat). — avhann Al arti n Alillers „Akademische Briefwechsel" (Schluß). o. Schknh der Pedaktion für Ar. 8: für den studentischen Teil: 2."». April 191 i für Anzeigen:.27. April 1911 Aussätze für den allgemeine n Teil werden jeder» zeit entgegengeuvmmen und kommen möglichst in der nächsten stummer zum 'Abdruck. Veranhvvrklicher Redakteur: I. V. Kr. Sewald Jaffa in Eöln, Eatier-Ring 20. Kafsenvcrwnltnng: Karl Löwen stein, Aachen, Heinrichsallee 2S. Verlag. Expedition und Druck: Philipp Amsel in Eöln, Manritinswall 52.