KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1910-1911
- Issue
- Heft 4 (1.1.1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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K. C.-Blätter iUonotsfifirift ifcr im Kartell-Eonueut urt'etnigfcu .fmporationen. „Die verbinöunaen im K. <£. fteljeu auf dom Loden deutsch v c. terlÜndischer Gesinnung. Sie baden zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft nnd die Lrziebnna il^rcr Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und Recl'tsgemeinschast mit dem deittschen vaterlande unlöslich verbundenen volksteil bilden, jederzeit bereit und iinsrande sind, für die' politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzntreten. Zn politischen nnd religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums, sofern sie der Tendenz von Absatz 1 nicht widerstreben, nehmen die Verbindungen im K. T. keine Stellung." Mr. 4. 1. Aanuar 1911. i. Jahrgang. Dle Zeitschrift erscheint am 1. jedes Monats. Bezugspreis halbjährlich 2 Mk. Linzel-Nnmmer 5.0 pf. Bestellungen übernehmen der Verlag sowie der Redakteur des studentischen Teils. Preis der \ fach gespaltenen Zeile für Inserate 5» Pf. Bei größeren Aufträgen und Miederholungen wiid Rabatt bewilligt. Inseratenaunahme durch die Expedition des Blattes und den Redakteur des studennschen Teils. Nachdruck der »Sriglnal-ArMrel, mit Ausnahme der durch einen besonderen vermerk gegen Nachdruck geschuhten, nnter Quellenangabe gestattet. der K. T. und die Eoulenr. Livu I^r. v» 0 ri) f ii) i 1 b , b'ohuav i. C. ( Kljibelliniae). Wiefmiicii nur einem vlul)r in 3mu‘brüifen zu dein erften südwestdeutschen AL IS.tm] ,znfanunen. Wir nmren untrer nicht viele, ba die meiften an« dein Sübmeftcn der Serien halber in andere Himmelsrichtungen verflogen wareii; aber ein freimdlicher Zilfall wallte es, daß alle AL C.-Berbindnngen vertreteil ivaren, die im daiiialigen Deutschland Farben trilgen. Die Bikaren natürlich am zahlreiihsten anwesend nnd behaupteten. ans ihr Münchener l^rün stolzer zu foiu, als ivir andern ans unsere Farben es überhaupt fertig brächten; neben ihnen vereinte sich daS Blau der Ammer Nheno- Silesen. das Carininrot der Sprevia mit dem neuen Silbergran der Freibirrger Ghibellinen zu einein wahren Regenbogen von Farben, dem sich noch das historische Orange beifügte, das ein Alter Herr der Badenia trlig. (Ls fehlten Mir die alte Aiabrina und Fribnrgia, niid alte AL C.-Farben wären .',nsamlilen gewesen. Und wie ich nun in diesem farbenfrohen Al reise saß, und iiiich freute, daß im Often und Westen, im Süden und Norderl die verschiedenartigsten Bänder sich zu einem einzigen Bande harmonisch vereinigt hatten, kam mir von ungefähr aus entlegenen Dagen die Erinnerung auf, wo ich zum erstell Male eine Al. C.-Couleur gesehen habe. Fch war damals Tertianer und zu Besuch in Heidelberg, wo ich mich mit lebhaftem Interesse nach dem Charakter einer jeden Stndentenmühe erkundigte, mit einem mir hellte noch erinnerlichen lilertwürdig beklemineilden Gefühl erfuhr, daß alle diese .Korporationen Inden in ihre Reihen »licht anfitäbmcu, und daß diese deswegen in Droh rrnd Einsamkeit sich zu einer eigenen schlageiiden Eerbiilduilg zusammengetan hätten. Um nnn zu beweisen, daß Blut und Ehrgefühl auch ihnen nicht fehle, hätten sie sogar Couleur aufgesehl, uild mit ihren orangeneil Mühen zeigte»» sie offen an, daß sie sich der Eigenschasteil liicht schämten, um derentwillen sie aus de»» Reihen ihrer mitstudiererlden Brüder verbanilt seien. Dasselbe irlerkwürdige Gefühl, das damals in mir sieh regte, muß sich auch bei jedem andern einstellen, der zum ersteiunale erführt, daß in unseren ^eitlüufeu, wo die Menschheit die L'ujt erobert hat und den Nordpol sogar entdeckt zu haben vorgibt, die Universitätssitren noch derartig sind, daß sich die jüdischen Kommilitonen in besondereil .Korporationen zusammen tun müssen, wenn sie Atorporationslebeu geiließeu wollen, nnb daß sie durch eine jüdische