Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 3 (März 1906)
- Article
- Die Ergebnisse des türkischen Getreidebaues im Jahre 1904 und im ersten Halbjahr 1905 [Nachricht]
- Date
- 1906-03-01
- Page
- Seite 91 (sequence 2)
- Language
- German
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— 91 — Die Gesamtausfuhr wird geschätzt. Im Jahre 1903 Im Jahre 1904 Weizen..... 1 000 000 Tonnen 1 350 000 Tonnen Roggen ..... 500000 „ 700000 Gerste ...... 200 000 „ 200 000 Hafer...... 400 000 „ 50 000 Mais...... 100 000 „ 55 000 Diese Zahlen sind für einen reinen Agrikulturstaat von dem Umfange der Türkei ausserordentlich niedrig, erklären sich aber aus den sehr geringen Arealerträgnissen und hauptsächlich aus den sehr schlechten Verkehrsverhältnissen, welche zur Folge haben, dass selbst bei aussergewohnlich grossen Ernten, namentlich in Klein-Asien, das Getreide im Innern des Landes liegen bleibt und später oft zu Spottpreisen verschleudert wird. Diese mangelhaften Transportverhältnisse dürften wohl zum Teil mit daran schuld sein, dass in den meisten Provinzen nur soviel angebaut wird, um bei einer Mittelernte den Lokal- und Saatbedarf gerade decken zu können; die allenfalls verbleibenden kleinen Ueberschüsse, deren Höhe sich nach dem Ausfall der Ernte richtet, werden dann bei sich eveDtuell bietenden Gelegenheilen ausgeführt. Es liegt auf der Hand, dass sich bei derartigen Verhältnissen kein regelmässiger Grossexport entwickeln konnte. Anders gestalten sich die Verhältnisse im Bahngebiete, an deren Netz sich regelmässige Zufahrtsstrassen zu bilden beginnen. Diese schaffen erst die Möglichkeit, für den Export im grossen zu produzieren. Wenngleich nun ein grosser Teil der Bahngetreidetransporte von Konstantinopel absorbiert wird, so geben sie allein bisher eine ernsthafte Uebersicht über die Getreidebewegung und den Getreideexport, da der Verbrauch der Hauptstadt ein ziemlich gleichmässiger» nur unerheblich steigender sein dürfte. Was die einzelnen Getreidesorten betrifft, so war die Weizenernte des Jahres 1904 in der europäischen Türkei, besonders qualitativ, hervorragend ausgefallen. In der asiatischen Türkei war das Ernteergebnis sehr verschieden, im allgemeinen blieb das Resultat unter „mittel"; eine Ausnahme machte das Bahngebiet der anatolischen Bahn, das eine „gute" und „mittlere", sowie Süd-Mesopotamien, das eine sehr „reiche" Ernte aufzuweisen hatte. Die Ausfuhr richtet sich in erster Reihe nach England, dann nach Frankreich, Italien. Deutschland importierte türkischen Weizen 1902 ...... 5 563 dz zu 70 000 M. 1903 . . . . . . 15 302 „ „ 191 000 „ 1904 ...... 58 045 „ „ 783 000 „ Von der Gerstenernte in der europäischen Türkei im Jahre 1904 gilt dasselbe, was oben von der Weizenernte gesagt wurde. In der asiatischen Türkei waren die Ergebnisse bis auf das Bahngebiet der anatolischen Eisenbahn und Nord-Syrien sehr schlechte. Einzelne Gebiete Syriens und Mesopotamiens und besonders das Hinterland Smyrnas hatten Ausfalle bis zu 50 % unter Normal zu verzeichnen. Der weitaus grösste Teil des Exports wird, wie schon seit Jahren, von England aufgenommen^dann kommen Aegypten, Frankreich, Deutschland und auchBelgien. Deutschland importierte türkische Gerste: 1902 ..... 113 721 dz zu 1 361 000 M. 1903 ..... 31 818 „ „ 383 000 „ 190+ . . . . . 34 126 „ „ 399 000 »