Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1906)
- Article
- Palästinafahrt eines Landwirts
- Date
- 1906-06-01
- Page
- Seite 173 (sequence 7)
- Language
- German
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— 173 — werden, die in einigen Punkten günstiger, in anderen ungünstiger""* sind als dort, die aber im ganzen so liegen, dass zu fleissigem, zielbewusstem Weiterstreben mit gutem Gewissen ermuntert werden darf. Ich schliesse mit dem aufrichtigen Wunsche, dass alle wahre Kulturarbeit in Palästina Gottes reichsten Segen finden möge. WASSERWIRTSCHAFT UND WASSERBAU IN PALAESTINA. Von Ingenieur Speidel. Vortrag, gehalten am Polytechnikum in Cöthen (Anhalt) am 8. April 1906, während des Orientkurses. Um die wasserwirtschaftlichen Verhältnisse Palästinas besprechen zu können, ist es vor allem nötig, die Lage und Grösse dieses Landes ins Auge zu fassen, sich die Ebenen, Täler und Flussgebiete zu vergegenwärtigen, um sich an der Hand all dieses ein Bild über das Niederschlagsgebiet machen zu können. Die Ausdehnung Palästinas von Norden nach Süden beträgt 270 Kilometer und von Westen nach Osten 185 km mit einem Flächeninhalt von ca. 30 000 km. Palästina gehört seinen Oberflächenverhältnissen nach zu den merkwürdigsten Ländern der Erde, denn nach seinem allgemeinen Charakter ist es ein mit dem syrischen Berglande zusammenhängendes Hochland, das durch das ziemlich schmale, nur in der Nähe des Sees Genezareth etwas breitere Jordantal und durch das Becken des Toten Meeres in einen Ost- und einen Westteil getrennt wird. Beide Teile haben steilen, terrassenartigen Abfall, sind von vielen Quertälern und engen Flussbetten durchzogen und mit einzelnen Gebirgszügen und Bergen besetzt. Das Hochland auf der Westseite des Jordans wird im Osten vom Jordantal, im Westen von der Küstenebene das Mittelländischen Meeres begrenzt und erhebt sich ca. 800 Tpis 900 Meter hoch. Gegen das Jordantal sind die Abhänge steil und jäh, während gegen die Küstenebene terrassenförmiger Abstieg vorhanden ist. Jurakalk ist die vorherrschende Gebirgsart, nur am Berg Karmel und in der Gegend des Sees Genezareth treten mächtige Basaltmassen auf und durchschneiden die höhlenreiche Kalkformation.