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Altneuland · 1906-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1906) · p. Seite 219

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1906)
Article
Die Auffindung des wilden Emmers (Triticum Dicoccum) in Nordpalästina
Date
1906-07-01
Page
Seite 219 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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— 219 — eher das Tr. durum erklären, statt, wie früher, das Tr. turgidum. Die dick- und langährigen Emmerformen sollen sich nur durch die längeren Grannen von Tr. durum unterscheiden lassen. Uebrigens könne man eine ganze Anzahl von Kulturformen mit demselben Rechte zu durum wie zu turgidum stellen. Als dem Tr. dicoccum der Kultur zunächststehend und von ihm nur durch die Zähigkeit der Spindel verschieden, sowie durch die leichtere Ablösbarkeit der Körner aus den Spelzen, glaubt Körnicke die Form des durum complanatum bezeichnen zu können. In Verbindung mit den Aaronsohnschen Funden werden die mitgeteilten Anschauungen des Altmeisters der Zerealienkunde Interesse erwecken. Ausführliche Angaben in bezug auf das gegenseitige Verhalten der langen Formenreihen dieser wichtigen Brotpflanzen finden sich in dem klassischen Werke der Synopsis der mitteleuropäischen Flora von Ascherson und Graebner. Das Problem, in welchem Lande der Ursprung der Emmerkultur zu suchen sei, wo der erste Versuch gemacht wurde, den Weizen aus der freien Natur in den Dienst des Menschen zu stellen, wird seiner Lösung erst näher gebracht werden können, wenn mehr sichere Anhaltspunkte zur Beurteilung der frühesten Völkerentwickelung in den Euphratländern und in Zentralasien gewonnen sein werden, wenn, um es mit einem Wort zu sagen, an Stelle der jetzigen Gleichung mit vielen Unbekannten eine vereinfachte Berechnung aller Kulturfaktoren, die dabei mitgewirkt haben, gestattet ist. Diese Faktoren sind in erster Linie Ackerbau, Schrift und Religion. Da in Aegypten so viele Ueberbleibsel von der ältesten Kultur unweigerlich auf die Euphratländer, das alte Babylonien, bezw. auf das engere Chaldäa hinweisen, ist die gesicherte Feststellung einer wilden Reliktform der Stammart des Weizens in einem dazwischenliegenden Gebiete von grosser Bedeutung. Erwägungen verschiedener Art, deren Darlegung hier unterbleiben muss, haben Kör nicke veranlasst, der Gerste in der Entwickelung des Ackerbaus vor dem Weizen (bezw. Emmer) die Primagenitur zuzuerkennen. Ob aber die Urbabylonier (Sumer), die wahrscheinlich Turanier und als solche dem Ursprünge vieler im Laufe der Zeiten weit nach Westen verbreiteter Nutzpflanzen näher waren als andere Völker Vorderasiens, ob diese Sumerer aus ihrem Ursprungslande bereits das Prototyp des Kulturweizens mitgebracht haben, oder nur die Gerste, oder ob sie diese Zerealien anderen altgewohnten in der neuen Heimat

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