Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1906)
- Article
- Bericht des Bezalel
- Date
- 1906-10-01
- Page
- Seite 318 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2266000-2266027-2266037-2268582--2038-2268655- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 318 — zu helfen. Beinahe eine jede von ihnen hat schon nach drei Monaten einen kleinen Teppich nach der persischen technischen Art verfertigt. Künftighin sollen jene Frauen, die das Teppichknüpfen nicht erlernen können, nur Spinnerei lernen. Sie sollen dann ein Spinnrad, das sie ratenweise abzuzahlen haben, nach Hause bekommen und durch Spinnen von Wolle für die Teppiche ihr Brot verdienen können. Mit dieser Arbeit können sich auch die ältesten und schwächsten Frauen beschäftigen. Die Schüler stammen aus den verschiedensten Ländern mit den verschiedensten Sprachen. Es muss allmählich eine Sprache als die allgemeinherrschende eingeführt werden, und zwar die hebräische Sprache, die Sprache des Heiligen Landes. Sie soll noeh mehr dazu beitragen, den einheitlichen Geist, der alle Schüler ohnehin schon in Freundschaft und Liebe verknüpft, noch stärker auszubilden. Unsere Abbildungen stellen die verschiedenen Abteilungen des „Bezalel"-Institutes gerade zur Zeit des Unterrichts und die Arbeiten der Schüler dar. Der Einfluss der Bezalel-Schule reicht weit über die Resultate hinaus, die sie unmittelbar durch den Unterricht und die Gewährung von Arbeitsmöglichkeit erzielt. Schon der Beginn ihres Bestehens zeigt deutlich, dass ihr die Rolle eines bedeutenden kulturellen Faktors im Lande beschieden ist. Viele von den besten und intelligentesten Elementen scharen sich um den „Bezalel" und verbreiten in der Bevölkerung seine Ideen. Besonders wichtig sind die guten Beziehungen des Bezalel- Institutes zur jüdischen Lehrerschaft des Landes. So haben sich zur Ferienzeit 47 jüdische Lehrer und Lehrerinnen aus ganz Palästina und auch aus Syrien in Jaffa versammelt, und Professor Schatz und einige seiner Schüler hielten mit ihnen einen Monat lang Zeichenkurse ab, die höchst befriedigende Ergebnisse brachten und die Einführung des Zeichenunterrichtes in den jüdischen Schulen nunmehr ermöglichen werden. Prof. Schatz wurde für seine Mühe und den sorgfältigen Unterricht in warmen Worten der Dank der Lehrerversammlung ausgesprochen. Der Bitte der Versammlung, im nächsten Sommer die Kurse wiederum abzuhalten, versprach Prof. Schatz gern entgegenzukommen. Die Lehrer wiederum suchen die Bestrebungen des Bezalel in jeder Weise zu fördern. So traten alle in Jaffa versammelten Lehrer dem von den Schülern des Bezalel begründeten Vereine Deborab bei. Dieser Verein verfolgt hauptsächlich den Zweck,