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KC-Blätter · 1911-02-01 · Heft 5 (1.2.1911) · p. Seite 76

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 5 (1.2.1911)
Date
1911-02-01
Page
Seite 76 (sequence 10)
Language
German
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der Bonner Korporationen zu erforschen. Das; Resultat war günstig. Insbesondere mus; hier; die sympathische Stellung der Bonner Bursch e n - ' schaft rühmend ermähnt werden, die ans eitlem erfreulichen Gerechtigkeitssinn heraus sich ans . Anregung der Burschenschaft Frankonia bereit erklärte, nicht nur unser Gesuch in der B.-B. zu unterstützen, sondern als eigene n A n t r a g zu übernehmen. So segelten wir denn unter; der Flagge der Burschenschaft, llm dieser die Be gründung des Antrags zu erleichtert,, versagten ' wir ein Mernoranduut, das seitens der Burschen schaft sämtlichen .Korporationen der B.-B. überreicht wurde. In diesem Memorandum wurde unsere Stellungnahme zuin Konfessionalismus nnd zu nationalen Fragen in deni schon mehrfach geschilderten Sinne eingehend erörtert und insbesondere darauf hingewiesert. das; unser Zusammenschlns; einem rein sozialen Anlas; entsprungen ist und mit religiösen oder konfessionellen Gesichtspunkten nicht das Mindeste zu tun hat. s Die entscheidende Sitzung der B.-B. verlief sehr stürmisch. Die Abstiintnung über bon burschenschaftlichen Antrag hatte das Ergebnis, das; 20 Korporationen fiir. ll) gegen denselben stinnnten. Zur Erreichung der statutarisch erforderlichen Dreiviertelmajorität ivaren indes 23 Stimmen notwendig. — Der Antrag war gefallet!. Vergleicht inan diese Abstiminnng mit der j des Wahres 1SMX), sv fällt sofort ins Auge, das; 1 die Stellung der Rheno-Silesia zur Bonner I Studentenschaft sich in erfreulicher Weise gebessert! hat. Während damals nur 10 Verbiudnugen! für uns und 22 gegen uns waren, hatte sich! das Stimmenverhältnis nunmehr beinahe um- ' gekehrt, llnser Unterliegen ist in dein besonders! schweren Erfordernis der Dreiviertel>nehrheit zu erblicken. Wäre eine Zweidrittelmehrheit — | auch schon eine recht schwere Bedingung — ge- | nügend getvesen, hätte der Antrag des D. E. Annahtne gefunden. Diese Wahlen erscheinen in einein für uns noch günstigeren Lichte, wenn man belücksichtigt, das; der Bonner S. (5., der durch 7 Corps vertreten ist, gegen uns gestinnnt hat. Dies ist zwar nicht offiziell mitgeteitt worden: aber es ist int Laufe der Zeit mit solcher Bestimmtheit durchgesickert, das; diese Tatsache als wahr unterstellt werden kann. Infolge seiner zahl e n m ä s; i g e n U e b e r - nt a ch t hat der S. C. es in der Hand, bei Abstittlmung von 30 Korporationen einen Beschlich. zu dem eine Dreiviertelmehrheit erforderlich ist, zu Fall zu bringen, wenn nur eine einzige fremde Stimme zu' den seinigen hinzutritt. Während also fast alle Verbände nnd Einzelkvrporationen für uns waren, war — abgesehen von wenigen Mitläufern, zu de>ien der B. D. St. gehörte —- nur der S. C. g e g e n uns. dein wir also unsere Nichtaufnahme zu verdanken haben. Die Gründe, die den S. C. zu der feindlichen Stellungnahme veranlagt haben, sind ans feinem ganzen Verhalten der Rheno-Silesia gegenüber klar ersichtlich. Das; konfessionelle Bedenken für ihtt nicht matzgebend gewesen sein können, geht schon daraus hervor, das; der S. E. sich durch Znstimmnng zu dein oben genannten Beschlüsse der V V. z„r Aufnahme konfessioneller Verbindungen bereit erklärt hatte. Die Gründe des S. C., die er bei der uns! güttstigett Stinnnung in der über unser Gesuch beschlietzendeti B.-B. nicht vorgetragen hat. liegen auf an tise »n it i sch ein (tzebiete. Im Rahtnett dieses Aufsatzes würde es zu weit j führen, die grotze Zahl der unfreundlichen Hand-! lnngeu des S. C. der Rheno Silesia gegenüber - aufzuzählen. Einige besonders charakteristische! Vorgänge seien nur angeführt. Es fei erinnert! an den anfangs geglückten Plan, die sämtlichen schlagenden Korporationen Bonns zu veranlassen, nl.s keine Satisfaktion ttlehr zu geben (wohl, daniit die Satisfaktiotlsvertveigernng des S. E., die er der Rheno Silesia gegen über eingeführt hatte, weniger ausfallend erschiene.) Von diesen! Erfolge hatte der S. E. jedoch nicht lange Freude, Rach kurzer Zeit wurde der allgenteine Verruf dank unserer ettergischen Abwehr wieder aufgehoben. Erinnert sei auch an den berühmten Bismarckfackelzug 1908, zn dem nur vom Rektorat ans freien Stücken eine Einladling erhalten hatten. Die Reihenfolge der Korporationen war durch Vereinbarnng zwischen dev! Rektorat und den Vertreter- Versammlungen schon festgelegt. Zinn lleberflus; hatten wir der präsidierenden Verbindung der B. V. von unserer Teilnahme Kenntnis ge-! geben. In den Zeitungen hatte es gestanden, das; zum ersten Mate die gesamte Bonner I Studentewchaft einmütig zuin Bisniarckturme l walle. Doch die Mitglieder des S. (£. machten! einen Strich durch die Rechltung. Eine Stunde j vor Atlfbrnch sagten sie, ohne vorher auch nur das Geringste verlauten zu lassen, ihre Teil- I nähme ab. Als schivächlichen Grund gab der! S. E. nachher an, das; er von der Teilnahme einer Korporation, die der B.-B nicht angehöre, nicht benachrichtigt wordett sei! Das; sich dies auf die Rheno-Silesia bezog, war klar nnd wurde allgemein richtig erkannt. Warum wurde da nicht offen Farbe bekannt!'' „Mit eitler! Judenverbindung gehen wir nicht zusattnnen in > einein Zuge;" das ist doch die Sprache, die der 1 Bonner S. C. sonst zu führen pflegt, lind das

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