Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 3 (März 1906)
- Article
- Syrien als Wirtschafts- und Kolonisationsgebiet
- Date
- 1906-03-01
- Page
- Seite 76 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2266000-2266027-2266031-2268123--1651-2268157- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
aus Indien und China importiert zur Schuhfabrikation, Streich h.ö 1 z e r kommen meist aus Oesterreich und. Italien, O e 1 e und Anstrichfarben hauptsächlich aus Englandr trockene Farben auch aus Frankreich und Belgien, Papier besonders aus Oesterreich, gelbes Strohpapier auch aus Deutschland. Von den Kolonialwaren kommt der Kaffee grösstenteils aus Santos (Mokka-Kaffee wird in Syrien nur wenig konsumiert), der Reis kommt zum grösseren Teil aus Rangoon, zum kleineren Teil aus Aegypten, etwas auch aus Japan, Italien, England, Deutschland, Frankreich, Mehl, je nach der Ernte, in wechselnder Menge aus Anatplien, Aegypten, Frankreich und Russland. Zucker kommt aus Russland (Sandzucker) und Oesterreich (Concasse), etwas auch aus Frankreich und Aegypten, Konserven aus England, Frankreich und Italien, Spirituosen, speziell Bier, aus Oesterreich, England und Deutschland, Alkohol auch aus Russland,. Tabak aus der Türkei. Im allgemeinen kann man sagen, dass der heute noch stark überwiegende englische Import nach Syrien zwar nicht abnimmt, aber doch keine solche Steigerung zeigt, wie der fast jährlich zunehmende Import aus Belgien und Deutschland während der Import aus Frankreich und Italien eher zurückgeht. Der Import aus Aegypten, Indien, China nimmt zu, ebenso der aus Russland, wegen des stärkeren Bedarfs an Petroleum, besonders infolge der Zunahme der Orangenkultur mit den zu der Bewässerung hierbei meist verwendeten Petroleummotoren. Da aber England noch im dauernden Besitz, der Haupteinfuhrartikel (Baumwolle und Eisen) geblieben ist, so ist an eine bedeutende Schwächung des englischen Uebergewichtes vor der Hand auch nicht zu denken, wenngleich ihm in Amerika für Baumwollwaren und in Belgien für Eisen gefährliche G-egner entstanden sind. Ebenso ist die Möglichkeit vorhanden, dass die russische Alkoholeinfuhr durch eigene Produktion, und das russische Petroleum durch das mesopotamische in absehbarer Zeit verdrängt wird. Wie wir oben gesehen haben, ist der Import im Verhältnis zu der Einwohnerzahl schon jetzt ein recht bedeutender, 1V2 £ per Kopf, was in Anbetracht der Armut und Bedürfnislosigkeit der Bevölkerung viel heissen will. Man muss aber berücksichtigen, dass sicher ein sehr erheblicher Teil der Einfuhr Iskanderuns nicht in Syrien bleibt, sondern für Teile von Klein-