Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- Zum neuen Jahr
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2266000-2266027-2266029-2267971--1523-2267985- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 2 — hängen Rechowot, Wadi el Hünin, Petach-Tikwah, Rischon selbst ab und bis vor etwa 3 Jahren lieferte auch die am südlichsten gelegene weinbauende Kolonie Katra (Gederah) ihre Produktion nach Rischon ab. Jetzt beschränkt sich diese Kolonie auf die Fabrikation von Alkohol und Kognak. Im Keller von Zichron- Jacob dagegen wird nur die Produktion dieser Kolonie selbst und der benachbarten Kolonie Hederah verarbeitet. Während in reichtragenden Jahren die Rischoner Weinkellereien etwa 40—50000 Hektoliter Wein erzeugten, hat das Etablissement von Zichron-Jacob in den letzten Jahren höchstens 15 000 Hektoliter geliefert. Eine nur lokale Bedeutung haben die kleineren Kellereien in Mikweh-Israel und Rosch-Pinah, geschweige der noch kleineren primitiven Einrichtungen zur Weinfabrikation in Rechowot, Petach-Tikwah, Hederah und Moza. Wir haben schon wiederholt in unserer Zeitschrift die Gründe der sogenannten Weinkrisis erörtert, zuletzt in dem Aufsatz über den „Palästinischen Weinbau" in No. 10 des vor. Jahrg. Wir können uns daher hier nur auf die Feststellung der Tatsache beschränken, dass gegenwärtig der grösste Teil der in den Kolonien erzeugten Weine nur mit grossen Anstrengungen und unter Verlust abgestossen wird. Daher können auch die Preise für das Rohprodukt, die den Kolonisten gezahlt werden, nicht nur nicht befriedigen, sondern sie bedeuten gewissermassen ein Gnadengeschenk der Administration der JCA, die die Erbschaft des Baron v. Rothschild auch in der Weinfrage angetreten hat. Um endlich einmal aus dieser gewiss nicht erfreulichen Situation herauszugelangen und das ganze Weingeschäft auf eine solidere Basis zu stellen, beschloss die Zentraldirektion der JCA mit dem ihr eigenen, nicht immer gerechtfertigten, wie wir es weiter unten sehen werden, Radikalismus, sich zurückzuziehen und die Weinfabrikation und den Absatz des fertigen Produktes den Kolonisten zu übertragen. Es muss zugegeben werden, dass in dieser Frage lange Vorverhandlungen stattgehabt haben, in deren Verlauf u. a. auch die Frage der teilweisen Vernichtung der bestehenden Weinberge ernstlich in Erwägung gezogen wurde. Das zwischen den interessierten Kolonisten und der Administration getroffene Abkommen besteht nun, wenn wir richtig unterrichtet sind, in der Uebernahme der sämtlichen sehr kostspieligen Gebäude und Einrichtungen und der Weinbestände seitens der Kolonisten, denen ausserdem