Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1905)
- Article
- Bericht der Generaldirektion an den Verwaltungsrat der Jewish Colonization Association für das Jahr 1905 [Nachricht]
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 376 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2266000-2266015-2266026-2267842--1477-2267940- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 376 — wünschen übrig, und die Verkaufspreise sind wenig lohnend angesichts der Krisis, die anscheinend der Tabakhandel in den letzten Monaten durchzumachen hat. b) Jessod Harn aal ah. Diese unglückliche Kolonie, die auch unter sehr ungünstigen klimatischen Verhältnissen zu leiden hat, wurde von der letztjährigen Dürre am meisten betroffen. Die sämtlichen 27 Kolonisten haben einen Bruttoertrag von nur 5 807 Frcs. gehabt, der nach Abzug der Samen und der Zehntensteuer zu 1255 Frcs. zusammenschmolz. Die Not ist in der Kolonie gross, und man war gezwungen, den Kolonisten zu helfen. Der Tabak gedeiht scheinbar gut in Jessod Hamaalah; sollte man für das- Produkt einen leichten und lohnenden Absatz rinden, so würde sich die Lage der Kolonie bedeutend verbessern. c) Metule. Im Jahre 1896 auf der Stelle aufgerichtet, wo früher ein Drusendorf stand, hatte diese Kolonie in den letzten Jahren andauernd unter den Ueberfällen der alten Einwohner zu leiden. Es gelang uns, im vergangenen Jahre unter ziemlich bedeutenden materiellen Opfern einen Vertrag mit den Leuten zu schliessen, durch welchen sie von den gegen die Kolonie erhobenen Ansprüchen Abstand nehmen. Die Sicherheit der Kolonie, die lange bedroht war, scheint also besser gewährleistet zu sein, obwohl sie noch hin und wieder mit ihren Nachbarn, den christlichen (? D. Red.) Metuelis, im Streite ist. Diese unsicheren Verhältnisse, in denen sich die Kolonisten bis jetzt befanden, sowie der Mangel an Boden und Inventar Hess sie noch nicht zu befriedigenden Ergebnissen gelangen. Die letzte Ernte lieferte, nach Abzug des Zehnten, kaum einen Durchschnittsertrag von 700 Frcs. d) Haurän. „Haurän" stellt einen aus verschiedenen Liegenschaften zusammengesetzten Gesamtbesitz von mehr als 70 000 Dunam Land, das grösstenteils von eingeborenen Pächtern bebaut wird. Die letzte Ernte war sehr schlecht, sie ergab kaum 7000 Frcs. Bruttoertrag, so dass die Bewirtschaftung dieser Ländereien einen bedeutenden Verlust einbrachte. Es ist allerdings wahr, dass „Haurän" infolge von Schwierigkeiten, die uns bekannt sind, lange vernachlässigt wurde. Eine regelrechte Administration wurde erst vor kurzem eingerichtet. Man musste langwierige und kostspielige Prozesse zur Fixierung der Grenzen der Liegenschaften führen und den Besitz von Ländereien wiederergreifen, die schon von den Nachbarn usurpiert wurden. Seidenspinnerei und Weberei in Rosch-Pinah. Die Spinnerei hat trotzdem die allgemeinen Unkosten stark reduziert wurden, sehr entmutigende Ergebnisse aufzuweisen. Die Seidenindustrie macht eine allgemeine Krisis durch Im Laufe des Jahres fiel der Preis auf 14 Frcs. per Kilogramm. Es ist möglich dass angesichts dieser ungünstigen Umstände wir uns gezwungen sehen werden, demnächst dieses Etablissement zu schliessen. Die Weberei wurde Ende 1904 geschlossen. Das Inventar wurde nach Jerusalem in die Handwerkerschule der Alliance gebracht. VERMISCHTES. Auswärtige Ernteberichte über Produkte, die auch in Palästina erzeugt werden. Wir lassen hier eine Anzahl von Berichten über Erzeugnisse folgen, die in Palästina überhaupt und in einigen Fällen ganz besonders in den jüdischen