Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1906)
- Article
- Der Torfmull und seine Bedeutung für den Verkehr mit den Tropen
- Date
- 1906-12-01
- Page
- Seite 372 (sequence 3)
- Language
- German
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O70 - o/ L - in ergiebiger Weise Gebrauch gemacht worden sein, haben wir doch bereits im Jahrgang 1903 (S. 250) der „Mitteilungen des Vereins zur Förderung der Moorkultur im Deutschen Reiche" gelesen: „Exportsendungen von Laubholzern, welche lange Reisen in warmen Gegenden machen müssen, verpackt man am sichersten in trockenem Torfmull." lieber das Verfahren finden sich daselbst ausführliche Angaben. G. Schweinfurth. Prof. Hilgard, Berkeley, über die Bedeutung der Böden trockener Zonen für die Kultur. Von Oekonomierat O e t k e n , Oldenburg. Ich sandte seinerzeit je ein Exemplar der Nummern von „Altneulandu, die meine Abhandlung „Palästinafahrt eines Landwirtes" enthielten*) nebst Abdruck eines über meine Reise hier in Oldenburg gehaltenen Vortrages an Herrn Professor Hilgard in Kalifornien, der Direktor der grossen landwirtschaftlichen Versuchsstation in Berkeley ist. Hilgard gehört bekanntermassen zu den bedeutendsten Agrikulturchemikern und landwirtschaftlichen Forschern unserer Zeit und geniesst in der alten wie in der neuen Welt bei Gelehrten und Praktikern einen hervorragenden Ruf. Da ich schon zur Zeit der Abfassung meines "Werkes über die amerikanische Landwirtschaft (1892/93) mit Hilgard im Schriftwechsel stand und er mir wiedelholt Exemplare seiner vorzüglichen Arbeiten zu überweisen die Freundlichkeit hatte, kannte ich sein grosses und werktätiges Interesse für alle Fragen der Bodenfruchtbarkeit in südlichen bezw. halbtropischen Ländern und durfte deshalb annehmen, dass er meinen Ausführungen eine freundliche Beachtung schenken werde. Diese Annahme ist nicht getäuscht worden, wie nachstehender Auszug aus seinem vom 21. Oktober datierten Antwortschreiben erkennen lässt: „Ihre mir zugesandten Schriften über die Agrikulturverhältnisse Palästinas habe ich mit grösstem Interesse gelesen und beeile mich, Ihnen für diesen wertvollen Beitrag zu meinem Wissen über das interessante „Altneuland" meinen besten Dank zu sagen. Ihre Arbeiten waren mir um so mehr willkommen, als sie eine Bekräftigung und teils eine neue Beleuchtung meiner eigenen Forschungsergebnisse über die trockenen und feuchten Erdregionen darstellen. Man hat zuweilen gezweifelt, ob alles, was ich über die trockenen Distrikte der Vereinigten Staaten und die Mittel zu ihrer Fruchtbarmachung ausgeführt habe, auch für andere trockene Länder zutreffend sei. Ich aber bin sicher, dass dies der Fall ist, und alle Berichte über Indien, Aegypten, Mesopotamien und Persien bestätigen das. Dennoch freue ich mich, nun aus guter Quelle auch für das heilige Land eine Bestätigung meiner Ansichten zu erhalten, für das Land, welches von Seiten Unwissender und Eifernder bisher oft als ein Land der ewigen Unfruchtbarkeit und des Unsegens geschildert worden ist. Ich bedauere nur, dass ich Ihre Schriften zu spät erhielt, um sie noch in meinem soeben erschienenen Werke „Soils in the arid and humid regions" mit verwerten zu können." In seinem Schreiben weist Hilgard auf einen Vortrag hin, den er im November 1892 in der Physiologischen Gesellschaft zu Berlin gehalten hat, und von dem er mir einen Bericht übersendet. Ich will versuchen, den Gedankengang dieses hochinteressanten Vortrages mit ganz kurzen Worten in der Haupt- *) Nummern 4, 5 und 6 d. J.