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Altneuland · 1906-12-01 · Heft 12 (Dezember 1906) · p. Seite 354

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 12 (Dezember 1906)
Article
Pflanzungsverein "Palästina"
Date
1906-12-01
Page
Seite 354 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 354 — schiedenen Wegen nur und von verschiedenen Seiten, und dass wir uns um so näher stehen, je höher wir gekommen sind. Die Not der letzten Jahre hat manchen Gegensatz verwischt manche alte Streitfrage abgestumpft, Menschen und Gedanken einander genähert in der gemeinsamen Arbeit der Nothilfe. So lässt sich hoffen, dass es ein glücklicher Zeitpunkt ist, an dem ganz Israel in allen Ländern, alle Juden aller religiösen und politischen Parteien von neuem aufgefordert werden, sich auf dem alt-neutralen Boden zu dem alten "Werke der Palästina-Kolonisation zu einigen, das mit neuen Mitteln und in grösstem Umfange der Pflanzungsverein „Palästina" unternimmt. Der welterobernde Gedanke der Genossenschaft ist es, der hier einem uralten Problem die Lösung finden soll. Palästina soll wieder das Land der Juden werden; jeder Jude soll sein Stückchen des heiligen Landes besitzen, wie es der fromme Glaube der Jahrtausende der Verbannung geblieben ist. Aber nicht in dem Sinne, dass nun aus aller Welt der Rückstrom der Millionen beginnen soll, sondern nur in dem Sinne, dass eine Genossenschaft aller Juden der Welt das Land erwerbe, um einem Teile der Juden die Mittel zu geben, durch freie Arbeit in Selbstachtung und Bürgerstolz zu bestehen. Ein begeisternder Gedanke fürwahr! Die über alle Länder des Planeten zerstreuten Massen zu einigen in einer Bruderschaft, jedem einzelnen für ein kleines Opfer einen realen, unvergänglichen Anteil zu geben an dem Lande, dessen Geschichte die Welt überstrahlt, um einer repräsentativen Minderheit die Möglichkeit zu geben, wieder ein Volk im eigentlichen Sinne zu werden, ein Volk mit einer Heimat! Die halbverdorrten Stecklinge wieder einzupflanzen in Mutterboden, damit sie wieder Wurzeln schlagen, damit der alte starke Wald des unzerstörbaren Volkstums wieder aufwachse auf dem verdorrten Boden, der verkam, seit die Mordaxt ihn rodete! Denn das ist das grosse Mittel, um aus den verelendeten Zwangshandwerkern und Händlern Osteuropas .wieder Vollmenschen zu machen, die ruhigen Blickes ihr Schicksal in den eigenen starken Händen wägen. Legt den Menschen an die Brust der Mutter Natur und sie gibt ihm die Riesenkräfte zurück, die ihm verloren gingen! Fast nur über den Gartenbau führt der Weg zur Bauernschaft, und nur in der Bauernschaft kann unser

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