Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1906)
- Article
- Bericht der Palästinakommission
- Date
- 1906-07-01
- Page
- Seite 224 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2266000-2266027-2266035-2268391--1894-2268464- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 224 — klärende Werke über Palästina herausgegeben werden. Ein kleines Handbuch über die allgemeinen Verhältnisse Palästinas von Herrn Trietsch ist durch die Unterstützung der Palästinakommission zustande gekommen und befindet sich jetzt im Druck, ein Handbuch über die Landwirtschaft in Palästina von den Herren Aaronsohn und Dr. Soskin ist gleichfalls im Manuskript fast fertig. Auch eine hebräische Wandkarte, speziell für die Schulen bestimmt, soll jetzt angefertigt werden, und es sind die diesbezüglichen Unterhandlungen mit einem leistungsfähigen Verleger schon zum Abschluss gekommen. Zur Verbreitung spezieller Palästinakenntnisse dient das Bureau der Kommission, das wir seit zwei Jahren besitzen, aber -erst in diesem Frühling mit einem ständigen Sekretär ausgestattet haben. Während die Mitglieder der Kommission bis dahin die immer umfangreicher werdende Korrespondenz selbst geführt hatten, so ist das jetzt nicht mehr möglich, besonders da infolge der russischen Wirren eine Menge Anfragen von Auswanderungslustigen an uns gelangen, deren Beantwortung zum Teil erst eine längere Korrespondenz oder spezielle Nachforschungen vorangehen müssen. 3. Organisatorische Arbeiten. Was die organisatorischen Arbeiten der Palästinakommission betrifft, so ist an die erste Stelle die Weiterentwicklung der Frage einer landwirtschaftlichen Versuchsstation zu setzen. Wir sind mit der, die Güter des Baron Edm. Rothschild in Palästina verwaltenden Kommission der J. C. A. übereingekommen, dass dem Nationalfonds ein Terrain von 500 Dunam Ackerlandes und ebensoviel Berglandes von Athlit bei Haifa abgetreten wird zu einem relativ recht billigen Preis. Leider konnte die tatsächliche Abtretung noch nicht vollzogen werden, da noch Verhandlungen der Verwaltung mit einzelnen, daselbst Enklaven besitzenden Eingeborenen schweben; jedoch erwarten wir, im Herbst das Land zu erhalten. Da es in den jetzigen Zeiten kaum möglich sein wird, das den dauernden Betrieb der Versuchsstation garantierende Kapital von mindestens 300 000 Mark aufzubringen, und wir in keinem Falle eine Institution schaffen dürfen, die, wenn sie auf Jahresbeiträge gestellt ist, Gefahr laufen muss, in ungünstigen Zeiten ihren Betrieb einzustellen, wodurch dann langjährige Versuche zum Scheitern gebracht würden, so haben wir beschlossen, das Land vorläufig als kleine Farm zu bewirtschaften, was nicht viel kostet, und