Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 9 (September 1906)
- Article
- Die Entdeckung des wilden Urweizens in Palästina
- Date
- 1906-09-01
- Page
- Seite 267 (sequence 2)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
- Tiberias 1× ep/1048138
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— 267 — sich bisher noch in keinem Lande der Welt (es sei denn das Einkorn in Südwest-Frankreich) als verwilderte und dauerbeständige Formen verbreitet und eingebürgert haben, zudem wird auch die der Hermonpflanze nächstverwandte Unterart des Kulturweizens, nämlich der Emmer, heutigentags in Vorderasien nicht mehr angebiaut. Man hat bisher weder Emmer in Kleinasien, noch in Syrien irgendwo angebaut gefunden, aber Hausknecht hat die primitive Form des Kulturweizens im Lande der Bachtyaren, des alten rätselhaften Völkerrests von Luristan, angetroffen. Mittlerweile waren viele Jahre verflossen, ohne daß es aller Bemühungen ungeachtet möglich gewesen wäre, genaueres über das Vorkommen und die weitere Verbreitung der interessanten Grasart vom Heraion in Erfahrung zu bringen. In diesem Sommer ist es endlich dem in verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen wohlbewanderten Agronomen Aaronsohn gelungen, die von Kotschy bei Raschaja gefundene Pflanze auch am Südostabfall des Hermon bei Arny und, was in Anbetracht der genaueren Erforschung des Westjordangebiets noch mehr überraschen muß, auch bei Rosch- Pinah und an den Ostabfällen des Dschebel Safed und Kanaan einzusammeln, überall in reicher Verbreitung. Rosch-Pinah ist eine jüdische Agrikulturstation von 800 Seelen in der Nähe von Dschaune und in Nordwest vom See von Tiberias gelegen. Aaronsohn, der seine Ausbildung auf der landwirtschaftlichen Hochschule zu Grignon erhielt, ist der Sohn eines Kolonisten von Zichron-Jacob (Erinnerung an Jacob, eine Stiftung von James Rothschild) bei Haifa und von Jugend auf in ländlichen Verhältnissen erzogen. Seit etwa 2V2 Jahren hat Aaronsohn im Auftrage der Zionistischen Kommission zur Erforschung von Palästina als Geologe und Botaniker verschiedene Erkundigungs- und Forschungsreisen ausgeführt, davon zwei in Begleitung Dr. Blanckenhorns, des besten Kenners der Geologie jener Gegenden. Man kann sich vorstellen, wie vieles noch in diesem so oft bereisten Lande ausfindig zu machen sein muß, wenn eine Pflanze von der Bedeutung des wilden Emmers so lange unbeachtet bleiben konnte. Von einer verwilderten Form kann jetzt keine Rede mehr sein, nachdem die Grasart an so vielen und räumlich weitgetrennten Orten, dann auch in verschiedentlich abweichenden Spielarten angetroffen worden ist.