KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1910-1911
- Issue
- Heft 5 (1.2.1911)
- Date
- 1911-02-01
- Page
- Seite 74 (sequence 8)
- Language
- German
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74 Ai. E. fehlen: das; es ferner eine grosse Zahl von Verbindungen gibt. die den jüdischen Waffen keinerlei Satisfaktion neben: das; es so und so oft vvrlommt. das; die jüdische Evuleur eine öffentliche Burüdselrnng und Besdiimpsung erfährt, ilder ist eo das etwa nicht, wenn man die jüdische Verbindung - aemeint ist natürlich die üldeno Silesia die sich an dem Tadelznge zu Ehren Bisniarcks beteiligen will, überhaupt nicht kennt, sie jahrelang zur Teilnahme an dieser Veranstaltung nicht ausfordert und. wenn einmal ein liberaler Rektor mit allen IKitUin darauf hinarbeitet, dast and) die jüdische Verbindung daran teilnimmt, das; dann die t v n a n ge b e n d e n Verbindungen uutev irgend einem Vorwände einfach nicht mittnn? ». s. w." Lv viel Säße, so viel Uiirid)tir\fcitcu! Bei Sdtildernng der Bonner studentischen Verhältnisse ist dnuon anszngehen, das; in Bonn zwei große Vertreteroersammlnngen bestehen: die Vertreteroersannnlnng mit Äussd)lns; der konfessionellen Verbindungen rrnd die Vertreter- Versammlung der katholischen Verbrrrdnngen. Diese Trennung der Bonner Studentenschaft in zwei — feindliche — Lager läßt noch Heute den Ilmfang erkennen, den der .ikampf gegen die konfessionellen Verbindungen in Bonn gehabt hat. Ist an ltnb für sich dieser .Omnps gegen Vestrebnugen. die eineTrennung der tkonfessionen im össentlichetl Leben ersehnen, degriindet nnd stehen wir diesem .h'arnpse sympathisch gegenüber, so schließt er doch für uns, die wir gewiß nicht aus religiösen nnd konfessionellen (Gründen, sondern a u s sozial e n n n d H o n o r i g k e i ts - g r n n d e n uns znsanunenschließen m tl ß t e n. — die Berechtiguilg hierzu ist jeßt wohl allgemein anerkannt —. den Nachteil i» sich, daß wir teils ans Unkenntnis. teils aus Bosheit mit den nltramontanen Verbindungen in einen Topf geworfelt rverderl. In die Vertreterversamn,lnng der katholischen Verbilldnngen gehörteil mir natürlich nicht. Nnd die Vertreterversanunlnng mit Ausschluß der konfessionellen Verbindungen sah uns in Verkennulig der Gründe unseres ^usanunenschlnsses als konfessionell an. Hier nmßte eingeseßt und durch Aufklärung nnd Berichtigung gewirkt lverden. Die Tatsachen mögen für unsere Arbeit sprechen. Am 12. Januar 1900 richtete die damals noch freie, d. h. keinem Verbände angehörende, Verbindung Rheno-Silesia ein offizielles Gesuch um Aufnahme in die Vertreterversammluug mit Ausschluß der konfessionellen Verbindungen (kurz: V.-V.). Schon nach wenigen Tagen erhielt sie von der V.-V. das erwartete Schreiben mit der Anfrage nach der onfcffio^iatität der Rhenv- Silesia. ^Einer wvlMblichen Verbindung erlaubt sich 'Unterfertigte im Aufträge der V.-V. falgendeü mitzilteileu: Die V.-V. ersucht um kurze Mitteilung der (HrnndsäKe. besonders bezüglich der »Trage, ob eine wohllöbliche Verbindung prinzipiell nur jüdische Studenten ansnimmt, ferner ob eine WoHllöblichc sich den Salzungen der V.-V. zu nnterwersen gewillt ist. Mit ftudent. ttrrnsre! T A. die Burschenschaft Trnntonia Unterschrift." Die RHeuo-Silesia gab darauf folgende Erklärung ab: ..Einer verehelichen Verlreterveriammlung der Studenten schuft 'Bonns erlauben »vir uns die an uns gestellten Tragen dahin zu beantworte«: .Zunächst ertlären wir. das; wir uns selbflversräiid jich iiml» unserer eoeiitnellen Ausnahme den Statuten und Bridiinffen einer verehrlichen V.-V. unterwersen lverden. Bezüglich der weiteren Trage nach unseren blrnndsähen und besonders, ob wir prinzipiell nur Znden ansnehmen, erividern wir. dal! uns jeder d n r dj 'K e l i n i o n s g e m einfd,ast bedingte Tnsammenschtust non Akademikern prinzipiell n n r i ch t i g e r s di e i n t. Der Umstand jedoch, das; die an den deutschen Hochschulen bestehenden Norpvrativnen fast ausnahmslos den jüdisdien Studenten satmngsgemäs; oder durch Usus ausschliesten. miistte den ÄAmsch rege werden lasse», dem jüdisdien Atademiler einen studentisch:» Aircio z» versdiassen. innerhalb dessen ihm die Möglichleit gegeben ist. die ans benmhen •v>od)id)nlei. üblichen Sitten, ftiibcntiidjcn Sinn und E-eselligteit zu pflege». Sabal) die in der Stlideiitenl'diast l>crrsd,eiid^ antlseiilitliit-e Stroinnug. die jene Tustande ge schaffen ha', sich ändert und die Möglichkeit gegeben sein wird, das: deutsche Studenten, wie es früher der TaU. umr, ohne Uutcrfdjicb ihres E»lanbenshelenutnis'i s in gemeinsamer Nvrpvration fiel) zu - sammensiiiben. so ivird nufere Verbiildnng selbst verstündlid gern den für sie heute dnrdidas Ehrgefühl bedingten >stanbi»nift Herinnen. Im j Irrigen wissen ivir uns mit der gesamten Stndeutenjdiast eins in der Törderung aller ge mcinfamen Interessen und der Betätigung vater-! ü n d i s d> c r Eiesinnnng. Mit slndeiit. tvrnstc! Treie Verb. ..Rhenv-Silrsia" Unterschrist." Durch Brief vom 18. Innnor 1900 qnb die V.-V. der Rheno-Silesia ohne Angabe von Gründet! Mitteilung von der Ablehnung ihres Gesuches. Wie wir erfuhren, hatten 22 .Korporationen gegen lO.Korporationen für unsere Aufnahme gestimmt. Da die Organisation der V.-V. ein studentisches Vorgehen gegen diese ausschloß, wandte sich die Rheno-Silesia an das Rektorat, um durch Vermittlung desselbett die von der V.-V. verweigerte Angabe der Ablehnnngsgriinde zu erfahren. Der Rektor anwvrtete folgendermaßen:. „Aus Ihre Eingabe vom 11. Tebrnar habe ich folgendes zu erividern: Ihr Gesuch nn die V.-V. ist nach meinen Informationen im Grunde als ein keineswegs nnbereditigtes erkannt worden. Die fchliestliche Abweisung desselben hing offenbar damit zusammen, das; die Versuche einer Wiedervereinigung der tatlwlischen Korporationen und den übrigen bei einem Teil der ersteren auf