Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1906)
- Article
- Prof. Hilgard, Bekeley, über die Bedeutung der Böden trockener Zonen für die Kultur
- Date
- 1906-12-01
- Page
- Seite 374 (sequence 3)
- Language
- German
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— 374 — Man ist zweifellos berechtigt, die besondere Beschaffenheit der Böden der regen armen (oder zeitweilig regenaimen) Gegenden als einen -wichtigen Faktor in der Kulturgeschichte anzusehen, indem diese Landstriche, unseren gewöhnlichen Eindrückeu entgegen, zur Ernährung grösserer Bevölkerungen geeignet sind als die regenreichen Länder, deren Fruchtbarkeit laufend in das Weltmeer hinabfliesst. Infolge dieses Umstandes ist in der ariden Region der Kampf ums Dasein ein viel leichterer, sobald nur das lebengebende Wasser bereit gestellt werden kann. Ein grosser Teil der Landstriche, die jetzt als Wüste gelten, muss in Wirklichkeit als aussergewöhnlich fruchtbares Gelände betrachtet werden, auf dem es nur der unternehmenden, klug geleiteten Menschenhand bedarf, um die intensivste Pflanzenerzeugung zu ermöglichen. Die „grosse amerikanische Wüste" ist schon jetzt auf ein verhältnismässig kleines Areal zusammengeschrumpft; in der Zukunft wird es auch wohl den asiatischen und afrikanischen Wüsten zu einem erheblichen Teile so ergehen, sobald die Verhältnisse derartige werden, dass ihnen mit Kulturmassnahmen in der richtigen Weise auf den Leib gerückt werden kann. Hierbei wird eine zwekmässige Lösung der Wasserfrage immer die Hauptsache sein, aber in vielen Fällen keinen übermässigen Schwierigkeiten begegnen." Ich freue mich, in den damaligen Hilgardsehen Ausführungen wie ganz besonders auch in seinen neueren Werken eine Bestätigung meiner Ueberzeugung finden zu können, dass auch ein erheblicher Teil der heute wenig ertragfähigen, mehr oder minder wüstenartig erscheinenden unbewässerten Gefilde Syriens und Palästinas in sich den Keim grosser Fruchtbarkeit birgt. Möge bald der Tag kommen, der überall den schlummernden Keim zum Leben weckt! Seidenproduktion der Welt im Jahre 1905. Nach der von dem Syndikat der Lyoner Seidenhändler veröffentlichtem voi läufigen Statistik betrug die Seidenproduktion der Welt im Jahre 1905: 38 550 000 kg gegen 20 500 000 kg im Vorjahr. Für die einzelnen Länder wird sie folgendermassen angegeben: 1904 1905 Frische Rohseide Frische Rohseide Westeuropa: Kokons Kokons kg kg kg kg 7 825 000 625 000 8 009 000 632 000 56 760 000 4 900 000 52 000 000 4 250 000 995 000 77 000 1 050 000 78 000 Oesterreich-Ungarn: Tirol....... 1 170 000 j 1 1 675 000) Görz und Gradisca . '354 750 j 75 800 1 315 000 414 500 1 61 500 f 345 000 1 633 450 J 1 959 000 J zusammen . 5 917 000 5 305 000 Levante u. Mittelasien: Brussa und Anatolien . . 6 319 000 497 000 7 436 000 660 000 Syrien und Cypern . . 5 130 000 470 000 5 435 000 495 000 Saloniki, Adrianopel 2 904 000 256 000 3 365 000 280 000 Balkanstaaten: Bulgarien, Serbien und Rumänien 1 420 000 153 000 2 150 000 180 000 Griechenland und Kreta . 810 000 65 000 880 000 70 000 . 360 000 290 000 Persien und Turkestan 426 000 460 000 zusammen . . . 2 227 000 . 2 435 000