Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1906)
- Article
- Die Hedschasbahn [Nachricht]
- Date
- 1906-07-01
- Page
- Seite 240 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 2× ep/1047811
- Haifa 1× ep/1047930
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— 240 — ternber 1903 die StreckeDamaskus—Dercat gebaut, und somit tritt die auffällige Erscheinung ein, dass in dem an Verkehrswegen so armen Lande zwei Bahnen, die Haurän- und die Mekkalinie, oft nur mit 700 m Abstand gleichlaufend dahinziehen. Bald darauf wurde die Linie bis Hammam fertiggestellt und in Betrieb gesetzt, während am Jahrestage der Thronbesteigung des Sultans, am 1. September 1905, die ganze 600 km lange Strecke bis Ma'an eröffnet wurde, im Beisein einer Gesandtschaft des Sultans, welche von den Vertretern der Stadt Medina, dem Mufti und mehreren Ulemas aus Mekka begrüsst wurde. Jetzt verkehren auf der Linie Maeän—Damaskus wöchentlich schon zwei Personen- und 5 Güterzüge, und man darf annehmen, dass die Weiterführung über Kelaa, Medina nach. Mekka — immer noch 1100 km — programmmässig erfolgt, wenn auch die Innehaltuug des Termines 1912 für die Fertigstellung der Zweigbahnen sich nicht verwirklichen wird. Dann wäre Mekka bezüglich der durch eine Zweigbahn angeschlossene Hafen Dschedda die Endstation; aber wie im Norden Damaskus Anschluss an Haifa, Behtit und nach Norden über Haleb an die Bagdadbahn entweder schon gefunden hat oder doch finden wird, so eröffnen sich auch Aussichten, dass Mekka nicht Endstation der Bahn bleibt, dass die Hedschasbahn vielmehr ihre Fortsetzung bis zu dem englischen Hafen Aden am Indischen Ozean finden wird. Am 20. März 1903 machte ein Vertrag zwischen dem Sultan und der englischen Regierung durch eine Grenzregulieruug des nördlichen Hinterlandes von Aden und der arabisch-türkischen Provinz Jemen den unausgesetzten Grenzstreitigkeiten vorläufig dadurch ein Ende, dass das Hinterland von Aden zu einer Grösse von 22 000 qkm anwuchs mit dem nördlichsten Punkte Dalaa. Die Regierung von Indien, welcher Aden untersteht, beabsichtigt, Dalaa mit Aden durch eine Bahnlinie zu verbinden. Verwirklicht sich diese Absicht, so bleibt für eine Bahnverbindung von Aden bis Konstantinopel über Mekka, Damaskus, Haleb, Bagdad- und anatolische Bahn nur die Füllung der Lücke Dalaa—Mekka — wenig mehr als 1000 km — übrig. Eine solche Linie durchliefe das „Arabia felix", den fruchtbarsten und am meisten bevölkerten Teil der Halbinsel, und verbände den Indischen Ozean mit dem Ostbecken des Mittelländischen Meeres durch eine ununterbrochene Bahnverbindung, welche den hohen Suezzöllen erfolgreiche Konkurrenz und die schreckliche Fahrt durch das Rote Meer unnötig machen würde. Tritt diese Kombination aber in die Wirklichkeit, dann wird der religiöse Zweck der Hedschasbahn den wirtschaftlichen Zielen eines Weltverkehrs weichen. Dampfboot auf dem See Genezareth. Die „Frankfurter Zeitung" vom 7. August d. J. bringt die folgende Mitteilung: Ein kleines Dampfboot ist, wie man uns mitteilt, im See Genezareth vom Stapel gelassen worden, das die Verbinduog zwischen der Eisenbahnstation Semakh (Samach) am See mit dem nordwestlich davon liegenden Tiberias noch in diesem Monat herstellen soll. Semakh ist Station der von Haifa (am Fnsse des Karmel) ausgehenden Linie, welche bei El Mzerib die grosse Mekkabahn erreichen wird. Auch spricht man von einer Eisenbahn Jerusalem—Nablus—Jenin (Dschenin, Engannim) mit Anschluss an die Haifalinie bei Afuleh, von wo Nazaret leicht und nahe zu erreichen ist. Diese Linie, die wichtig für den Innenhandel werden könnte, wird aber aus religiösen Gründen bekämpft.