Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 4 (April 1906)
- Article
- Palästinafahrt eines Landwirts
- Date
- 1906-04-01
- Page
- Seite 108 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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— 108 — zu Anfang Februar, in den rauheren ungefähr einen Monat später wieder zur vollen Herrschaft zu gelangen. Nur da, wo durch die Natur oder durch Menschenhand den Pflanzen Wasser zur Verfügung gestellt wird, erfreuen sie auch im Sommer das Auge durch ihre Blätter-* und Blumenpracht. Bezüglich der Tierwelt des Feldes und Waldes will ich mich hier sehr kurz fassen. Es ist nicht viel, was ich von ihr gesehen habe. Ich sah ein paar Füchse und Schakale, dann und wann eine Gazelle und einen Hasen, einige Feldhühner, zahlreiche Spatzen und Lerchen, verschiedene durchziehende Zugvögel, das war in der Hauptsache alles. Im allgemeinen gewann ich den Eindruck, dass das Land nicht sehr reich an Tieren ist, jedoch wird dieser Eindruck nicht in jeder Hinsicht der Wirklichkeit entsprechen. Ich will nur darauf hinweisen, dass in einigen Landesteilen in gewissen Jahreszeiten oft tierische Schädlinge in grosser Zahl aufzutreten pflegen und ab und zu ganze Felder, ja ganze Gegenden verheeren. Ich denke hier besonders an die Mäuse- und an die Heuschreckenplage, zwei wahre Geissein des Landes, die aber bei weitem nicht von so grosser Bedeutung sein würden, wenn mehr zu ihrer systematischen Bekämpfung geschähe. Das gilt fast für alle Plagen, die das Land heimsuchen. Würde bei uns in Deutschland nicht mehr zur Vorbeugung und Bekämpfung derartiger Kalamitäten geschehen, so würden die Schäden hier vielleicht ebenso gross werden als im gelobten Lande. Eine der unangenehmsten und widerlichsten Erscheinungen aus dem Gebiete der Tierwelt, die mir im Morgenlande entgegentrat, war die „Hundewirtschaft" in den Städten und Dörfern. Es ist über diese orientalische Eigentümlichkeit schon so viel geschrieben worden, dass ich füglich darüber hinweggehen kann. Ich will nur sagen, dass das entsetzliche, ununterbrochene Geheul der halbwilden Hunde mir manchmal die Nachtruhe geraubt hat» und dass ich oft der ganzen Brut den Untergang wünschte, trotz ihrer „Bedeutung für die Hygiene". (Schluss folgt.)