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Altneuland · 1906-06-01 · Heft 6 (Juni 1906) · p. Seite 174

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 6 (Juni 1906)
Article
Wasserwirtschaft und Wasserbau in Palästina
Date
1906-06-01
Page
Seite 174 (sequence 2)
Language
German
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— 174 — Die Ebene Esdrelon trennt das Westjordanland im Plusstal des Kischon in einen Nord- und einen Südteil, während der Nordteil durch den Fluss Leontes vom Libanon geschieden ist. Zwischen dem Leontes- und dem Kischonfluss erhebt sich ein 950 m hohes Gebirge, die Wasserscheide zwischen Leontes und Jordan bildend. Im Südteile zwischen dem Kischon und der Südgrenze des Landes ist das Karmelgebirge ein höhlenreicher Gebirgszug, welcher in nordwestlicher Richtung die Küstenebene durchschneidet und 500 m tief ins Meer abfällt. Das Hochland auf der Ostseite des Jordans wird im Westen vom Jordantal und seiner Fortsetzung begrenzt und fällt am Toten Meere ca. 600 m tief steil ab. Im Osten geht es in das Hochland Arabiens über. Von Osten nach Westen ist es von zahlreichen Schluchten und Flussbetten durchzogen. Im Norden erhebt sich der grosse Hermon, welcher beinahe c parallel mit dem Libanon läuft; zwischen diesen beiden Gebirgszügen liegt eine Talebene, welche in ihrer südlichen Senkung das Flussbett des Leontes bildet. Der 2700 m hohe Hermon, dessen Gipfel mit Schnee bedeckt ist, hat an seinen fruchtbaren Abhängen die Quellen des Jordans, des Hauptflusses Palästinas. Die wichtigsten Teile des östlichen Hochlandes sind die Hochebene von Hauran und das Haurängebirge, dessen höchster Gipfel 1240 m hoch ist. Hier sind die Quellen des Jarmük- Flusses und seiner kleineren Zuflüsse. Der Jarmük mündet ca. 2 Stunden unterhalb des Sees Genezareth in den Jordan. Das Jordantal selbst beginnt am westlichen Abhänge des grossen Hermon, endet am Toten Meere sund ist ein Teil der tiefen, an 825 km langen Talfurche, welche schon am Fusse des Taurus ihren Anfang nimmt, dann in das Jordantal übergeht und im Toten Meere ihren tiefsten Punkt erreicht. Das Jordantal hat eine Länge von 285 km und eine durchschnittliche Breite von 3,5 bis 15 km, ist von steilen, bis 630 m hohen Bergen des West- und Ostjordanlandes eingesäumt, bildet die tiefste Talsenkung und sinkt bis zum Toten Meere zu einer Tiefe von 400 m unter das Meeresniveau herab. Der Jordan selbst ist in gerader Linie gemessen 185 km lang, strömt von Norden nach Süden in einem sich vielfach schlängelnden, raschen Lauf. Unweit seines Ursprunges durchfliesst er den Merom-See, ein kleines, 12 m über dem Spiegel des Mittelmeeres liegendes Sumpfbecken und 15 km weiter den

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