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KC-Blätter · 1910-12-01 · Heft 3 (1.12.1910) · p. Seite 48

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 3 (1.12.1910)
Date
1910-12-01
Page
Seite 48 (sequence 14)
Language
German
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48 Wer oberflächlich diese Dinge betrachtet, dem mag cs dabei wohl scheinen, als feien unsere Vereine allmählich in ihrem Wesen andere gelvorden. Aus solch! oberflächlicher Betrachtungsweise heraus erklären sich die immer wiederkehrcnden Stimmen in der Oeffentlichkeit. die seststellen wollen, daß wir nicht mehr antisemitisch oder daß wir einem Zuge nach links gefolgt feien, und die dann, .je nach ihrem Parteistandpuntt. uns darüber schelten oder unö ihr Wohlgefallen bezeugen. Wer sich aber nicht durch äußeren Echem ablenken läßt, wird unschwer erkennen, wie irrig jene Betrachtungsweise ist. In Wahrheit baden nicht wir uns geändert, sondern die Dinge um uns herum haben sich geändert.So ist eü mit dem Antisemitismus; er ist nicht anfgegebcn. aber er hat an aktueller Bedeutung eingebußt: dcuinn ist er für uns heute lv e n i g e r P r o g r a m m p u n k t a! s - g e i st i g e A t m o s p h ä r e; er ist wie die Luft, in der wir leben: wir atmen sie, wir brauchen sie: aber cs kommt uns nicht einmal iu jedem Augenblick zumBelvußtsein, daß wir d arin leben. Und ähnlich ist cs mit unserem Verhältnis zu den politischen Parteien und dem angeblicheil Ruck nach links: der 8 1 unserer Satzungen ist unverändert geblieben; geändert haben sich zunl Teil die linksliberalen Anschauungen; und aus dieser Aenderung ergibt sich notwendig eine Aenderung bei? beiderseitigen Verhältnisses. Damit find alle unsere Fragen beantwortet : Die Vereine deutscher Studenten werden auch in Zukunft iin Sinne ihrer bisherigen Bestrebungen weiterarbeiren. Ter Antisemitismus ist nicht aufi gegeben, - sondern nur, da er infolge der vielen unliebsamen Vorkommnisse der letzten Zeit stark disi kreditiert ist, bis auf bessere Zeiten verschoben.! Wenn sich die Wogen wieder geglättet haben, wenn die Vereine deutscher Studenten überall wieder mehr florieren, dann wird er wieder auf der Bild-; fläche erscheinen und Unfrieden in die ^leihen der! Studierenden tragen. Die Freude liberaler Blätter j war verfrüht. Der Einfluß einiger liberaler Studenten. die nunmehr in den Verein beiiifdjer Stu! denken ei «treten, kann auf den Charakter des Ver bandes nicht von Bedeutung sein. So bleibt der . Khffhäuserverband nach wie vor unser schärfster I Gegner im Kampfe um unsere Gleichberechtigung.! A. <? Urrbarrbs-Wachvichren. =i?) KKnringia Ureskau: Das Wintersemester begann am 1.7. Oktober. Die (definitiven) Chargenwahlen hatten folgendes Ergebnis: E. Silberstein X. S. Fischer XX. I*. Rosenbaum XXX, A. H. Guttmann F. M. für Tendenz, R. Engel F. M. für Komment. Die Semesterantrittskneipe fand am 5. Nov. unter reger Beteiligung von Alten Herren, Kartellbrüdern und Gästen statt. — Auf Anregung des A. H. G u t t m a n n finden regelmäßige DiSknssionsabende statt, an denen allgemeine, die Tendenz betreffende Fragen erörtert werden. Das bisher behandelte Thema, über welches A. H. S. Frankel referierte, lautete: „Welcher Begriff des Judentums liegt der K C.- Tendenz zu Grunde?" Verbindungsbestand: 9 Burschen und 5 Füxe. Burschen: (*. Silberstein, S. Fischer. F. Fischer, 1i. Mornwski, I. .Nvplvwitz, F. Spitz, '){. Ohnstein, L. Schlesinger. L. Rosenbanm. ty ü r e: W. Schnftan, I. Frost, 0>). Frost, P. Landsberg, E. (soldschmidt. A. K. W. Hhuringia-Wresta«: Die diesjährige Mitglieder-Versammlung des A. H. Ä. findet am Sonntag, den 18. Dezember 1910, 10 Uhr c. t. in Breslau auf der VerbindungSkneipe statt. Näheres ergibt sich aus dem Inserat. Navarra-Keidetöerg: Das Wintersemester, das am 17. Oktober begann, brachte einen recht erfreulichen Anfang. Durch eifriges Keilen gelang es. zu den 10 Aktiven 3 krasse Füxe zu gewinnen. Es zeigte sich dabei, daß die neue Kouleur den Keilbetrieb wesentlich erleichterte. Die Semesterantrittskneipe fand am 12. November statt. Chargenwahlen: E. H a h n X. K. N n g e r XX, H. Licht XXX, M. Iorecki F. M. Verbindungsbestand: 13 Burschen (davon!) beurlaubt). 8 Füxe. 5 ortsanwesende Inaktive. iöurfdje«: (x. Hal>». -U. )Inger. H. Licht, M. Wreschinski. Füxe: I. Moses, I. rttichheimer, R. Iarecki. Blaper, Ir. Aintjn, M. Schönhvlz, R. Jeremias, S. Westheimer. A. K. A. yprevia- Werkln: Am 7. Januar 1911: Festlichkeit mit Damen. Näheres Inserat. Licaria-München: Am 7. November fand zur Feier des ir>. Stiftungsfestes eine Bowlen, kneipe bei Neuner statt, an der sich außer den Aktiven nahezu sämtliche Alten Herren und Kartellbrüder beteiligten. Auf der Antrittskneipe hielt Czapski die Tendenzrede. Es wurden bisher 9 krasse Füxe ausgenommen, wodurch sich die Zahl der Aktivitas auf 42 hob. nämlich ll) Burschen (davon 13 beurlaubt), 23 Füxe; außerdem 6 ortsanwesende Inaktive. B u r s d) c n: B. ^tatzenstein. C. Inngmann, I. Alehcrsbera, A. Blendotvskp. I. lHebhardt. W. Hertz. Füxe: £). Adler, M. Berger, W. Dreper. F. Herlitz. P. Caan. E. lltadt, W. lltöttgen, E. Winter, F. Wassermarin, T. Taoid. S. Windmüller, E. Moses, W. Stern. A. Haas, H. Aronsohn. G. Beer. i)t. Alexander, Ernst Oppenheimer (aus Atarsberg i. W.), Ludlvig Vogelstein ans Lage, Lippe). Max Aronstein (aus Bühren i. W./ Fritz Ehrlich, Alfred ttrai) (ans Berlin), Roger Hapern (aus Forbach).

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