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Altneuland · 1906-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1906) · p. Seite 344

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Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1906)
Article
Über die Halbinsel Sinai [Nachricht]
Date
1906-10-01
Page
Seite 344 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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— 344 — bedeutet, so erklären sich die falsch aufgefassten Zahlen. Statt dass der Stamm Rüben 46 500 Personen zählt, nimmt Petrie 46 Familien an, die im ganzen 500 Seelen zählen. Wenn die Listen in dieser Weise durchgegangen werden, zeigt sich . das überraschende Ergebnis von 598 Zelten oder Familien bei der ersten Zählung, mit 5550 Personen im ganzen, durchschnittlich 9,3 auf die Familie, und bei der zweiten Zählung 596 Zelte, 5730 Personen im ganzen, 9,6 im Durchschnitt. Diese Zahlen stimmen zu den bekannten geschichtlichen Verhältnissen, denn so viele Personen konnten Gosen verlassen und in Sinai leben. Und wenn dem entgegen gehalten wird, dass so wenige kampffähige Männer, wahrscheinlich nicht über 1500, nicht Palästina einnehmen konnten, so lautet die Antwort, dass Palästina ein entvölkertes Land war, da es durch verschiedene Einfälle der Aegypter gelitten hatte, und dass die Hebräer die zerstreuten Stämme, mit denen sie in Berührung kamen, an sich zogen. Wichtige Entdeckungen aus dem alten Palästina. Aus London wird berichtet: In der Jahresversammlung des „Palestine exploration fund" erstattete Stewart Macalister einen sehr interessanten Bericht über die letzten Ausgrabungen, die unter seiner Leitung in Palästina vorgenommen worden sind. Besonders bemerkenswert waren die Entdeckungen in der kanaanitischenKönigstadt Gezer, wo wertvolle Reste der alten Stadt, Stadttore, Teile von einem Tempel, Stadtwälle, Häuser aus der Zeit um 1450 v. Chr. und Pfeiler auf einer Steinbasis, auf denen der Tempel ruhte, gefunden wurden. Auch die Eingänge zu fünf oder sechs Höhlen mit 15 oder 16 einzelnen Kammern wurden durchforscht; sie stammten aus sehr verschiedenen Epochen, die sich über die Zeit von 3000—200 v. Chr. erstreckten, und in einer von ihnen wurden wertvolle Gegenstände ägyptischen Ursprungs, und zwar aus dem Mittleren Reich, gefunden. An der nördlichsten Ausgrabungsstätte lag die grosse Anhöhe, die vielleicht die früheste Stätte semitischer Gottes Verehrung in Palästina darstellt. Auch ein einzelner grosser Stein wurde entdeckt, der augenscheinlich nicht lokalen Ursprungs war, sondern, wie man vermutet, aus Jerusalem stammte. Auch Gegenstände, die augenscheinlich mit vors emi tischer Gottes Verehrung zusammenhingen, fanden sich, ebenso eine Bronzestatuette der Göttin Aschtoreth in gutem Erhaltungszustande. Man grub ferner das alte Reservoir aus, das etwa 14 Millionen Liter fasste, und stellte aus einigen Fragmenten und den Toren die Identität der Burg von Simon Makkabäus fest, auf deren Dach eine Reihe von Bädern entdeckt wurden. Auch die künftigen Ausgrabungen scheinen reiche Ergebnisse zu versprechen, denn an dieser Stelle wurde Stadt auf Stadt gebaut, und so wurden im Laufe von einem Jahrtausend immer neue Städte auf den Trümmern der untergegangenen früheren errichtet. Macalister war auch in der Lage, den Grundriss des Tempels Salomos festzustellen und die späteren assyrischen Hinzufügungen abzutrennen. Schliesslich wurde noch eine Reihe von Gräbern aus verschiedenen Zeiten, von den ältesten bis zu denen der . Makkabäer und noch später, geöffnet; von einem Grabe nimmt man an, dass es eins der frühesten Philistergräber im Lande sein dürfte, während ein anderesdeutlich der Makkabäerzeit angehörte. Zu den interessantesten Einzelfunden gehörte eine Weinpresse mit Mosaikfussboden und Kufen. Weitere Arbeiten sollen an einer noch nicht genannten Stätte mit einem neuen Ferman vom Sultan in Angriff genommen werden. Die Ausgrabungen erforderten eine Ausgabe von 2000 Mark für jeden Monat. Verantwortlich für den redaktionellen Teil von „Altneuland" Dr. S. Soskin, Berlin. Druck von Pass & Gar leb G.m.b.H., Berlin W.35, Steglitzerstr.il.

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