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Altneuland · 1906-04-01 · Heft 4 (April 1906) · p. Seite 116

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 4 (April 1906)
Article
Syrien als Wirtschafts- und Kolonisationsgebiet
Date
1906-04-01
Page
Seite 116 (sequence 8)
Language
German
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— 116 — nur ein — geschichtlich gemessen — kurzes Uebergangsstadium darstellen. Im Interesse der Grossmächte würde es liegen, -diese Eventualität mit ihren Gefahren für den europäischen Frieden möglichst zu vermeiden, und von vornherein das Hauptgewicht darauf zu legen, wie schon im Libanongebiet, so auch sonst in Syrien lokale administrative Autonomien herzustellen. Dies würde ja aber ebenso auch im Interesse der türkischen Regierung liegen, da nur so die für die Rentabilität der Eisenbahnen notwendige Immigration im grossen Stil ermöglicht wird. Würde den Wünschen der Zionisten hierbei gleichzeitig Rechnung getragen, und in der Art wie der Libanon unter einen christlichen, so Palästina unter einen jüdischen Pascha gestellt werden —- geeignete türkische Beamte jüdischer Konfession gibt es ja in der Türkei genügencf — so würde sich der südliche Teil Syriens, d. h. Palästina, in sehr kurzer Zeit durch jüdische Einwanderung aus Osteuropa und jüdisches Kapital aus Westeuropa und Amerika internen blühenden Garten verwandeln. Ebenso würden sich im Norden Syriens infolge der administrativen Autonomie unter einem mit Zustimmung der <Srossmächte gewählten reformfreundlichen Pascha sehr bald gesunde Verhältnisse entwickeln, und die grossen Baumwollgebiete längs der verschiedenen Bahnen daselbst würden sich bald mit neueinwandernden Kolonisten füllen, Tataren aus der Krim, Bucharen und Sarten aus Turkestan, sowie Juden aus Rumänien und Südrussland. Die Grossmächte haben hier die Gelegenheit, nach schon bewährtem Muster ein grosses Stück .zivilisatorischer und kultureller Arbeit ohne allzu grosse Schwierigkeiten zu lösen. PALAESTINA UND NACHBAROEBIETE. Der türkisch-ägyptische Grenzstreit. In unserer No. 2 dieses Jahrganges brachten wir eine Mitteilung über «den zwischen England (nominell Aegypten) und der Türkei entbrannten Streit über die Grenzlinie zwischen Syrien (Palästina) und Aegypten. Es handelt sich hierbei um das auch für uns Zionisten sehr wichtige Gebiet von El-Arisch, ja -so^ar um die ganze Sinaihalbinsel. Es braucht wohl keiner besonderen Be-- jgründung, wenn wir dieser zwar politischen Frage unsere volle Aufmerksamkeit .zuwenden. Eine möglichst objektive Schilderung der Frage liefert die „Vossische Zeitung". Sie berichtet: Der Sultan hat dieser Tage, wie gemeldet wurde, dem britischen Gesandten in Konstantinopel eine Note überreichen lassen, worin er die britische Forderung, seine Truppen — es sollen 5000 Mann sein — über die ägyptisch-syrische Grenz-

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