KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1910-1911
- Issue
- Heft 4 (1.1.1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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64 sitälen überhaupt gelesen werden: Forstwissenschaft (nur in Alünchen, Tübingen und Gießen) 171 (129) und Tierheilkunde (in Gießen) 141 (107). Diese Zahlen ergeben, daß bei der rech tswissenschaftlichen und der pharmazeutischen Fakultät, bei denen schon im vergangenen Semester durch die Erschwerung der Eramina bezw. die ungünstigeren beruflichen Aussichten ein starker Rückgang zu verzeichnen war. wiederum einenichtmierheblicheVerminderungderStudiereN' den eingetreten ist. Zn den genannten Fakultäten ist in diesem Semester noch die Zahnheilkunde getreten. Abgesehen von diesen Fächern haben sämtliche Fakultäten eine Steigerung erfahren. Der Nachwuchs ist zunt überwiegenden Teil wieder der Medizin und den philogischen Fächern zngeslosselt. Hinsichtlich der Besucherzahl steht Berlin im laufenden Halbjahr mit 9086 Studierenden wieder an der Spitze der Universitäten, dann folgen München mit 6905, Leipzig hat 4900 Studenten, Bonn 3846. Halle 2001, Breslau 2454, Frei bürg 2240, Güttingen 2233, Straßbürg 2007, Münster 2047, Heildelberg 2007, Marburg 1981, Tübingen 1883, Jena 1037, Kid 1439, Würzburg 1425, Königsberg 1380, Gießen 1249. Erlangen 1011, Greifsivald 948, Rostock 810. In der Reihenfolge der Universitäten nach der Besucherzahl haben sich gegeniiber dem Vorjahr wieder verschiedene bemerkens werte Aenderungen ergeben: Kiel ist um zwei Stufen vorgerückt — von der 17. auf die 15. Stufe — und verdrängte Würzburg lind Königsberg. Halle überholte Breslau auf der 5. Stelle, Frciburg stieg auf die 7. Stelle und überflügelte Göttingen. und Heidelberg verlor die 10. Stelle an Münster. Außer den immatrikulierten Studierenden haben diesen Winter noch 3528 männliche und 1772 weibliche Personen die Erlaubnis zum Besuch von Universitätsvvrlesungen erhalten, so daß zurzeit insgesamt 00122 Personen am deutschen Universitätsttnterrjcht teiluel)im‘u gegen 57644 im letzten Winter. Die Wahle» zum Direktorium der akademilchen Lesehalle zu Aerlin hatten folgendes Ergebnis: Es wurden 1294 Stimmen abgegeben und im ganzen gewühlt: fünf Vertreter der nationalen Partei, zwei der freien Verwaltn ngspartei, zwei der jüdischen Partei, zwei der k a t h o l i s ch e n Partei, und e i u Vertreter der freien wissenschaftliche u V ereinigu n g. Die einzige Aendernng in der Zusammensetzung des Direktvriums besteht sonach darin, daß die fteie Verwaltungspartei, die im Vorjahre drei Vertreter hatte, einen Vertreter an die jüdische Partei verlor, die im Vorjahre nur einen Vertreter hatte. Tie jüdische Partei wurde seit einigen Jahren von der „Vereinigung jüd. .Korporationen" gebildet, die sich ans sämtlichen an der Berliner Universität bestehenden offiziell jüdischen Korporationen, der Hasmvnaea, Dahlemia, Sprevia und den beiden Vereine jüdischer Studenten, znsammensetz'te. .Infolge der Auseinandersetzungen zwischen B. I. St. und der Verbindung im K. C. Ghibelliuia in Freiburg trat auch in Berlin zwischen dem.K. E. und V. I. St. eine Spannung ein. derznsvlge die beiden V. I. St. auch offiziell ihren Austritt aus der „Vereinigung jüd. Korporationen" erklärten. Die Einigungsversuche der Dahlmia scheiterten, da die Sprevia ein weiteres Zusammengehen mit dem V. I. St. ablehnte. Tie in der „Vereinigung jüdischer Korporationen" verbliebenen Verbindungen Hasmvnaea, Tahlenüa und Sprevia beschlossen nun in diesem Jahre in einer gemeinsamen Vorbesprechung, für die diesmaligen Wahlen einen .'igenen .Kandidaten als offiziellen Vertreter der nach wie vor fort bestehenden „Vereinigung jüd. .Korporationen" nicht anszustellen, indem gleichzeitig ausdrücklich der Nechtsstandpunkt betont wurde, daß dieser Titel ausschließlich der im Wintersemester 1900/07 gegründeten Vereinigung zustehe, mithin nach Ausschneiden der beiden V. I. St. lediglich den drei noch verbleibenden Korporationen znfommi'it könne. Gleichwohl erschien zur Zeit der Wahlen ein Flugblatt, das von der Hasmvnaea, Dahlemia und den B. I. Sr. als „V e r e i n i g n n g j ü d. K o v p o rati o n e n" unterzeichnet war. Hiergegen erhob die Sprevia Protest beim Eentralverein, dessen Ergebnis zur ^eit noch nicht bekannt ist. Jedenfalls steht aber jetzt schon fest, daß die Verbindungen Hasmonaea und Dahlemia mit dem B. I. St. zufammengegnngen sind, ohne die Sprevia davon i n K e n ii t ii i s gese tz t z n haben, und daß sie sich durch in i ß b r ä n ch l i ch e B e n u tz u n g einer offiziellen Bezeichnung einer keineswegs ei n w a n d f r e i e u Handliingsweise schuldig gemacht haben. Durch diese Ueberrumpelung sah sich dann die Sprevia veranlaßt, von dem ursprünglichen Plane, einen eigenen Kandidaten anszustellen, abzngehen, und hat sich somit an den diesmaligen Wahlen überhaupt nicht beteiligt. Die Interessen des K. E. werden daher bei einem Direktorium, wie es jetzt gewählt ist. nur wenig Berücksichtigung finden, zumal die Vertreter der diesmaligen „jüdischen Partei" aus zwei .Korporationen (V. I. St. und Hasmvnaea) hervorgegangen sind, die ganz auf zionistischer Grundlge fußen. Da der K. C. bei den nächsten Wahlen sich auf jeden Fall aktiv beteiligen muß, dürfte es angezeigt sein, bereits schon jetzt dafür Propai! j I