Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1905)
- Article
- Haifa (Syrien)
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 365 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 365 — Eine fühlbare Erleichterung im Geldverkehr bekam der Handel dadurch, dass die Deutsche Palästina-Bank in Berlin im November v. Js. am Platze eine Zweigniederlassung errichtete. Das Minderergebnis der letztjährigen Ernte beeinflusste die allgemeine Marktlage des Sandschaks Akka wenig, sie gab vielmehr anderen Bezirken Gelegenheit, die Zufuhr ihrer Erzeugnisse hierher zu leiten. Von den hauptsächlichsten Erzeugnissen gelangten im ganzen 40 367 338 kg auf den Haifaer und Akkaer Markt. Hiervon lieferte die Gegend selbst 14 475 968 kg, während 10 900 988 kg aus Merdsch ibn Amir, 3 591 568 kg aus Besän, 9 352 214 kg aus dem Haurängebirge und 2 046 600 kg aus der Gegend von Nablus und Dschenin zugeführt worden sind. Die Preise für Kichererbsen, Linsen, Wicken und Johannisbrot blieben den vorjährigen gleich; dagegen schwankten Sesam'zwischen 85 und 100, Weizen zwischen 27 und 34, Gerste zwischen 16 und 19 und Bohnen zwischen 21 und 23 Para das Kilo. Dari behielt das ganze Jahr einen festen Preis von 18 Para das Kilo. Die Ausfuhr Haifas und Akkas im Berichtsjahr auf dem Seewege betrug 39 695 Tonnen verschiedener Waren gegen 36 875 Tonnen im Jahre vorher, und zwar gingen 649 Tonnen nach Deutschland (darunter 342 Tonnen Sesam und 307 Tonnen Wein), 17 462 Tonnen nach Frankreich, also nahezu 50v*H. der ganzen Ausfuhr (worunter 1729 Tonnen Sesam, 1880 Tonnen Weizenr 4104 Tonnen Bohnen, 4457 Tonnen Kichererbsen, 4911 Tonnen Linsen, 12 Tonnen Olivenöl, 299 Tonnen Dari, 15 Tonnen Wolle, 22 Tonnen Eigelb, 2 Tonnen Eiweiss und 31 Tonnen altes Gusseisen), 8092 Tonnen nach den Küstenplätzen der Türkei, 5936 Tonnen nach Grossbritannien, 2940 Tonnen nach Italien, 2228 Tonnen nach Aegypten und der Rest von 2388 Tonnen in kleineren Mengen verteilt nach Oesterreich, Amerika und Belgien. Die Einnahmen der beiden Zollämter Haifas und Akkas betrugen aus den vom Ausland eingeführten Waren im Finanzjahre 1320 (d. h. für den Zeitraum vom 14. März 1904 bis 13. März 1905) 2 493 310 Piaster Sagh, welche Ziffer, da der Einfuhrzoll 8 v. H. vom Werte beträgt, einen Einfuhrwert von 32 566 366V4 Piaster Sagh oder 7 333 265 Franken darstellt (19 Piaster Sagh sind 20 Piaster Silber oder 4V2 Franken). Aus der Einfuhr nach den übrigen Küstenhäfen der Türkei gelangte ein Einfuhrwert von 14 758 390 Piaster Sagh oder ungefähr 3 472 560 Franken hierher. Bei der Einfuhr ist Frankreich mit ungefähr 32 v. H., Belgien mit 18 v. H, Deutschland mit 16. v. H, Oesterreich-Ungarn mit 12 v. H. und die übrigen Länder mit zusammen 22 v. H. beteiligt. Der fühlbare Aufschwung Galiläas war, wie bereits in früheren Berichten erwähnt, zu erwarten, ist aber nicht ausschliesslich dem Bahnbau Haifa— Damaskus, sondern mehr oder weniger auch der fortgesetzten günstigen Weiterentwickelung der jüdischen Kolonien und deren Zuwanderung zuzuschreiben. Unter diesen ist Zichron-Jakob, etwa vier Stunden von hier, die bedeutendste. Sie zählt ungefähr 1200 Einwohner, die sich grösstenteils mit Acker- und hauptsächlich mit Weinbau beschäftigen. Die Kelterei des Weins geschieht dort mit Dampfbetrieb. Die Trauben der kleineren Kolonien in der Nähe von Zichron- Jakob werden dahin geliefert und dort gekeltert. Die vorjährige Ernte war eine mittlere und ergab 6000 hl Wein. In Obergaliläa ist die wichtigste Ansiedlung Rosch-Pinah mit etwa 300 Seelen. In dieser Kolonie, die bei Safed, etwa 12 Stunden von Haifa, liegt, wird vorwiegend Getreide gebaut. Rosch-Pinah ist sehr günstig gelegen und