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Altneuland · 1906-09-01 · Heft 9 (September 1906) · p. Seite 261

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 9 (September 1906)
Article
Die Bekämpfung der Malaria
Date
1906-09-01
Page
Seite 261 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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— 261 — malarischen Aktion betraut und eine dreißigtägige Intensivkur durchgeführt. Der Erfolg war unleugbar. Die Gesamtkosten der im Jahre 1903 systematisch durchgeführten Malariatilgungsaktion betrugen 26 243,9 K. Der Erfolg der Aktion kommt darin zum Ausdruck, daß im Jahre 1903 in allen zwölf Ortschaften, in denen die Aktion durchgeführt wurde, zusammen um die Hälfte weniger Leute gestorben sind als im jährlichen Durchschnitte der drei vergangenen Jahre.*) Das Wiener Stadtphysikat faßt die Haupt grundsätze für die Wirkung und Bekämpfung der Malariakrankheit wie folgt zusammen: 1. Die Krankheit wird den Menschen durch besondere Arten von Stechmücken, die sich vorher an Malariakranken angesteckt haben, eingeimpft. 2. Es ist ein Irrtum zu glauben, daß die Krankheit durch Ausdünstungen des Erdbodens namentlich in sumpfigen Landstrichen erzeugt wird. 3. Wer sich gegen Stechmücken gut schützt, ist auch sicher vor der Krankheit. 4. Die Gefahr, von Malariamücken gestochen zu werden, ist am größten in der Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, weil die Mücken am liebsten des Abends, während der Nacht und in den frühen Morgenstunden umherschwärmen und den Menschen sowohl im Freien als in geschlossenen Räumen bedrohen. 5. Während der Tagesstunden halten sich die Malariamücken, ohne viel umherzufliegen, an Bäumen und Sträuchern, im Grase und in anderen Verstecken, besonders zahlreich in der Nähe still liegender, auch ganz kleiner Wasseransammlungen, auf deren Oberfläche sie die Eier legen, auf. Auch in Häusern und in deren Nebengebäuden aller Art verstecken sie sich bei Tage und suchen ruhige dunkle Stellen auf, um möglichst unentdeckt und ungestört zu bleiben. 6. In Wohnungen schützt man sich gegen Mückenstiche am besten dadurch, daß den Mücken das Eindringen in das Haus durch Drahtnetze verwehrt wird. Wo solche Schutznetze nicht angebracht sind, oder aus was für Ursachen immer einzelne Mücken trotzdem eindringen konnten, muß man ihnen bei Tag möglichst nachstellen und sie töten; vor Sonnenuntergang soll man überdies die Mücken verscheuchen oder sie betäuben, um in der Nacht Ruhe vor ihnen zu haben. 7. Verscheucht werden die Mücken durch starke Zugluft, sicherer je- *) Weitere wissenschaftliche Details über diesen und andere Punkte der Malariabekämpfung habe ich in den Wiener „Medizin. Blättern", No. 28, 1906 publiziert.

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